Mexiko: Zapatistas warnen vor Eskalation des Kriegs in Europa

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Die beiden Sprecher des EZLN, die Subcomandantes Galeano und Moisés
Die beiden Sprecher des EZLN, die Subcomandantes Galeano und Moisés

Tuxtla Gutiérrez. Die Zapatistas positionieren sich gegen die Militärinvasion Russlands in der Ukraine, aber auch gegen den Nationalismus der ukrainischen Regierung und warnen vor einer weiteren Eskalation. In einem Kommuniqué erklären sie zudem, dass sie Kontakt mit den Russ:innen und Ukrainer:innen aufgenommen haben, "die innerhalb ihrer Geographien für eine Welt in Freiheit kämpfen".

Für die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) steht außer Frage, dass es im Konflikt eine angreifende Macht gibt: die russische Armee. Doch "auf beiden Seiten sind Interessen des Kapitals im Spiel", warnen die Rebell:innen. "Weder Selinskyj noch Putin" und "Entschlossen gegen den Krieg", lauten ihre Parolen.

Die Parteinahme der Regierungen für die eine oder andere Konfliktpartei sei nicht als humanistische Haltung zu interpretieren, sondern ideologisch zu lesen. Zur Rechtfertigung von militärischen Invasionen müssten dann Begriffe wie "Neonazi-Tyrannei" oder "Narco-Staaten" herhalten, immer unter dem Vorwand der "Gefahr für ihre Bevölkerung", warnen die beiden Verfasser des Schreibens der EZLN, Subcomandante Insurgente Moisés und Sub Galeano, aus den Bergen des Südosten Mexikos.

Der ukrainische Widerstand habe nicht nur Russlands Präsidenten Wladimir Putin überrascht, auch die westlichen Regierungen hätten erst abgewartet, ob die Ukraine Widerstand leiste und dann ihre Berechnungen angestellt und Hilfestellungen angeboten, "die sie erst später abkassieren werden", so die Zapatistas. Westliche Waffenkonzerne und das Großkapital stünden immer bereit, um Gebiete zu erobern, zu zerstören und wieder aufzubauen.

Die EZLN informiert zudem, dass sie in den letzten Tagen Kontakt mit "lokalen Vertrauten" aufgenommen habe: "Unsere Vertrauten, die außerdem die Fahne des libertären A hochhalten, verbleiben entschlossen: im Widerstand – diejenigen, die sich im Donbass, in der Ukraine befinden – und in Rebellion – diejenigen, die sich in Russland auf den Straßen und auf dem Land bewegen und arbeiten. Es gibt in Russland Verhaftete und Verprügelte, weil sie gegen den Krieg protestieren. Es gibt in der Ukraine von der russischen Armee Ermordete. Es verbindet, eint sie untereinander – wie es sie mit uns verbindet, eint – nicht nur das NEIN zum Krieg sondern auch die Ablehnung, sich Regierungen 'anzuschließen', die ihre Leute unterdrücken. Inmitten der Verwirrung und des Chaos auf beiden Seiten halten sie ihre Überzeugungen aufrecht: ihr Kampf für die Freiheit, ihre Ablehnung von Grenzen und ihrer Nationalstaaten, die jeweiligen Unterdrückungen, die lediglich die Fahnen wechseln."

Abschließend ruft die EZLN dazu auf, diese libertären Kreise zu unterstützen und weiter gegen den Krieg zu demonstrieren: "Der Krieg muss jetzt gestoppt werden. Wenn er anhält und, wie vorherzusehen, eskaliert, wird es vielleicht niemanden geben, der von der Landschaft nach der Schlacht berichten wird."

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