Venezuela / Soziales

Venezuela erhält Impfstoffe über Covax-Mechanismus der WHO

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Bislang wurden ältere Menschen in Venezuela mit Sputnik V geimpft. Nun sollen über den Covax-Mechanismus auch andere Vakzine eingesetzt werden
Bislang wurden ältere Menschen in Venezuela mit Sputnik V geimpft. Nun sollen über den Covax-Mechanismus auch andere Vakzine eingesetzt werden

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat informiert, dass die zweite ausstehende Rate von einem Gesamtbetrag von 120 Millionen US-Dollar an Covax beglichen wird. Covax steht für "Covid-19 Vaccines Global Access" und ist eine Initiative im Rahmen der Weltgesundheitsorganisation, die benachteiligte Länder beim Zugang zu Impfstoffen unterstützen will. Das Land bekomme nun insgesamt elf Millionen Dosen. Vergangene Woche seien die Details mit der Weltgesundheitsorganisation abgestimmt worden, man warte bereits auf den Verteilungsplan.

"Dank der venezolanischen Zentralbank ist es gelungen finanzielle Ressourcen freizusetzen, um die Beschaffung der Impfstoffe für das venezolanische Volk zu gewährleisten", sagte der Präsident.

Maduro versicherte, seine Regierung arbeite weiterhin daran, die von der Opposition um den Politiker Juan Gauidó und den USA blockierten Vermögenswerte zurückzuerlangen. Unter anderem sollten Ressourcen beschafft werden, um die Forschungsarbeit fortzusetzen und weitere Vakzine zu erhalten. Venezuela arbeite "mit seinen Verbündeten und strategischen Freunden in der Welt" zusammen, um Medikamente zur Linderung von Covid-19 und Lösungen für das Impfstoffproblem zu finden.

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Die venezolanische Regierung und Guaidó hatten sich unter Vermittlung der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation Mitte März nach langen Verhandlungen über die Freigabe von Mitteln geeinigt, um den Kauf von Covax-Vakzinen zu ermöglichen. Zuvor hatte die US-Regierung ihre Zustimmung signalisiert (amerika21 berichtete).

Maduro prangerte zudem an, dass 26 Länder der Welt noch keinen Corona-Impfstoff erhalten hätten. Ursache sei, dass "der grausame Kapitalismus die Produktion, den Vertrieb und die Vermarktung von Vakzinen gegen das Coronavirus an sich gerissen hat". Die WHO solle die Befugnis erhalten, 100 Prozent der weltweiten Impfstoffe gerecht zu verteilen und auch deren Preis zu bestimmen, forderte Maduro.

Venezuela schließe sich "dem Aufruf an, angeführt vom Präsidenten Chinas, Xi Jinping, von Russlands Präsident Wladimir Putin, vom Premierminister Indiens und von wichtigen Persönlichkeiten Lateinamerikas und der Karibik, Impfstoffe freizugeben und sie zu einem Allgemeingut der Menschheit zu erklären", sagte der Staatschef bei der Zusammenkunft mit Mitgliedern der Präsidialkommission für die Kontrolle und Prävention von Covid-19 am Sonntag. Sie wird jede Woche im TV und Radio übertragen.

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