Kolumbien / Politik

Umfragewerte: Popularität des neu gewählten Präsidenten von Kolumbien steigt

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Gustavo Petro dankt seinen Wähler:innen: einen Schritt näher an einer realen Veränderung für das Land
Gustavo Petro dankt seinen Wähler:innen: einen Schritt näher an einer realen Veränderung für das Land

Bogotá. Kolumbiens designierter Präsident Gustavo Petro kann knapp zwei Wochen nach seinem Wahlsieg bereits deutlich an Beliebtheit in der Bevölkerung zulegen. Laut der jüngsten Meinungsumfrage Pulso País für den Radiosender W Radio vom Dienstag sprechen sich 63 Prozent der Befragten für den Volkswirtschaftler aus. Damit hat Petro seine Umfragewerte im Vergleich zum Juni kurz vor der Wahl um knapp 13 Prozentpunkte verbessern können. Im Februar hatten sie zwischenzeitlich sogar nur bei 40 Prozent gelegen.

Die neuesten Ergebnisse zum politischen Stimmungsbild der Kolumbianer:innen zeigen laut den Demoskop:innen vor allem zwei Dinge auf: Zum einen zeugen sie von einem Optimismus im Land, der sich nach der Wahl des ersten linken Präsidenten sowie der ersten afrokolumbianischen Vizepräsidentin in der Geschichte des Landes, Francia Márquez, überall verbreitet. Zum anderen spiegeln die Zahlen auch die Unzufriedenheit mit dem rechtskonservativen Amtsinhaber Iván Duque wider. Sind 60 Prozent der Befragten mit dem scheidenden Präsidenten und seiner Politik unzufrieden, sieht die Hälfte wiederum mit dem Sieg des von Petro angeführten linken Wahlbündnisses, Pacto Histórico, Kolumbien "auf einem guten Wege".

Aller Begeisterung für den historischen Wahlsieg zum Trotz können die Umfragewerte nicht über die aktuellen gesellschaftspolitischen Sorgen der Kolumbianer:innen hinwegtäuschen. Denn mit 55 Prozent geben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sich die Sicherheit im Land verschlechtert habe, wohingegen gerade einmal 9 Prozent von einer Verbesserung sprechen. Neben der Sicherheitspolitik werden auch die postpandemische Wirtschaft, die Korruptionsbekämpfung sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt große Herausforderungen der im August beginnenden Präsidentschaft darstellen.

Der ehemalige Guerrillakämpfer Petro sagte dementsprechend kurz nach seinem Sieg in der Stichwahl am 19. Juni: "Es ist ein nationales Ziel, die Kolumbianer zu vereinen". Ähnlich äußerte sich auch die neu gewählte Vizepräsidentin Márquez: "Wir stehen vor der großen Herausforderung der Versöhnung".

Die künftige Regierungskoalition hat sich neben sozialen und wirtschaftlichen Reformen vor allem einen neuen Ansatz in der Sicherheitspolitik zum Ziel gesetzt (amerika21 berichtete).

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