Zapatisten und indigenes Bündnis in Mexiko wollen Vernetzung stärken

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CNI und EZLN:  "Es ist nicht an der Zeit zu kapitulieren, sich zu verkaufen oder zurückzuweichen"
CNI und EZLN: "Es ist nicht an der Zeit zu kapitulieren, sich zu verkaufen oder zurückzuweichen"

Mexiko-Stadt. Im Januar findet in Tepotzlán im Bundesstaat Morelos eine Versammlung des Nationalen Indigenen Rates (Congreso Nacional Indígena, CNI) gemeinsam mit der Zapatistischen Befreiungsarmee (EZLN) statt. Bei dem Treffen soll eine "Bilanz der Ausbeutung und des kapitalistischen Krieges" der Regierung gegen betroffene Gemeinden im ganzen Land gezogen werden. Ein weiteres Thema ist die Beteiligung einer Delegation des CNI an der geplanten globalen Rundreise der Zapatisten, die im April 2021 in Europa beginnen soll.

In der Verkündung der Zusammenkunft prangern CNI und EZLN die Militarisierung des Landes, die Einführung der Nationalgarde sowie die "Komplizenschaft zwischen dem Staat und den kriminellen Drogenkartellen" an. Die gewaltsame Repression gegen die indigenen Gemeinden bediene sich auch der paramilitärischen Drogenarmeen, welche  "ausbeuterische Projekte überhaupt erst ermöglichen", so das Dokument.

Das CNI und die EZLN kritisieren ebenso die Megaprojekte, die die Regierung von Andrés Manuel López Obrador (Amlo) im Namen der sogenannten "vierten Transformation" begonnen hat oder fortsetzt. Dazu gehören die Zugstrecke Tren Maya in den südlichen Bundesstaaten und der geplante Güterkorridor durch den Isthmus von Tehuantepec in den Bundesstaaten Oaxaca und Veracruz. Problemtisch sei ebenfalls das Wärmekraftwerk in Huexca (Proyecto Integral Morelos, PIM) in den Bundesstaaten Morelos, Puebla und Tlaxcala. Samir Flores Soberanes, Aktivist und Gegner des Projekts, wurde im Februar 2019 getötet.

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Neben der Zunahme der Repression wachse allerdings auch der Widerstand, heißt es in dem Schriftstück. In diesem Sinne wird an die Aktionen der organisierten Gruppen in den Großstädten erinnert. Erst im November hatten in Mexiko-Stadt Otomí und Mazahua-Indigene Wohnraum für sich erstritten. Zu den Beteiligten, die in der Hauptstadt das Gebäude des Nationalen Instituts für indigene Völker (INPI) besetzten, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, gehörten auch Mitglieder des CNI und Anhänger der EZLN.

 "Es ist nicht an der Zeit zu kapitulieren, sich zu verkaufen oder zurückzuweichen, wenn die Mutter Erde und das gute Leben vor den Regierungen, den Unternehmen, Militärs und Drogenkartellen zu schützen ist", appellieren CNI und EZLN an ihre Unterstützer. Aufgrund der aktuellen Situation und der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wird die Teilnahme an der Versammlung im Januar auf maximal zwei Vertreter pro Gemeinde oder Organisation begrenzt. Interessierte Außenstehende können nur über eine explizite Einladung von Kommissionsmitgliedern des CNI Zutritt erhalten.

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