Journalist und Umweltaktivist in El Salvador festgenommen

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Menschenrechtsorganisation in El Salvador setzt sich für den Journalisten Eduardo Barahona ein
Menschenrechtsorganisation in El Salvador setzt sich für den Journalisten Eduardo Barahona ein

San Salvador. Die Nationale Zivilpolizei (PNC) von El Salvador hat den Journalist Eduardo Barahona in seinem Haus festgenommen. Seine Verteidigung und Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Ermittlungsmethoden der Behörden.

Barahona arbeitet schwerpunktmäßig zu Themen rund um Umweltkrisen in El Salvador, Honduras und Guatemala. Neben seiner Tätigkeit als Reporter engagiert er sich in der Umweltorganisation Unes (Ökologische Einheit El Salvadors) und ist Aktivist der Nationalen Allianz gegen die Wasserprivatisierung.

Laut Medienberichten wird dem Journalisten vorgeworfen, am 19. März 2015 in San Vicente am Kauf eines Fahrzeugs im Wert von 9.600 US-Dollar beteiligt gewesen zu sein, der mit einem ungedeckten Scheck getätigt worden sei. Angeblich habe er den Wagen zwei Tage später für die Hälfte des Kaufpreises weiterverkauft. Freund:innen und Bekannte Barahonas geben jedoch an, dass dem Beschuldigten wenige Tage zuvor in einem Bus sämtliche Dokumente gestohlen wurden. Kommiliton:innen der Universität von El Salvador berichten, dass Barahona zum Zeitpunkt der Ereignisse ein aktiver Student war und an künstlerischen Workshops in San Salvador teilgenommen hat. Seine Familie gibt an, dass er nie in San Vicente gelebt oder dort Aktivitäten ausgeübt habe.

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Laut Angaben der Verteidigung gibt es in dem Fall einige Ungereimtheiten. So habe der Geschädigte Barahona erst 18 Monaten nach den Ereignissen auf einem Foto wiedererkannt. Auch würde das Foto des Personalausweises, der beim Wiederverkauf des Fahrzeuges genutzt wurde, nicht mit dem Aussehen des Journalisten übereinstimmen. Daneben werden weitere Ungereimtheiten in den Aussagen des Zeugen bemängelt.

Barahona erhält von zahlreichen Organisationen und sozialen Bewegungen in El Salvador Unterstützung. Die Menschenrechtsorganisation Fespad forderte die Staatsanwaltschaft auf, nicht nur Hinweisen eine Bedeutung beizumessen, die für eine Schuld eines Verdächtigen sprechen könnten, sondern auch Argumente für dessen Unschuld in Betracht zu ziehen. Fespad erinnert in diesem Zusammenhang an die Fälle von Wendy Morales und Daniel Alemán, die ebenfalls aufgrund unzureichender Ermittlungen ihrer Freiheit beraubt wurden.

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