Südamerika / Politik

Unasur begeht Jubiläum, Pläne für eine wiederbelebte Union

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Die Unasur hatte stark unter dem Rechtsruck in Lateinamerika zu leiden
Die Unasur hatte stark unter dem Rechtsruck in Lateinamerika zu leiden

La Paz. Im Jahr 2008 ist der 17. April zum "Tag der Union südamerikanischer Nationen (Unasur)" erklärt worden. Zum diesjährigen Jubiläum verwies der ehemalige Präsident von Bolivien, Evo Morales, auf das Vorhaben, das Integrationsprojekt, das in den letzten Jahren herbe Rückschläge erlitt, in Form einer "Union der Völker Südamerikanischer Nationen" (Runasur) wiederzubeleben.

Dieser Tag nimmt Bezug auf den ersten südamerikanischen Energiegipfel, der am 17. April 2007 auf der Insel Margarita in Venezuela stattfand. Die Unasur entstand ein Jahr später als progressives Projekt zur Integration der südamerikanischen Länder, das vom verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez initiiert und von anderen Präsidenten der Region wie Lula da Silva (Brasilien), dem 2010 verstorbenen Néstor Kirchner (Argentinien), Rafael Correa (Ecuador) und Evo Morales unterstützt wurde.

Mit der Organisation sollten die regionale Integration in den Bereichen Energie, Bildung, Gesundheit, Umwelt, Infrastruktur, Sicherheit und Demokratie befördert und die Beziehungen zwischen den zwölf Mitgliedsstaaten gestärkt werden.

Allerdings erlitt die Unasur in den letzten Jahren einige herbe Rückschläge. Die Krise begann 2017, als sich die inzwischen mehrheitlich rechts regierten und neoliberal ausgerichteten Mitgliedsstaaten nicht auf einen neuen Generalsekretär einigen konnten. Die Situation wurde durch widersprüchliche Positionen zur Krise in Venezuela noch verschärft. Im April 2018 setzten Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Paraguay und Peru ihre Teilnahme und Finanzierung aus.

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Doch die Union soll erneut gestärkt werden. Dies betonte der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza bereits bei einem virtuellen internationalen "Forum der Völker und Organisationen des Abya Yala zum Aufbau eines Plurinationalen Amerikas" im Dezember 2020. Die Unasur sei nicht tot: "Wir müssen in den Dialog mit den Regierungen gehen, es muss eine Agenda für den Übergang geben", sagte Arreaza. Zuvor hatte auch Argentiniens Präsident Alberto Fernández die Notwendigkeit betont, das Bündnis "neu zu verfassen", sodass "alle Völker Lateinamerikas vertreten seien, unabhängig von Ideologien".

Bei besagtem Treffen in Bolivien wurde zudem der Startpunkt für die Gründung von Runasur, einem Zusammenschluss der sozialen Bewegungen und indigenen Völker der Region, auf den 24. bis 26. April 2021 gelegt. Dieser versteht sich als Pendant zum Staatenbündnis Unasur.

Eine Kommission von Vertreter:innen Boliviens, Argentiniens, Ecuadors und Venezuelas unter Beteiligung von Indigenen, Fachexpert:innen und Intellektuellen aus zwölf Ländern wurde gebildet, um das Gründungstreffen vorzubereiten.

"Die rechtsgerichteten Länder haben Unasur zerschlagen. Die sozialen Bewegungen schaffen jedoch Runasur, um ganz Südamerika zu integrieren. Wir bleiben nicht hier stehen, denn unser Kampf ist nicht nur national, er ist international", sagte Morales dazu bei einer Versammlung der regierenden Bewegung zum Sozialismus am Samstag in La Paz.

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