Gemeindesprecher und feministische Aktivistin in Kolumbien ermordet

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Die Gewalt und die tödlichen Angriffe auf soziale und politische Aktivisten nehmen in Kolumbien kein Ende
Die Gewalt und die tödlichen Angriffe auf soziale und politische Aktivisten nehmen in Kolumbien kein Ende

Alto Guapi, Kolumbien. Im kolumbianischen Departamento Cauca ist ein weiterer sozialer Anführer ermordet worden. Gracelio Micolta war Mitglied des Gemeinderats der Ortschaft Alto Guapi. Er war mit dem Kanu zu einem Treffen in seiner Gemeinde unterwegs, als er vermutlich von einer irregulären militärischen Organisation abgefangen und getötet wurde. Der Vorfall ereignete sich bereits am Montag vergangener Woche.

Das Institut für Friedens- und Entwicklungsstudien (Instituto de estudios para el desarrollo y la paz, Indepaz) führt detaillierte Aufzeichnungen über jede der im Land getöteten Personen durch. Gracelio Micolta ist demnach der 63. soziale Anführer, der 2020 in Cauca getötet wurde. Damit nimmt diese Region den ersten Platz ein, wenn es um ermordete indigene, afrokolumbianische, bäuerliche, zivilgesellschaftliche oder Gewerkschaftsaktivisten geht.

Auch Frauen sind in dem südamerikanischen Land häufig gezielt Opfer von Gewalt. Vergangene Woche wurde die feministischen Aktivistin Daniela Quiñones getötet. Die Leiche der 23-jährigen Studentin wurde von Feuerwehrleuten am 16. Juni im Fluss Cauca gefunden. Laut Untersuchungen wurde sie bereits zwei Tage zuvor, am frühen Sonntagmorgen in Marmato (Departamento Caldas) umgebracht. Dort hielt sie sich seit einigen Monaten auf, um während der Quarantäne im Haus ihrer Mutter zu arbeiten. Am Abend vor ihrem Tod ging sie mit Freunden auf eine Feier. Dies war das letzte Mal, dass sie lebend gesehen wurde.

Gutachter stellten fest, dass die junge Frau geschlagen, erstickt und entkleidet in den Fluss geworfen wurde. Als verdächtig gilt ein 33-jähriger Mann, den die Studentin am Sonntagabend kennengelernt hatte und der Kratzwunden im Gesicht aufweist. Gegen ihn laufen Mordermittlungen.

Quiñones studierte im achten Semester Betriebswirtschaft an der Universität von Medellín. Sie setzte sich unter anderem für Gleichberechtigung und Frauenrechte ein. Ob es sich um einen politischen Mord handelt, ist noch unklar.

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