Ecuador / Politik

Präsidentschaftswahlen in Ecuador: Andrés Arauz vorne, Stichwahl nötig

Kandidat des linken Bündnisses Unes gewinnt mit deutlichem Abstand. Kopf-an-Kopf-Rennen der Nächstplatzierten Lasso und Pérez

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Muss in die Stichwahl: Linkskandidat Andres Arauz, Sieger der ersten Runde am 7.Februar
Muss in die Stichwahl: Linkskandidat Andres Arauz, Sieger der ersten Runde am 7.Februar

Quito. Andrés Arauz vom linken Bündnis Union für die Hoffnung (Unes) hat mit großem Abstand die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Ecuador gewonnen. Allerdings wird er sich einer Stichwahl stellen müssen, die am 11. April stattfinden soll.

Nach Auszählung von 96,8 Prozent der Stimmen liegt Arauz bei 31,7 Prozent. Der Neoliberale Guillermo Lasso von Creo  und der Kandidat der indigenen Organisation Pachakutik, Yaku Pérez, liegen mit 20,05 und 19,85  Prozent eng beieinander und haben sich in den letzten Stunden um Platz zwei abgewechselt. Für eine Überraschung sorgte mit 16,16 Prozent das Ergebnis des Unternehmers Xavier Hervas für die Organisation Demokratische Linke (ID).

Offen bleibt also bislang, wer neben Arauz der zweite Kandidat für die Stichwahl sein wird, da die Auszählung der Stimmen andauert. Die bisherigen Ergebnisse weichen sowohl von den Umfragen vor der Wahl als auch von den Nachwahlbefragungen ab. Diese sagten einen größeren Anteil für Arauz und einen geringeren für Pérez voraus. In allen Fällen lag jedoch der Unes-Kandidat mit Abstand an erster Stelle.

Die Zahlen für die Abgeordneten der Nationalversammlung, die ebenso zur Abstimmung stand, stehen noch nicht fest.

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In einigen Ländern, wie zum Beispiel in Italien, konnten im Ausland weilende Wahlberechtigte die Abgeordneten für das Andenparlament nicht mitbestimmen, da die Wahlunterlagen nicht ausgeliefert wurden.

Der Tag des Urnenganges war geprägt von vielen Beschwerden über lange Schlangen an den Wahllokalen. Die Wahlbehörde (CNE) entschuldigte sich am späten Nachmittag für die Probleme. Die Vorsitzende, Diana Atamaint, erklärte, um elf Uhr (Ortszeit) seien alle Wahllokale geöffnet gewesen. Dies hätte jedoch bereits ab sieben Uhr der Fall sein sollen. In der Vergangenheit kamen Verspätungen und Störungen in viel geringerem Umfang vor (die Autorin hat an drei Wahlen in Ecuador als Wahlbeobachterin teilgenommen).

Zur Zeit der Schließung der Wahllokale um 17 Uhr gab es vor vielen noch lange Schlangen. Der CNE erlaubte jedoch nicht, dass diese Personen ihr Wahlrecht noch wahrnehmen konnten. Trotz Wahlpflicht in Ecuador betrug die Enthaltung laut CNE rund 19 Prozent.

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