Brasilien / Soziales

"Bischof der Armen": Trauer und Anerkennung nach Tod von Pedro Casaldáliga in Brasilien

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Pedro Casaldáliga widmete sein Leben der Verteidigung des Amazonas und seiner Kulturen
Pedro Casaldáliga widmete sein Leben der Verteidigung des Amazonas und seiner Kulturen

São Paulo. Persönlichkeiten und Regierungsvertreter in Lateinamerika haben sich betroffen vom Tod des katholischen Bischofs und Befreiungstheologen Pedro Casaldáliga gezeigt. Der "Bischof der Armen" war am Samstag im Alter von 92 Jahren auf der Intensivstation eines Krankenhauses der brasilianischen Metropole São Paulo gestorben. Dort war der Geistliche des Claretiner-Ordens seit dem Dienstag vergangener Woche in Behandlung.

"Venezuela drückt seine tiefe Trauer über den Tod des Bischofs der Armen, Don Pedro Casaldáliga, aus. Er hat das Evangelium der Gerechtigkeit, des Friedens und der Befreiung gepredigt und es durch sein Beispiel und seine mutige Haltung aller Drohungen gegen sein Leben zum Trotz kompromisslos gelebt", sagte der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza.

Auch Omar Valiño, Direktor der kubanischen Nationalbibliothek, beklagte den Tod des Bischofs und erinnerte an sein humanistisches Vermächtnis: "Pedro Casaldáliga, dieser Christus auf Erden, der den wahren revolutionären christlichen Wert verkörperte, ist in Brasilien verstorben. Fidel [Castro] gab ihm jene Stiefel, mit denen Don Pedro in den Vatikan ging, um seine radikalen Ideen vor Kurie zu verteidigen. Wir gedenken seiner", so Valiño. Venezuelas Kulturminister Ernesto Villegas postete in sozialen Netzwerken das Cover eines 1992 erschienenen Buch Casaldáligas mit dem Titel "Spiritualität der Befreiung".

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Casaldáligas Leichnam wird in Sao Felix do Araguaia in Matto Grosso beigesetzt, dem Ort, den er nie verlassen wollte. Der Vordenker der Theologie der Befreiung war aus dem Amazonas nach São Paulo gebracht worden, um dort wegen einer Lungenentzündung im Zusammenhang mit einem Pleuraerguss behandelt zu werden.

Der Katalane, der 1971 zum Bischof ernannt worden war, lebte einen großen Teil seines Lebens im Amazonasgebiet an der Seite sozial marginalisierter und verfolgter indigener Stämme. Jahrzehntelang kämpfte der Befreiungstheologe dafür, die katholische Kirche von innen heraus zu reformieren. Seit 1968 lebte er in Brasilien. 

Casaldáliga gehörte auch zu den Mitbegründern des Nationalen Indigenen Rates des Landes. Seine Verteidigung der Ureinwohner setzte ihn mehr als einmal Todesdrohungen aus. Dennoch hatte er den Amazonas nie verlassen.

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