Chile / Politik

Chile kündigt Austritt aus dem Staatenbündnis Unasur an

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Ist Prosur das neue Bündnis der rechten Politik in Amerika?
Ist Prosur das neue Bündnis der rechten Politik in Amerika?

Santiago de Chile. Anfang dieser Woche hat Chiles Präsident Sebastían Piñera den offiziellen Austritt aus dem Regionalbündnis Union südamerikanischer Nationen (Unasur) angekündigt. Brasilien und Argentinien hatten erst vor wenigen Tagen den selben Schritt bekanntgegeben. Chile hatte bereits vor einem Jahr zusammen mit anderen rechts regierten Staaten Südamerikas die Mitgliedschaft suspendiert.

Als Grund nannte Piñera gegenüber dem Parlament, dass die Organisation seit mehr als 24 Monaten nicht aktiv gewesen sei, keinen Generalsekretär habe, sich von ihren Gründungsprinzipien entfernt und in eine politische Institution verwandelt habe.

Die Abkehr vom 2008 von den damals linksgerichteten Regierungen von Venezuela, Bolivien, Brasilien, Argentinien, Ecuador und Chile gegründeten Bündnis ist eine logische Konsequenz der internationalen Politik Chiles. Nachdem Piñera den selbsternannten Interimspräsidenten Venezuelas, Juan Guaidó, offiziell unterstützte, gehörte er zu den Mitbegründern des neuen Staatenbündnisses "Forum für den Fortschritt Südamerikas" (Foro para el Progreso de América del Sur, Prosur). Ihm gehören auch Argentinen, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Peru und Guayana an. Dieses neue Bündnis setzt sich zum Ziel, die angeblich zu politisierte Unasur durch ein "unpolitisches" Bündnis zu ersetzen, das einzig und allein die wirtschaftliche Integration der Mitgliedstaaten zum Ziel hat.

Die Unasur hatte sich zum Ziel gesetzt, die politische und wirtschaftliche Integration und die Unabhängigkeit von den USA zu stärken. Dagegen zeigt sich das neue Bündnis offen gegenüber der politischen Einflussnahme der USA. Selbst die New York Times kommentierte, dass die Gründung von Prosur und die Aufgabe der Unasur "die einzige Möglichkeit zur Integration aller südamerikanischen Staaten zerstört".

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