Frauen der Zapatisten-Guerilla in Mexiko rufen zum Kongress – ohne Männer!

1._treffen_zapatistas_image-2018-03-14-at-10.24.58-am-930x340.jpeg

Teilnehmerinnen auf dem ersten Treffen für Frauen bei den Zapatistas
Teilnehmerinnen bei dem ersten Treffen für Frauen der Zapatistas

Chiapas. Frauen der Zapatistischen Befreiungsarmee (Ejército Zapatista de Liberación Nacional, EZLN) in Südmexiko haben für Ende Dezember zum zweiten "internationalen Treffen kämpfender Frauen" aufgerufen. Es gehe bei der Zusammenkunft um den politischen, künstlerischen, sportlichen und kulturellen Austausch. Eingeladen sind Aktivistinnen, die gegen Gewalt, das Verschwindenlassen und Diskriminierung kämpfen. Die Zusammenkunft soll vom 26. bis 29. Dezember im Caracol 4 "Torbellino de Nuestras Palabras" (Wirbel unserer Worte) stattfinden. Vor allem sollen Strategien entwickelt werden, wie Gewalt gegen Frauen verhindert werden kann. Als "Caracol" (Schnecke) bezeichnen die Zapatisten seit 2003 ihre autonomen Einflussgebiete.

Wie aus der Einladung hervorgeht, war dieses Treffen ein Teil der Vereinbarung aus der ersten Beratung der Frauen. Seitdem gingen allerdings das Morden und Verschwindenlassen, die Vergewaltigungen und Diskriminierungen gegen Frauen weiter. Die Frauen seien damit allein gelassen. Teilweise werde ihnen sogar die Schuld an ihrer Lage und an ihren Schicksalen zugeschrieben. Politiker bemühten sich lediglich, sich mit Abkommen und Vereinbarungen gegen die Gewalt an Frauen zu inszenieren – allerdings geschehe nichts darüber hinaus. Entführer und Mörder könnten weiterhin auf Straflosigkeit setzen, hieß es seitens der Organisatorinnen.

Ziel des Treffens sei jedoch nicht, eine gemeinsame konkrete, verbindliche Strategie zu beschließen. Dafür seien die lokalen Gegebenheiten zu unterschiedlich, so die Zapatistas. Vielmehr gehe es um Austausch, das Zuhören und um Ratschläge für die jeweiligen Probleme. Den Abschluss bildet eine Klausur am 29. Dezember.

Im März 2018 fand am selben Ort das erste Treffen dieser Art statt (amerika21 berichtete). Damals kamen um die 8.000 Frauen zusammen. Ein für März 2019 anberaumtes Treffen konnte wegen paramilitärischer Angriffen nicht umgesetzt werden. Teilnehmen dürfen nur Frauen, Männern ist unter Voraussetzungen der Aufenthalt in einem bestimmten Bereich gestattet. Dabei gehe es nicht um Diskriminierung, sondern darum, den Frauen einen Austausch in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen, so die Zapatistinnen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr