Anklage nach Fehlgeburt: Drei Frauen in El Salvador freigesprochen

bildschirmfoto_2021-12-28_um_12.32.37.png

Die drei Frauen feiern in El Salvador das Urteil und ihre Freilassung
Die drei Frauen feiern in El Salvador das Urteil und ihre Freilassung

San Salvador. In El Salvador sind drei Frauen von der Anklage des schweren Totschlags freigesprochen und aus dem Gefängnis freigelassen worden. Nach Komplikationen während der Schwangerschaft hatten Karen, Kathy und Evelyn ihre ungeborenen Kinder verloren. Daraufhin wurden sie angeklagt, woraufhin ihnen eine Haftstrafe von bis zu 30 Jahren drohte.

"Mein Herz schmilzt vor Freude und ich bin sicher, dass dies nur der Anfang von vielen weiteren Fällen ist, in denen unschuldige salvadorianische Frauen wieder mit ihren Familien zusammengeführt werden", sagte Paula Avila-Guillen, Leiterin des Women's Equality Center, in einer ersten Reaktion.

El Salvador hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze der Welt, der Schwangerschaftsabbruch ist in keinem Fall erlaubt. Das hat zur Folge, dass selbst Schwangere, die ihr Baby ungewollt verlieren, oftmals mit Strafen rechnen müssen. So wurden laut Aktivist:innen in den letzten 20 Jahren circa 180 Personen nach einem geburtshilflichen Notfall strafrechtlich verfolgt. Eine Kampagne namens "Nos Faltan Las 17" (Uns fehlen die 17) setzt sich gegenwärtig für die Freilassung von 17 inhaftierten Frauen ein. Drei davon waren die nun freigesprochenen Karen, Kathy und Evelyn.

"Es ist eine Freude für uns alle, die wir für die Freilassung all der Frauen gekämpft haben, die zu Unrecht wegen geburtshilflicher Notfälle unter diesem harten und unmenschlichen Strafrecht inhaftiert sind", erklärte Morena Herrera, die Leiterin der Bürgergruppe für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs (Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto, Accdate).

Erst kürzlich verurteilte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den salvadorianischen Staat wegen des Todes von Manuela. "Manuela" ist das Pseudonym, das die klagenden Organisationen nutzen, um die Identität des Opfers zu schützen. Die Frau verlor 2008 ihr Kind bei einer Fehlgeburt und wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. Sie starb 2011 im Gefängnis nach der unzureichenden Behandlung einer Krebserkrankung.

*

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr
 

Was Sie auch interessieren könnte ...

08.03.2021 Artikel von El Salvador-Koordinationsgruppe