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Kuba legalisiert Internetzugang über private Netzwerke

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Private Netzwerke, die auf Kuba schon vielerorts entstanden sind, können ab diesem Sommer legalisiert werden
Private Netzwerke, die auf Kuba schon vielerorts entstanden sind, können ab diesem Sommer legalisiert werden

Havanna. In Kuba tritt im Sommer ein neues Gesetz in Kraft, das private und nachbarschaftlich organisierte Netzwerke legalisiert. So können auch Straßen und Gemeinden, in denen bisher noch keine Hausanschlüsse verlegt wurden, an die Internetversorgung des staatlichen Anbieters Etecsa angebunden werden.

An vielen Orten existieren bereits seit einigen Jahren kleinere und größere private Netzwerke, die vor allem zum Datentausch, für Chatgruppen und Spiele genutzt werden. Über Außenantennen erstrecken sie sich teilweise über ganze Straßenzüge hinweg. Das "SNET" (Streetnet, Straßennetzwerk) in Havanna soll rund 100.000 Nutzer zählen. Gelegentlich wird aber auch der nächste Wifi-Hotspot angezapft und für die Nachbarschaft verstärkt. Solche Anwendungen waren jedoch bisher illegal und nicht selten endete die teuer gekaufte Ausrüstung in der Asservatenkammer der lokalen Polizeistation. Das soll sich nun ändern: Das Kommunikationsministerium hat die rechtlichen Regeln veröffentlicht, um solche bestehenden Netze zu legalisieren und ruft dazu auf, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Voraussetzung ist, dass der Netzwerkadministrator, der auch Eigentümer der Wohnung mit der externen Antenne sein muss, eine Lizenz als lokaler Internetbetreiber beantragt. Diese kostet zehn Pesos (circa 40 Eurocent) und ist für zwei Jahre gültig. Kommerzielle Zwecke dürfen jedoch nicht verfolgt werden. Damit können prinzipiell beliebig große Netze, die auch kabelgebunden sein dürfen, über Häusergrenzen hinweg betrieben werden.

Wer lediglich das Signal eines öffentlichen Etecsa-Hotspots verstärken will, bekommt für den selben Preis eine fünfjährige Lizenz. Für den Unterhalt eines häuslichen WLAN-Netzwerks ist ausdrücklich keine Genehmigung erforderlich. Auch der private Import von Routern und Wifi-Antennen wird nach Inkrafttreten des Gesetzes möglich sein, die Beantragung kann online über die Seite des Kommunikationsministeriums erfolgen. Betrieben werden dürfen die Netze auf den Frequenzen zwischen 2.400 und 2.483,5 Mhz sowie 5725 bis 5850 MHz.

Kubas Regierung arbeitet seit einigen Jahren mit Hochdruck am Ausbau des Internetzugangs und der Digitalisierung der Insel. Gab es im Jahr 2014 noch einige dutzend Wifi-Hotspots, zählt das Land heute 956 öffentliche Zugangspunkte, davon in jeder Gemeinde mindestens einen. Seit 2017 wurden 80.000 neue Hausanschlüsse verlegt. Die Preise wurden in mehreren Etappen auf einen Konvertiblen Peso pro Stunde reduziert.

Seit Inbetriebnahme des mobilen Internets im Dezember 2018 nutzen heute rund zwei Millionen Kubaner das Angebot. Bis Ende des Jahres soll in jeder größeren Provinzstadt 4G-Geschwindigkeit verfügbar sein. Während drahtloser Internetzugang heute vielerorts bereits Realität ist, kommt der Ausbau der begehrten Hausanschlüsse nur schleppend voran. Die Förderung lokaler Nachbarschaftsnetzwerke könnte einen wichtigen Impuls liefern, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, bis 2020 jeden zweiten Haushalt mit Internet  zu versorgen.

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