Kolumbien: Águilas Negras drohen in Bogotá

kolumbien_aguilas_negras.png

Per Whatsapp drohen die "Aguilas Negras-Bloque Capital“ mehreren Organisationen und Einzelpersonen in Bogotá
Per Whatsapp drohen die "Aguilas Negras-Bloque Capital“ mehreren Organisationen und Einzelpersonen in Bogotá

Bogotá. Die paramilitärische Organisation Águilas Negras – Bloque Capital hat mehrere Organisationen und Einzelpersonen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá zum "militärischen Ziel" erklärt. Betroffen sind unter anderem der Opferverband MOVICE, die linken Parteien Colombia Humana und Farc sowie der Politologe Ariel Ávila, der Ex-Guerillero und Autor León Valencia, der Journalist und Stadtrat Hollman Morris und der Menschenrechtsanwalt Alirio Uribe.

Valencia ist zudem Vorsitzender der Stiftung Paz y Reconciliación (Frieden und Wiedergutmachung). Er erklärte, dass solche Drohungen immer gegen diejenigen gerichtet seien, die "die Stimme erheben und die Korruption anprangern". Die Urheber seien eine "mediale Figur", deren Struktur unbekannt sei. Man wisse nicht, wer dahinter stecke, noch wie sie agierten. Es könne sogar sein, "dass Mitglieder der Streitkräfte unter diesen Namen Drohungen aussprechen", fügte er hinzu. Valencia zeigte sich besorgt über die allgemeine Gewalt, die gegenwärtig in Bogotá zu beobachten sei: "Es wurden Massengräber entdeckt, erst kürzlich gab es einen Angriff auf einen Truck voller Kokain und es werden immer mehr Gruppen des organisierten Verbrechens aktiv". Er wies zudem darauf hin, dass sich Kolumbien im Wahlkampf befindet.

Die Stiftung Paz y Reconciliación hat einige der Aggressionen in der Hauptstadt dokumentiert und laut Valencia, ist "dieser Ort sehr bedeutend für das organisierte Verbrechen", weil es in der Stadt eine große Mittelschicht und viele Besserverdienende gebe, was zu einem Anstieg des Drogenkonsums geführt habe. Zudem sei Bogotá Ausgangspunkt für Drogenexporte ins Ausland und ein wichtiger Ort für Geldwäsche. "Das macht Bogotá zu einer sehr attraktiven Stadt für illegale Geschäfte."

Nicht nur durch den gestiegenen Drogenkonsum sei Bogotá zunehmend umkämpft, sondern auch aufgrund der Korruption, denn "es ist schwer, hier Drogen reinzubringen, wenn die Polizei die Straßen streng kontrolliert. Aber manchmal leistet sie Beihilfe", kritisierte Valencia.

Angesprochen auf die Morddrohungen und die geköpften Leichen meinte Valencia, dass die Behörden die Pflicht hätten, die Bevölkerung darüber zu informieren und ihr deutlich zu machen, wie gravierend die Situation sei. Zu den Drohungen gegen seine Person erklärte Valencia, er habe alle Informationen den Ermittlungsbehörden übergeben und erwarte, dass nun ermittelt werde.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr