Hilfe aus Venezuela erreicht Kuba

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Venezolanisches Marineschiff mit Hilfsgütern erreicht Havanna
Venezolanisches Marineschiff mit Hilfsgütern erreicht Havanna

Havanna. Ein Schiff der venezolanischen Marine hat am Freitag 100 Tonnen Hilfsgüter in die kubanische Hauptstadt Havanna gebracht, darunter Baumaschinen und -materialien, um die Aufräumarbeiten der durch einen Tornado zerstörten Stadteile zu unterstützen. Kapitän Vladimir Maldonado unterstrich dabei, dass die solidarische Hilfe für die "kubanischen Brüder" auf Anordnung von Präsident Nicolás Maduro geleistet werde, obwohl Venezuela selbst unter "politischer und ökonomischer Aggression der USA" leide.

Am 27. Januar war ein Tornado über die Stadtteile Diez de Octubre, Cerro, Regla, Guanabacoa, und Habana del Este hinweggezogen und hatte sechs Todesopfer und 195 Verletzte gefordert. Nach Angaben des kubanischen Bauministers Rene Mesa sind 4.812 Häuser beschädigt worden, darunter waren 500 unbewohnbar. Zahlreiche Häuser waren vom Strom- und Telefonnetz abgeschlossen. Innerhalb von 20 Minuten hatte der Tornado auf einer Breite von 20 Kilometern selbst stabile Steinbauten zerstört. Auch ein 92 Meter hoher Sendemast und einige der neuerdings überall in der Stadt installierten Internet-Zonen auf öffentlichen Plätzen wurden beschädigt.

In einer Ansprache am Sonntag dankte der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel dem Militär, der Feuerwehr und den vielen Helfern für ihre schnelle Reaktion. Er betonte, dass man einem solchen Wetterereignis nicht völlig unvorbereitet gegenüberstehe, jedoch aufgrund später Warnungen viele Menschen von ihm überrascht worden seien. Nach Besichtigung der betroffenen Stadtteile twitterte er: "Wir werden wieder aufbauen, was der Sturm zerstört hat." Zudem sicherte er den Betroffenen zu, dass man nicht eher die Arbeiten einstellen werde, bis alle Schäden beseitigt seien. Unterdessen laufen die Aufräumarbeiten in den Stadtteilen weiter auf Hochtouren.

Nach offiziellen Angaben istwurden aus acht Provinzen über 1.000 zusätzliche Arbeiter zusammengezogen, um die letzten Beschädigungen am Stromnetz zu beseitigen. Die Strom- und Telekommunikations­infrastruktur sei wieder fast vollkommmen hergestellt. Fortschritte bei den Aufräumarbeiten seien deutlich erkennbar, müssen jedoch noch intensiviert werden, so Diaz-Canel in einer Ansprache am Sonntag. Baumaterialen sollen schneller an Betroffene herausgegeben werden, dafür werden zusätzliche Verkaufsstellen in den durch den Tornado betroffenen Stadtteilen eingerichtet. Zudem habe man sich entschieden, Baumaterialien zu 50 Prozent staatlich zu fördern und Wasserspeichertanks mit 70 Prozent zu unterstützen. Für Bürger, deren Einkommen dennoch nicht ausreichend ist, sollen Bankkredite und staatliche Beihilfen zur Verfügung stehen.

Das Ministerium für auswärtigen Handel und Investment (Mincex) gab zudem bekannt, dass es die internationalen Spenden koordiniere. Dem Twitteraccount von Minister Rodrigo Malmierca war zu entnehmen, dass ein Spendenkonto eingerichtet ist. Bereits wenige Tage nach dem Wetterereignis hatten zahlreiche Länder ihr Beileid für die Familien der Opfer und ihre Solidarität ausgedrückt, darunter Belize, Honduras, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua und Panama. Auch zahlreiche kubanische Künstler haben ihre Unterstützung durch Benefizkonzerte zugesagt.

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