Präsident von Argentinien auf Europareise: Neue Hoffnung für IWF-Deal?

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Macron (links) sagte Fernández die Untersützung Frankreichs bei den Verhandlungen mit dem Pariser Club und dem IWF zu
Macron (links) sagte Fernández die Untersützung Frankreichs bei den Verhandlungen mit dem Pariser Club und dem IWF zu

Lissabon/Madrid/Paris. Seit Samstag befinden sich der argentinische Präsident Alberto Fernández und sein Wirtschaftsminister Martín Guzmán auf einer Reise durch Europa. Fernández trifft sich mit den Regierungschefs von Portugal, Spanien, Frankreich und Italien und hofft dort auf eine breite Unterstützung für eine Neuverhandlung der argentinischen Staatschulden.

Dabei geht es zum einen um eine Forderung von 2,3 Milliarden Euro, die Argentinien bis Ende Mai an den Pariser Club zurückzahlen muss. Diese Schulden stammen noch aus der Zeit der argentinischen Staatspleite im Jahr 2001 und waren 2014 von Ex-Wirtschaftsminister Axel Kicillof nachverhandelt worden.

Zudem hofft Fernández auf Rückenwind aus Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland, um mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Schulden in Höhe von 45 Milliarden US-Dollar erneut zu verhandeln.

Der IWF ist der größte Einzelgläubiger Argentiniens. Präsident Fernández zielt darauf ab, die ursprünglich festgeschriebenen Rückzahlungen für die kommenden zwei Jahre (2022: 18 Milliarden US-Dollar, 2023: 19 Milliarden US-Dollar) auf die Zeit nach seiner Amtszeit Ende 2023 zu verschieben.

Bei einem Treffen am Mittwoch sicherte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Argentinien Unterstützung zu. "Wir hoffen für Argentinien auf eine Einigung, damit das Land sein Wirtschaftsprogramm wieder zum Laufen bringen kann. Ich weiß von den Bemühungen des Präsidenten. Frankreich ist an seiner Seite und wir wollen, dass es zu konstruktiven Gesprächen mit den Gläubigern des Pariser Clubs kommt", sagte Macron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

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Ein Zahlungsausfall beim Pariser Club Ende Mai könnte einen Rückschlag für die Verhandlungen mit dem IWF bedeuten.

Zu Beginn der Woche hatten die Premierminister von Portugal und Spanien, António Costa und Pedro Sánchez, Argentiniens Vorschlag für eine Neuverhandlung unterstützt. Sánchez hatte zudem ein Investitionsprogramm für Lateinamerika angekündigt, gemeinsam mit Unternehmern wolle er Argentinien im Juni besuchen.

Am heutigen Donnerstag ist Fernández zu einer Privataudienz bei Papst Franziskus im Vatikan geladen.

Argentinischen Medienberichten zufolge könnte es am Freitag zu einem Treffen mit IWF-Direktorin Kristalina Georgieva in Rom kommen.

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