Russland: US-Regierung will radikale Opposition in Venezuela bewaffnen

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Russlands Außenminister Lawrow warnte bei der Pressekonferenz am 1. März, die USA planten die Bewaffnung von Venezuelas Opposition
Russlands Außenminister Lawrow warnte bei der Pressekonferenz am 1. März, die USA planten die Bewaffnung von Venezuelas Opposition

Moskau/New York. Russlands Regierung hat sich erneut besorgt über Pläne der US-Administration zur Bewaffnung der Ultrarechten und einer militärischen Intervention in Venezuela gezeigt.

Die Absichten der USA "die Radikalen zu bewaffnen, um die Situation in Venezuela zu destabilisieren und in dieses souveräne Land einzudringen, bereiten uns selbstverständlich Sorgen, denn die USA zögern nicht, sie offen zu verkünden", erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodriguez.

Nach Informationen seiner Regierung wolle die Administration von Präsident Donald Trump "in naher Zukunft leichte Waffen, Mörser, tragbare Luftverteidigungssysteme und andere Rüstungsgüter" an Unterstützer des selbsternannten "Interimspräsidenten" Juan Gauidó liefern. Darauf hatte vergangene Woche auch schon die Sprecherin des russischen Außenamtes, Maria Sacharowa, hingewiesen: Die USA und ihre Nato-Verbündeten seien dabei, Waffen in einem osteuropäischen Land einzukaufen, um sie der venezolanischen Opposition zu übergeben. Der ukrainische staatliche Konzern Antonow, der Flugzeuge und Busse herstellt, solle an der Überführung der Waffen beteiligt sein, so Sacharowa.

Außenminister Lawrow mahnte die Regierungen von Kolumbien und Brasilien, "ihr Wort zu halten". Sie hätten mehrfach erklärt, "in keiner Weise einen bewaffneten Überfall" auf Venezuela zu unterstützen. Wenn sie diese Position strikt einhielten, könnten die Pläne der USA nicht umgesetzt werden, so der Chefdipolmat.

Auch der venezolanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Samuel Moncada, hatte in dieser Woche mehrmals gewarnt, die USA wollten eine "Befreiungsarmee" für Operationen in Venezuela aufbauen. Aus diesem Grund werde von US-Regierungssprechern, Politikern und Medien auch die Zahl der angeblichen Deserteure der Bolivarischen Streitkräfte maßlos übertrieben. Nach offiziellen Angaben sind bis zum 28. Februar 109 Soldaten desertiert, während unter anderem US-Senator Marco Rubio über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet, es seien mehr als 600. In Kolumbien solle eine Söldnertruppe mit der Aufgabe geschaffen werden, im Nachbarland bewaffnet zu operieren und "den Frieden der Venezolaner zu zerstören", sagte der Botschafter.

Das Vorgehen erinnere an die in den 1980er Jahren von den USA finanzierten und gesteuerten sogenannten Contras (Konterrevolutionäre) gegen die linksgerichtete Regierung von Präsident Daniel Ortega in Nicaragua, so Moncada. Der neue Venezuela-Sonderbeauftragte von Präsident Trump, Elliot Abrams, war damals an der Organisierung von Waffenlieferungen an diese rechten Paramilitärs beteiligt gewesen.

Die Contras, die sich zum großen Teil aus Ex-Nationalgardisten der Diktatur unter Anastasio Somoza rekrutierten, operierten militärisch ab 1981 vor allem vom Nachbarland Honduras, aber auch von Costa Rica aus und entfesselten einen Krieg in NIcaragua, der erst 1990 beendet werden konnte. Zehntausende Zivilisten wurden getötet, die Infrastruktur und Wirtschaft des Landes weitgehend zerstört.

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