Kolumbien: Awá-Indigene beklagen paramilitärische Gewalt

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Unter dem Hashtag #PazParaLiderar macht das Institut Indepaz mit kleinen Aufklärungstafeln auf die Ermordeten aufmerksam
Unter dem Hashtag #PazParaLiderar macht das Institut Indepaz mit kleinen Aufklärungstafeln auf die Ermordeten aufmerksam

Bogota. Der 25-jährige indigene Anführer Jhon Alberto Pascal ist Opfer der Detonation einer Landmine im Landesteil Nariño geworden. Seine Familie und weitere Angehörige der indigenen Gemeinde Awá beklagten daraufhin die desolate Sicherheit in der Region. 

Die Welle der paramilitärischen Gewalt im Süden Kolumbiens ebbt damit weiterhin nicht ab. Vergangenen Freitag war Pascal, indigener Aktivist, durch den Tritt auf eine Landmine ums Leben gekommen. Zusammen mit einigen Familienangehörigen war er auf dem Weg zu einem nahegelegenen Markt außerhalb des indigenen Territoriums Gran Sábalo, als die Mine unter ihm detonierte. Der junge Mann war sofort tot. 

Am Morgen des gleichen Tages drang eine vierköpfige schwerbewaffnete Gruppe in das Haus einer Awá-Familie ein. Sie bedrohte die Hausbewohner, darunter ein siebenjähriges Kind. Auch die Direktorin des Awá-Bildungszentrums El Verde, Martha Lucia Ortiz, erhielt in diesem Zeitraum eine telefonische Todesdrohung.

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Die Awá-Gemeinde wies die Regierung schon mehrfach auf den paramilitärischen Terror hin. Die Gruppe Unidad Indígena del Pueblo Awá (Unipa), in welcher die Indigenen organisiert sind, spricht in einer Bekanntmachung von der "systematischen Auslöschung" ihrer Gemeinde durch paramilitärische Gewalt und kritisiert die Serie an psychischer Gewalt, der die Indigenen wiederholt ausgesetzt sind.

Die Bekanntmachung der Unipa adressiert sich direkt an den kolumbianischen Präsidenten Iván Duque. Sie fordert, dass die Hilferufe der indigenen Gemeinde endlich ernstgenommen werden und die Auslöschung des Volkes durch Paramilitärs beendet wird.

Das kolumbianische Friedensforschungsinstitut Indepaz erklärte, dass das Gebiet der Awá-Indigenen durchsetzt ist von Antipersonenminen, da die Region von verschiedenen paramiltärischen Gruppen stark umkämpft ist. Die Minen haben schon etlichen Einwohnern das Leben gekostet.

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