Mexiko / Soziales

Zahl der Frauenmorde im Jahr 2021 in Mexiko erneut gestiegen

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Auch 2021 gab es wieder viele Feminizide in Mexiko, im Vergleich zum Vorjahr nochmals mehr
Auch 2021 gab es wieder viele Feminizide in Mexiko, im Vergleich zum Vorjahr nochmals mehr

Mexiko-Stadt. In den ersten elf Monaten des Jahres 2021 sind in Mexiko 3.462 Frauen ermordet worden und somit durchschnittlich mehr als zehn pro Tag. Die Zahlen gab das Ministerium für Öffentliche Sicherheit bekannt. Demnach wurden 2.540 Frauen Opfer eines Mordes, während 922 Taten als Feminizid eingestuft wurden, also als Mord an einer Frau aufgrund ihres Geschlechts.

In Mexiko zählen zu den Merkmalen, aufgrund derer ein Mord als Feminizid eingestuft wird, unter anderen, dass der Körper der Frau besonders viele Verletzungen aufweist, sie in einer Beziehung zum Täter stand oder der Leichnam an einer öffentlichen Stelle abgelegt wurde.

Insgesamt ist die Zahl der Tötungsdelikte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,32 Prozent gesunken. Die Zahl der Feminizide stieg allerdings um 3,25 Prozent an. In den ersten elf Monaten des Vorjahres waren 893 Feminizide gezählt worden und damit etwas weniger als in diesem Jahr.

Die Bundesstaaten mit den meisten Fällen von mutmaßlichem Feminizid pro 100.000 Frauen waren Quintana Roo mit 2,52 Feminiziden pro 100.000 Einwohner:innen, Sinaloa mit 2,31 und Sonora mit 2,30.

Den Daten des Ministeriums für öffentliche Sicherheit zufolge war der August 2021 der Monat mit den meisten Morden an Frauen in Mexiko seit Beginn der Aufzeichnungen: 271 Frauen wurden Opfer eines vorsätzlichen Mordes und 111 wurden Opfer eines Feminizids.

Die Zahl der Mordopfer fügt sich mit weiteren Statistiken zu einem Gesamtbild der gestiegenen Gewalt gegen Frauen: Auch die Zahl der mutmaßlichen Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent. Das waren 31.333 Fälle mehr als 2020. Colima, Mexiko-Stadt, Nuevo León und Coahuila sind dabei die Bundesstaaten mit den meisten dokumentierten Fällen.

Auch bei den mutmaßlichen Vergewaltigungsdelikten ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zu den ersten elf Monaten des Jahres 2020 auf 19.484 Fälle gestiegen, das waren 27,9 Prozent mehr als 2020. Quintana Roo, Chihuahua, und Baja California Sur waren die Bundesstaaten mit den meisten mutmaßlichen Vergewaltigungsdelikten pro 100.000 Einwohner:innen. Die Zahl der Anzeigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Menschenhandel und Erpressung gegen Frauen blieb im Vergleich zu 2020 in etwa gleich.

Mexiko hat in den ersten beiden Jahren der Amtszeit von Präsident Andrés Manuel López Obrador seine bisher gewalttätigsten Jahre verzeichnet: 34.690 Personen wurden im Jahr 2019 Opfer eines Mordes; 2020 waren es 34.558.

Die Regierung des derzeitigen Präsidenten hat seit 2018 umgerechnet rund 38 Millionen Euro in die Prävention von Gewalt gegen Frauen investiert. Das ist das größte Budget, das für dieses Thema bereitgestellt wurde, seit es einen Haushalt mit einer Gender-Perspektive gibt. Es sind mehr als doppelt so viel wie in den ersten drei Jahren der Vorgängerregierung unter Enrique Peña Nieto. Einen Rückgang der Gewalt haben die bereitgestellten Mittel allerdings nicht bedeutet. Peña Nieto hatte seine Amtszeit mit durchschnittlich neun ermordeten Frauen pro Tag beendet.

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