Venezuela / Politik

Venezuela: Präsident Maduro kündigt medizinische Versorgung für Rückkehrer an

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Tausende Menschen versuchen in ihr Heimatland Venezuela zurückzukehren
Tausende Menschen versuchen in ihr Heimatland Venezuela zurückzukehren

Caracas. Aufgrund des Coronavirus erwartet die Regierung von Venezuela einen Zustrom mehrerer Tausend Rückkehrer.

Vielen Venezolanern ist es im benachbarten Kolumbien nicht möglich, während der Quarantäne ihren Lebensunterhalt im informellen Sektor zu verdienen, sodass sie in die Mittel- und Obdachlosigkeit fallen. In ihrer Heimat ist hingegen die Grundversorgung gewährleistet sowie ein Wiedersehen mit den zurückgebliebenen Familien möglich. Die kolumbianische Migrationsbehörde erklärte, einen humanitären Korridor auf der Simón-Bolívar-Brücke einzurichten, die Kolumbien und Venezuela verbindet.

Auch in Ecuador erlauben es die Quarantäne-Bestimmungen nicht, die notwendigen Mittel für den Lebensunterhalt verdienen zu können. Von dort treten ebenfalls viele Venezolaner die Reise in ihre Heimat an.

Präsident Nicolás Maduro erklärte vergangenen Sonntag, dass alle in die Heimat zurückkehrenden Landsleute angesichts der Covid-19-Pandemie medizinisch betreut werden. "Wir bereiten uns darauf vor, 15.000 Venezolaner aus Kolumbien, Ecuador und Peru zu empfangen. Zwischen gestern und heute haben wir 1.652 Landsleute empfangen, die eine angemessene medizinische Versorgung erhalten. Diejenigen, die positiv getestet werden, gehen direkt in Krankenhäuser und Diagnosezentren. Diejenigen, bei denen der Test negativ ist, gehen in Hotels und andere Orte in Quarantäne", teilte das Staatsoberhaupt mit.

Maduro forderte zudem die Teilnehmer des Gesundheitsprogramms Barrio Adentro, das Millionen Venezolaner aus den Armenvierteln kostenfrei medizinisch versorgt, das Gesundheitsministerium, kommunale Organisationen, die Miliz und die Streitkräfte dazu auf, ihre Bemühungen zur Aufdeckung von Ansteckungsfällen in den Gemeinden zu intensivieren.

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Ärzte aus China gehen mit Mitarbeitern eines Diagnosezentrums in Los Jardines de El Valle in Caracas von Haus zu Haus
Ärzte aus China gehen mit Mitarbeitern eines Diagnosezentrums in Los Jardines de El Valle in Caracas von Haus zu Haus

Die medizinische Versorgung ist angesichts der wirtschaftlichen Lage stark angespannt. Um einer Krise entgegenzuwirken, sollen nach Vereinbarungen mit Hotelketten weitere 4.200 provisorische Krankenhausbetten in das öffentliche Gesundheitssystem aufgenommen werden. Zudem führen über 13.000 Ärzte derzeit Hausbesuche durch.

Verstärkt wird die kritische Gesundheitssituation in Venezuela durch die Politik der USA: Die Regierung von Donald Trump lehnt eine temporäre Aufhebung der einseitig verhängten Sanktionen kategorisch ab, was auch den Gesundheitssektor Venezuelas behindert.

Mit einem Kopfgeld, das die USA auf Maduro und weitere Regierungsvertreter wegen angeblichen Drogenhandels ausgestetzt haben, soll der Druck auf die Regierung Venezuelas weiter erhöht werden. Hinzu kommen militärische Drohgebärden: Kriegsschiffe, Flugzeuge und Bodentruppen wurden ins Karibische Meer und damit in die Nähe des südamerikanischen Landes geschickt. Begründet wird dies mit der Bekämpfung des Drogenhandels.

Medizinische Hilfe kommt hingegen aus Kuba, China und Russland.

Kuba entsandte 137 Ärzte, zudem kommt das bereits in China erfolgreich eingesetzte kubanische Medikament Interferon Alpha 2b zum Einsatz. China schickte Ärzte und Ausrüstung, unter anderem 500.000 Diagnose-Sets, Schutzkleidung und -masken.

Von der Russischen Föderation, der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen erhielt Venezuela mehr als 90 Tonnen humanitäre Hilfspakete zur Bekämpfung von Covid-19.

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