Präsident von Kuba: Trump ist ein politischer Analphabet

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Trump bei seinem Besuch im Southcom-Hauptquartier in Doral, Florida. Neben ihm der Chef des Südkommdandos, Admiral Craig Faller
Trump bei seinem Besuch im Southcom-Hauptquartier in Doral, Florida. Neben ihm der Chef des Südkommdandos, Admiral Craig Faller

Havanna. Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel hat diejenigen Personen als "politische Analphabeten" bezeichnet, die vorgeben, Kuba und Venezuela "befreien" zu wollen. Er reagierte damit auf die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gegen diese beiden Staaten.

Der auf Wahlkampftour befindliche Trump hielt am vergangenen Freitag eine Rede im Hauptquartier des U. S. Southern Command in Doral, Südflorida. Das Southcom ist verantwortlich für die Koordination und Führung der militärischen Operationen der USA in Lateinamerika und der Karibik. Dabei versprach er, den "Kampf gegen den Drogenhandel und gegen die sozialistische Regierung Venezuelas" weiter zu verstärken. Er traf in Doral außerdem mit Exil-Kubanern und -Venezolanern zusammen.

Trump betonte, er habe "eine Welle militärischer Aktivitäten" in der Region in Gang gesetzt, "wie es sie in der jüngeren Geschichte noch nie gegeben hat". Er kündigte zudem neue und bessere Ausrüstung für die Streitkräfte an, um "die finsteren Verbrecherkartelle" zu bekämpfen, die versuchten, Drogen in die USA zu bringen. "Kein Gegner kann es mit der überwältigenden Macht der US-Armee, Marine, Luftwaffe, Küstenschutz und Marines aufnehmen". Er wiederholte, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro aus dem Amt gebracht und der oppositionelle, selbsternannte "Interimspräsident" Juan Guaidó eingesetzt werden solle. "Wir werden für Venezuela kämpfen und wir kämpfen weiter für unsere Freunde in Kuba", versicherte er.

Dazu äußerte Diaz-Canel, dass "diejenigen, die die Geschichte unserer Völker ignorieren, nicht über die zwei freien und souveränen Nationen sprechen, die dem Imperium mehr als eine Niederlage zugefügt haben". Er fragte zudem, was die Trump-Regierung eigentlich vorhabe, wenn sie immer mehr aggressive Pläne gegen Kuba und Venezuela schmiede, anstatt sich dem Epizentrum der Corona-Pandemie im eigenen Land zu stellen.

Das Gespräch Trumps mit Exilanten aus Kuba und Venezuela, bei dem er die offensive Politik seiner Regierung gegen beide Länder betonte, fand in der "Doral Jesus Church" teil. Der Angreifer, der am 30. April mit einem Sturmgewehr die kubanische Botschaft in Washington beschossen hatte, stand mit dieser Kirche in Verbindung, wie Kubas Außenminister Bruno Rodríguez informierte. Auch er wies die Drohungen und Verbalattacken des US-Präsidenten zurück und kritisierte diese als "verlogene Wahlkampfmanöver".

Der venezolanische Innenminister Nestor Reverol erklärte zu den Vorwürfen Trumps: "Venezuela hat den Drogenhandel bekämpft und wird dies weiter tun und weiterhin für Prävention und internationale Zusammenarbeit sorgen." Zugleich wies er darauf hin, dass die USA der weltweit größte Verbraucher von Drogen seien, dass sie dafür jedoch lediglich die Erzeugerländer kritisieren und kontrollieren, statt im eigenen Land die Ursachen zu bekämpfen.

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