Brasilien / Politik

Brasilien: Ex-Präsident Lula kündigt Kandidatur für 2022 an

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Will im kommenden Jahr wohl wieder Präsident von Brasilien werden: Lula da Silva
Will im kommenden Jahr wohl wieder Präsident von Brasilien werden: Lula da Silva

São Paulo. Nachdem der Oberste Gerichtshof seine Haftstrafe aufgehoben hat, will der frühere brasilianische Staatschef Lula da Silva für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2022 erneut kandidieren. "Wenn ich gesund bleibe und es nötig ist, meine Aufgabe zu erfüllen, könnt ihr sicher sein, dass ich in den Ring steige", sagte Lula da Silva dem portugiesischen Fernsehsender RTP.

Dabei stellte er aber auch klar, dass die Kandidatur keine Priorität für ihn habe. Er wolle das Jahr 2022 abwarten und das politische Panorama sehen, das sich bis dahin entwickle. Eines sei für den Ex-Präsidenten sicher: "Der amtierende Staatschef Jair Bolsonaro darf nicht länger Brasilien regieren." Von 2003 bis 2011 war der linke Politiker Lula selbst bereits Präsident von Brasilien. Der 75-Jährige saß 580 Tage in Haft und war seit November 2019 vorläufig auf freiem Fuß.

Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte Anfang März seine Verurteilung wegen Korruption und Geldwäsche annulliert, auch wegen der Parteilichkeit des Richters Sérgio Moro. Lulas Anwälte kommentierten das folgendermaßen: "Wir haben immer aufgezeigt, dass Moro nie als Richter gehandelt hat, sondern als persönlicher und politischer Gegner des Ex-Präsidenten Lula." In einer Rede kurz nach der Annulierung des Prozesses hatte Lula erklärt, er sei "das Opfer der größten Justiz-Lüge in 500 Jahren Geschichte" gewesen.

Bereits bei der den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2018 hatte Lula antreten wollen, jedoch hatte der Prozess gegen ihn damals eine Kandidatur verhindert. Nun ist der Weg für eine erneute Kandidatur im kommenden Jahr wieder frei.

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