Dekret stärkt Trans-Rechte von Minderjährigen in Mexiko-Stadt

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"Ich liebe mein Trans-Kind": Demonstration am 10. Juli in Mexiko-Stadt
"Ich liebe mein Trans-Kind": Demonstration am 10. Juli in Mexiko-Stadt

Mexiko-Stadt. Ein am 27. August 2021 erlassenes Dekret ermöglicht Minderjährigen ab zwölf Jahren in Mexiko-Stadt die Änderung der Geschlechtsidentität in ihrer Geburtskunde. Diese Änderung erfolgt über ein Verwaltungsverfahren.

Im Juli 2021 wurde dies in Mexiko-Stadt bereits für volljährige Trans-Personen ermöglicht.

Die mexikanische Hauptstadt schließt sich somit als zweiter Staat dem Bundesstaat Jalisco an, der im Oktober 2020 ein ähnliches Dekret für minderjährige Trans-Personen erlassen hat. Alle in Mexiko-Stadt und Jalisco registrierten Bürger:innen haben dadurch das Recht, eine Änderung zu beantragen.

In Jalisco gibt es indes keine Altersbeschränkung, zudem kann jede Person mit mexikanischer Staatsbürgerschaft unabhängig von ihrem Geburts- und Wohnort bei den Standesämtern in Jalisco ihre Geburtsurkunde mit der von ihr angegebenen Identität erhalten.

In Mexiko-Stadt benötigen Jugendliche ab zwölf Jahren zur Einleitung des Verfahrens eine schriftliche Genehmigung eines Elternteils oder des Vormunds.

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Tania Morales, Gründerin des Kollektivs "Infancias Trans", begrüßte die Entscheidung: "Das Dekret stellt einen Fortschritt im Kampf der Familien mit Trans-Kindern dar, da es ein einfaches Verwaltungsverfahren vorsieht, das weniger als einen Monat dauert".

Im Dekret, das von der Regierungschefin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, erlassen wurde, wird explizit auf das Menschenrecht der freien Entfaltung der Persönlichkeit verwiesen. Zusätzlich soll der Erlass Diskriminierung aufgrund des Alters bei der Anerkennung der Geschlechtsidentität beseitigen.

Laut Schätzungen des Nationalrats für Bevölkerung gab es im Jahr 2020 zwischen 81.000 und 183.000 Jugendliche in Mexiko, die eine andere Geschlechtsidentität haben, als die, die ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

Der Rat zur Prävention und Beseitigung von Diskriminierung in der mexikanischen Hauptstadt erklärte seinerseits, dass Transidentitäten unabhängig von körperlichen oder chirurgischen Änderungen bzw. Angleichungen geschaffen werden. Der Rat betonte zudem, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Trans-Personen nur zwischen 35 und 37 Jahren liegt. Dies sei unter anderem auf die Gewalt, Diskriminierung und Ablehnung zurückzuführen, der sie ausgesetzt sind.

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