Aus Protest hacken mexikanische Feministinnen den Twitter-Account von Morena

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Feminonymos Mexiko hackte den Twitter-Account der Morena-Partei (ScreenShot)
Feminonymos Mexiko hackte den Twitter-Account der Morena-Partei (ScreenShot)

Mexiko. Die feministischen Hackerinnen von Feminonymos Mexiko haben am 8. März den Twitter-Account der Morena-Partei (Bewegung der Nationalen Erneuerung) gehackt.

Für einige Minuten blockierten sie das Social-Media-Konto, um ihre Botschaften an den amtierenden Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (Amlo) in einem Video bekannt zu machen.

In ihrer ersten Botschaft fordern die Feministinnen López Obrador auf, den politischen Pakt mit Felix Salgado Macedonio, Morena-Kandidat als Gouverneur für den Bundesstaat Guerrero, zu brechen: "Botschaft für den Präsidenten López Obrador, breche den Pakt! Anderenfalls wird brennen, was brennen muss!", war auf den Twitter-Konto von Morena zu lesen.

Macedonio belasten mehrere Anzeigen wegen sexueller Übergriffe und Gewaltanwendungen gegen Frauen.

Zudem hat die investigative Journalistin, Anabel Hernández, eine Verwicklung von Macedonio während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Acapulco (2006-2008) mit den Drogenkartellen "La Barbie" und "Beltrán Leyva" untertsucht.

In dieser Zeit war der internationale Badeort das Handelszentrum dieser beiden Drogenkartelle geworden. Acapulco wurde ein wichtiger Hafen für Drogenschmuggel aus Südamerika. Die Droge wurde von dort aus Richtung USA weitertransportiert, so die Recherche von Hernández.

Die zweite Botschaft von Feminonymos wird in einem 1:57 Minuten langen Video durch eine schwarz vermummte Frau vorgelesen: "Wir sind mexikanische Frauen. Die Zeit ist gekommen, um die Kontrolle zu übernehmen. Wir werden nicht mehr tatenlos zusehen, wie sie uns belästigen, umbringen oder vergewaltigen."

In Mexiko werden im Durchschnitt zwölf Frauen am Tag ermordet. 99 Prozent der Morde bleiben unbestraft. Täter sind dabei nicht nur Ex- oder aktuelle Partner der Opfer, sondern auch Mitglieder des organisierten Verbrechens.

Letzten November hatten zum traditionellen Tag der Toten in Mexiko Frauen in der Hauptstadt und an anderen Orten des Landes der Opfer von Femiziden gedacht. Die Zahlen waren im Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen. Von Januar bis Juli 2020 wurden laut Polizei 2.240 Frauen umgebracht, rund drei Prozent mehr als 2019.

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