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Delegation aus China beginnt in Peru mit Impfstudie

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Außenminister Mario López empfängt die chinesische Delegation in Lima
Außenminister Mario López empfängt die chinesische Delegation in Lima

Lima. Am Mittwoch ist eine Delegation des staatlichen chinesischen Pharmakonzerns Sinopharm in der peruanischen Hauptstadt Lima eingetroffen. Ihre Mission: Die Durchführung einer Phase-3-Impfstudie eines Anti-Coronavirus-Wirkstoffes mit 6.000 Probanden – der ersten dieser Art in Peru.

Gesundheitsministerin Pilar Mazzetti und Außenminister Mario López nahmen die Delegation persönlich in Empfang. "Das hier ist die erste [Impfstudie in Peru] und sie hat eine große Bedeutung für uns, denn wir versuchen das Verfahren so gut es geht zu beschleunigen, ohne dabei die nötige Qualität aus den Augen zu verlieren", äußerte sich die Ministerin.

Außenminister López sieht in der Kooperation mit Sinopharm eine neue Stufe der peruanisch-chinesischen Beziehungen und betonte: "Der Zugang zu einer Impfung gegen Covid-19 ist von nationalem Interesse."

Die Tests sollen unter Leitung der National-Universität San Marcos und der Medizinhochschule Cayetano Heredia erfolgen. 6.000 Personen zwischen 18 und 75 Jahren werden kommende Woche unter Freiwilligen ausgewählt.

Bereits seit August ist die peruanische Regierung unter Präsident Martín Vizcarra im Gespräch mit insgesamt fünf Forschungslaboren, um genügend Impfstoff für das Land zu sichern. Vizcarra kündigte an, wenn es einen geeigneten Impfstoff gibt, würde dieser schnellst möglich zugelassen werden. Dafür werde er für den Ausnahmefall das normalerweise nötige nationale Zulassungsverfahren von 6 Monaten auf nur 15 Tage reduzieren.

Noch im September soll eine weitere Phase-3-Studie der Universität Oxford im Andenstaat stattfinden. Geplant sind Tests an 3.000 Menschen.

Peru ist das Land mit den meisten Todesopfern durch das Lungenvirus relativ zur Einwohnerzahl. Knapp 9 von 10.000 Peruanern sind seit März an Covid-19 verstorben. Jeder fünfzigste Einwohner wurde bereits positiv auf das Virus getestet.

Stichproben führen zu Schätzungen, dass sich in manchen stark betroffenen Regionen wie dem Amazonas-Departamento Loreto bereits über 70 Prozent der Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert haben.

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