Mexiko / Medien

Erneut ist ein Journalist in Mexiko umgebracht worden

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Meldung bei Twitter über den Mord an Nevith Condés Jaramillo
Meldung bei Twitter über den Mord an Nevith Condés Jaramillo

Mexiko-Stadt. Am 24. August ist Nevith Condés Jaramillo, Journalist aus dem Bundesstaat Estado de México und Leiter des Nachrichtenportals El Observatorio del Sur sowie Mitarbeiter der Radiosendung Radio Roca, von Unbekannten ermordet worden.

Die Leiche des 42-Jährigen wurde in der Gemeinde Tejupilco aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass der Journalist mit einer Stichwaffe getötet wurde. Die Identifizierung des Verstorbenen war anhand seines Personalausweises möglich.

Condés Jaramillo war ein investigativer Journalist und einer der Ersten, der über den Absturz eines Helikopters in der Gemeinde Sultepec im vergangenen Juni berichtet hatte. Was von den Behörden als eine Kampfhandlung gegen die organisierte Kriminalität präsentiert und dabei behauptete wurde, dass ein Drogenboss an Bord gewesen wäre, war in Wirklichkeit ein Angriff auf Zivilisten. In dem Hubschrauber saß eine alte, kranke Dame. Ihre Familie hatte den Helikopter für die Transport ins Krankenhaus gemietet.

Bei dem Angriff wurden drei Senioren verletzt. Der Pilot kam ums Leben. Seine Leiche wies eine Schusswunde im Rücken auf.

Nachdem Condés Kontakt mit den Angehörigen der Opfer aufnahm, bekam er Morddrohungen. Medienberichten zufolge soll er Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit mit dem Bürgermeister von Tejupilco, Anthony Domínguez Vargas, gehabt haben. Domínguez gehört zur Morena-Partei.

Aufgrund seiner Arbeit hatte der Journalist bereits seit 2018 Schutzmaßnahmen bei der Staatsanwaltschaft von Estado de México (FGJEM) angefordert. Diese waren aber mangelhaft: "Der Notfall-Knopf funktionierte nicht. Es kam niemand von der Staatsanwaltschaft, um zu prüfen, ob es ihm gut ginge, obwohl Condés in einer hochriskanten Region arbeitete", so sein Kollege Andrés Solís, Leiter des Nachrichtenportals Noticias CNX.

Der Mord an Cordés wurde von der Nationalen Kommission für Menschenrechte (CNDH) scharf verurteilt. Sie fordert eine zügige und gründliche Aufklärung sowie effiziente Schutzmaßnahmen für die Cordés-Familie. "Mit diesem Mord sind es seit dem Jahr 2000 153 getötete Journalisten und zwölf allein im Jahr 2019. Die Gewalt gegen Journalisten ist das größte Hindernis, um unser Land als Demokratie zu stärken", heißt es in dem Kommuniqué.

Die gleichen Forderungen haben 100 Journalisten aus dem Bundesstaat Estado de México und elf aus anderen Bundesstaaten in einem Brief erhoben, der an Präsident Andrés Manuel López Obrador, an den Gouverneur von Estado de México und an den Staatsanwalt adressiert wurde.

Mit der Forderung "Gerechtigkeit!" haben Kollegen, Angehörige sowie Hunderte von Bewohnern der Gemeinde Tejupilco Nevith Condés am Montag verabschiedet.

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