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Weltwassertag in Mexiko: Die Wasserknappheit hält an

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Am Weltwassertag beginnt die Reinigung und Wiederherstellung des Atoyac-Flusses (Videoausschnitt)
Am Weltwassertag beginnt die Reinigung und Wiederherstellung des Atoyac-Flusses (Videoausschnitt)

Mexiko-Stadt. Das Thema Wasserkrise steht in Mexiko im Zentrum der Berichterstattung über den Weltwassertag.

Bereits im Januar dieses Jahres hatte das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit eine Studie veröffentlicht, die die Auswirkungen von Wasser- und Nahrungsmittelknappheit auf die psychische Gesundheit untersucht hatte. Besonders alarmierend sei dabei der Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und der Zunahme von Depressionen. 

Laut der Studie, die in Zusammenarbeit mit internationalen Universitäten entstanden ist, haben 5,8 Millionen Haushalte in Mexiko gravierende Schwierigkeiten, Zugang zu Trinkwasser zu erhalten. Rund acht Millionen Haushalte leiden unter unzureichendem Zugang zu gesunden Lebensmitteln.

Fehlendes Wasser und Mangelernährung sind demnach zentrale Faktoren, die die Zahl der psychischen Störungen im Land deutlich erhöhen. Ein ständiger Mangel an lebensnotwendigen Ressourcen führe im Alltag zu Gefühlen der Hilflosigkeit, Angst und Überforderung.

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Laut Medienberichten nimmt die Wasserknappheit in Mexiko weiterhin zu. Das Land teile sich eine der trockensten Grenzregionen der Welt mit den USA. Aufgrund von Dürreperioden, Umweltverschmutzung und Klimawandel seien viele Regionen des Landes von Wasserknappheit betroffen. Dabei sei die Verfügbarkeit von Wasser sehr ungleich verteilt, im Vergleich zu großen Städten hätten ländliche Gebiete oft nur einen begrenzten Zugang. Insbesondere im Norden des Landes litten Millionen Menschen unter Wasserknappheit, was nicht nur die landwirtschaftliche Produktion bedrohe, sondern auch die öffentliche Gesundheit gefährde. 

Im Januar 2025 gab die Nationale Wasserkommission (Conagua) bekannt, dass fast 300 Gemeinden unter extremen Dürrebedingungen leiden. Die Wirtschaftszeitung El Economista hatte anlässlich des Weltwassertages Tipps für Bürger:innen veröffentlicht, um den eigenen Wasserverbrauch zu reduzieren. Dem Nachrichtenmagazin Expansión zufolge gibt es in Mexiko zudem eine hohe Zahl an ungenutzten oder ineffizienten Wasseraufbereitungsanlagen. Die Anlagen seien zudem oft nicht funktionsfähig.

Als Reaktion auf die Krise hat die Regierung am Samstag eine landesweite Kampagne zur Reinigung von Flüssen ins Leben gerufen. Diese Initiative soll dazu beitragen, die Wasserqualität zu verbessern und langfristige Lösungen zur Sicherstellung des Wasserzugangs zu finden. Conagua koordiniert kommunale, staatliche und bundesstaatliche Bemühungen, insgesamt 25 Flüsse, Bäche, Quellen, Dämme und Lagunen zu säubern.

Im November 2024 hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum Wasser zum Menschenrecht erklärt und einen nationalen Wasserplan zur nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen verabschiedet.