Zapatistas starten historische Europareise

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Eine "zapatistische Invasion": Die Reise per Segelschiff bringt eine antikoloniale Symbolik zum Ausdruck
Eine "zapatistische Invasion": Die Reise per Segelschiff bringt eine antikoloniale Symbolik zum Ausdruck

Isla Mujeres. Montag am Nachmittag sind sieben Delegierte der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) mit dem Segelschiff vom Hafen der Isla Mujeres im Golf von Mexiko nach Europa aufgebrochen. Die Delegierten Lupita, Carilina, Ximena, Yuli, Bernal, Dario und Marijose werden von fünf Segler:innen aus Deutschland und Kolumbien begleitet. In etwa sechs Wochen wird die Crew in der galicischen Stadt Vigo in Spanien ankommen. Von dort aus beginnt die transkontinentale Weltreise.

Der Auftakt der Reise ist problemlos verlaufen. "Darüber sind wir sehr erleichtert", teilt Bahram Ghadimi, Aktivist des Ya-Basta-Netzes, amerika21 mit. Es gab Befürchtungen, dass die mexikanische Grenzpolizei dem Reiseaufbruch der EZLN Steine in den Weg legen würde.

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Die Planungen der Reisebegleitung laufen seitens der europäischen Unterstützer:innen auf Hochtouren. Ghadimi berichtet, dass der Andrang in Deutschland, die zapatistischen Rebell:innen zu treffen, sehr groß sei. Das Ya-Basta-Netz erhalte viele Anfragen: "Häufig wird die EZLN eingeladen, in Vorträgen über ihre Lage in Mexiko zu berichten". Dabei sei es wichtig zu verstehen, dass die Reise eben nicht darum gehe, von sich zu erzählen. Viel mehr wollen die Zapatistas linke zivilgesellschaftliche Organisationen und ihre Kämpfe außerhalb Mexikos kennenlernen.

Die Reise per Segelschiff bringt eine antikoloniale Symbolik zum Ausdruck. In ihren Kommuniqués spricht die EZLN deshalb auch von "Eroberungsreise" oder "zapatistischer Invasion". Den 13. August 2021, genau 500 Jahre nach der Kolonisierung Mexikos, wird die EZLN in Spanien verbringen. So will sie mit der "spanischen Invasion" abrechnen. Einziger Unterschied: "Anders als die koloniale Eroberung, invadieren wir Europa, um Leben zu säen", so Subcomandante Moisés.

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