Kolumbien: Ankündigung landesweiter Proteste setzt Regierung unter Druck

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Für den 21. Oktober ist in Kolumbien ein landesweiter Streik angekündigt
Für den 21. Oktober ist in Kolumbien ein landesweiter Streik angekündigt

Bogotá. Das Nationale Streikkomitee Kolumbiens, das die Proteste gegen die Regierung von Präsident Iván Duque organisiert, hat für den 21. Oktober einen nationalen Tag der Mobilisierung ausgerufen, um "für die Verteidigung des Lebens und der Demokratie" zu demonstrieren. Die Organisation fordert die Aushandlung eines nationalen Notfallplans. Dieser soll in seinen 104 Punkten unter anderem ein Grundeinkommen, den Schutz von Frauen und anderen gefährdeten Gruppen, die Rettung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie den Arbeitsschutz umfassen.

Diógenes Orjuela, Präsident der Central Unitaria de Trabajadores, der größten Gewerkschaftsorganisation des Landes, erklärte, der Streik habe zum Ziel, die Ablehnung der Massaker und Morde im ganzen Land zum Ausdruck zu bringen und zum Frieden aufzurufen. In der Bevölkerung gebe es viel Kritik am Agieren der Regierung, den während der Covid-19-Pandemie erlassenen Notstandsverordnungen, an der mangelnden Anerkennung der sozialen Organisationen sowie an verschiedenen Gerichtsurteilen.

Auch der Kolumbianische Verband der Pädagogen schließt sich dem Streik an. Dessen Präsident Nelson Alarcón betonte, die Lehrkräfte befürchteten, die Regierung wolle das Bildungswesen privatisieren. Auch die Rückkehr zum Unterricht inmitten der Corona-Pandemie stoße auf Ablehnung.

Der Streik wird unter anderem von Studierenden- und Bauernorganisationen, Frauenvereinigungen sowie von LGBTI- und Afro-Gemeinschaften unterstützt.

Eine Woche später, vom 29. Oktober bis 2. November, soll eine "humanitäre Karawane" zu einem Protestmarsch aufbrechen. Mehr als 30 soziale Organisationen nehmen an der Karawane teil, die durch die Region Cañón Del Micay im Departamento Cauca zieht. Cauca ist besonders stark von bewaffneten Konflikten betroffen. Alleine im März dieses Jahres fanden dort drei Massaker statt. Zudem kommt es dort zu vielen Morden an Gemeindeführern, politischen Verantwortungsträgern und Bauern.

Die Karawane konzentriert sich auf den Cañón Del Micay, da in diesem Gebiet die Gewalt besonders zugenommen hat. Sie wird in die Gemeinden Argelia und El Tambo ziehen, um den bäuerlichen, afro-kolumbianischen und indigenen Gemeinschaften zu helfen, ihren Problemen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Diese leiden stark unter den bewaffneten Konflikten in der Region.

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