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Bolivien verstärkt Investitionen im Energiesektor

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Die Präsident von Indien, Ram Nath Kovind, und Bolvien, Evo Morales
Die Präsident von Indien, Ram Nath Kovind, und Bolvien, Evo Morales

La Paz. Das bolivianische Energieministerium hat Investitionen von 910 Millionen Euro für das Jahr 2019 angekündigt. Diese werden vor allem in den Ausbau der Stromversorgung, der Lithiumförderung und der Nuklearforschung fließen, so der amtierende Energieminister Rafael Alarcón auf einer Veranstaltung in La Paz. An der öffentlichen Anhörung zur Rechenschaftslegung des Ministeriums am vergangenen Dienstag nahmen verschiedene soziale Bewegungen teil, darunter der Dachverband bolivianischer Gewerkschaften (COB), die Vereinigung der indigenen Landfrauen Bartolina Sisa und der Zusammenschluss der Nachbarschaftsvereinigungen.

Ein Großteil der Gelder geht an das Staatsunternehmen zur Stromversorgung, um die Leistungsfähigkeit der Netze auszubauen. Laut Alarcón habe man im vergangenen Jahr einen deutlichen Überschuss bei der Elektroenergieproduktion erwirtschaftet. Damit könne Bolivien Strom ins Ausland exportieren. Für das Jahr 2019 plane das Ministerium eine Erhöhung der Produktion um 1.000 Megawatt, die aus drei im Bau befindlichen Wärmekraftwerken gewonnen werden.

Des Weiteren stellte der Energieminister klar, dass jeweils fast 170 Millionen Euro in die Industrialisierung der Lithiumvorkommen sowie in die Nuklearforschung und -medizin investiert werden sollen. Die Lithiumförderung war ebenfalls Gegenstand der Gespräche zwischen Evo Morales und seinem indischen Amtskollegen Ram Nath Kovind, die zwischen Donnerstag und Samstag dieser Woche in Santa Cruz zusammenkommen sind. Bolivien besitzt mit Argentinien, Chile und China die weltweit größten Reserven des wertvollen Minerals, das unter anderem bei der Produktion von wiederaufladbaren Batterien zum Einsatz kommt. Die bolivianische Regierung hält weiterhin an dem ambitionierten Plan fest, in Zukunft 41 Werke zur Lithiumgewinnung mit ausländischer Unterstützung zu errichten. Der Bau eines Kernforschungszentrums hingegen ist schon wesentlich weiter vorangeschritten: Das Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Nukleartechnologie (CIDTN) in der Stadt El Alto soll bereits im September dieses Jahres in Betrieb genommen werden.

Die Gelder für das umfangreiche Investitionsprogramm stammen von den Anlagen der jeweiligen Staatsunternehmen, der Bolivianischen Zentralbank und aus dem Staatshaushalt. Gleichwohl müssten dafür Kredite von ausländischen Institutionen aufgenommen werden.

Die bolivianische Regierung verfolgt das ehrgeizige Ziel, zum Energieriesen in der Region zu werden. "Wir arbeiten daran, zum Zentrum der Energieproduktion in Südamerika aufzusteigen. Argentinien und Brasilien haben einen hohen Bedarf an Elektroenergie, sodass wir bis zum Jahr 2025 6.000 Megawatt produzieren wollen", so Präsident Morales über den Kurznachrichtendienst Twitter. Dies entspricht in etwa dem Dreifachen der momentanen Stromproduktion, die hauptsächlich aus Wasserkraft stammt. Das Andenland schöpft damit nur einen geringen Teil seines möglichen Produktionspotenzials von 45.000 Megawatt aus.

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