Argentinien / Umwelt

Anhaltende Waldbrände in Argentinien – fast eine Million Hektar Landfläche verwüstet

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Die Feuer in Corrientes zerstörten elf Prozent der Landfläche
Die Feuer in Corrientes zerstörten elf Prozent der Landfläche

Corrientes. Die Waldbrände in der argentinischen Provinz Corrientes halten trotz der Niederschläge in den vergangenen Tagen weiter an. Nach aktuellen Angaben der Feuerwehr gibt es derzeit circa 14 Brandherde in der Provinz, jedoch ist nur noch einer außer Kontrolle. Die Alarmstufe wurde von Rot auf Orange herabgestuft.

"Wir werden unsere Aktivitäten aufrechterhalten, bis keine Gefahr mehr für eine erneute Ausbreitung besteht", erklärt Sergio Federovisky, Sekretär für Umweltkontrolle und -überwachung des nationalen Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Er richtet seine Aussage auch an den Gouverneur der Region, Gustavo Alvés, der zuletzt auf Twitter schrieb: "Hervorragende Neuigkeiten! Nach mehr als zwei Monaten Trockenheit, hat es wieder angefangen, in Corrientes zu regnen, und die Provinz hat keine aktiven Brandherde mehr." Federovisky betont, dass die Brandherde zwar fast vollständig unter Kontrolle seien, aber dass die Feuerwehrleute ihre Arbeit erst einstellen würden, wenn es wirklich kein Risiko für einen erneuten Ausbruch des Feuers gäbe.

Die Provinz Corrientes, im Norden Argentiniens, wurde in den letzten Wochen von schweren Bränden heimgesucht. Dabei hat das Feuer fast eine Million Hektar Landfläche verwüstet. Das entspricht ungefähr elf Prozent der Fläche von Corrientes.

Zur Brandbekämpfung kündigten auch die Regierungen Boliviens und Brasiliens Hilfe an. Boliviens Präsident Luis Arce ordnete die Entsendung von 70 Feuerwehrleuten an, während aus Brasilien mehrere Gruppen vom Bundesstaat Rio Grande do Sul und der Stadt São Borja nach Argentinien geschickt wurden.

Von den Bränden werden vor allem nichtbewaldete Gebiete wie Grasland und Feuchtgebiete heimgesucht. Diese waren auf Grund der ausgebliebenen Regenfälle in den letzten Jahren ausgetrocknet. Betroffen ist unter anderem die Esteros del Iberá, ein weitläufiges Sumpfgebiet, welches im gleichnamigen Nationalpark liegt und eine vielfältige Fauna aufweist, insbesondere Wasservögel.

Die Region erlitt in den Jahren 2020 und 2021 die härteste Dürre der letzten 77 Jahre. Die großen Flüsse Río Paraná, Río Paraguay und Río Uruguay sowie die Staustufen, die sich in dort befinden und die Bevölkerung mit Strom und Trinkwasser versorgen, haben den niedrigsten Stand seit 1999 erreicht. Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien, Paraguay und im Norden Argentiniens wird von vielen Fachleuten als Ursache angesehen.

Die Brände sind zum Teil auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Brandstiftung und traditionelle Bräuche wurden als Ursache vieler Brände festgestellt. Die Gewohnheit, Buschwerk und Gestrüpp vom Vorjahr zu verbrennen, um das Wachsen von neuem Gras zu fördern, ist trotz eines Verbots noch weit verbreitet. Daneben gibt es auch immer wieder Brandstiftung aus spekulativen Gründen. So soll bezweckt werden, dass Teile des Urwaldes als Ackerland verwendet werden können.

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