Mexiko-Stadt/Washington/Havanna. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat sich am Freitag zu den neuen Drohungen der US-Regierung geäußert, Importzölle gegen Länder zu erheben, die Kuba mit Öl versorgen. In ihrer täglichen Pressekonferenz verlas Sheinbaum eine Solidaritätsbotschaft mit Kuba. Darin bekräftigte Mexiko "das Prinzip der Souveränität und der freien Selbstbestimmung der Völker".
Die Verhängung von Zöllen gegen Länder, die Kuba mit Öl beliefern, könnte laut Sheinbaum auf der Karibikinsel "eine weitreichende humanitäre Krise auslösen, die unter anderem Krankenhäuser und die Lebensmittelversorgung gefährden würde". Die mexikanische Präsidentin wies ihren Außenminister Ramón de la Fuente an, sich mit dem US-Außenministerium in Verbindung zu setzen, um den genauen Inhalt des am Donnerstag veröffentlichten präsidialen Dekrets zu erfahren.
Sheinbaum erinnerte daran, dass auch die USA humanitäre Hilfe, Lebensmittel und andere Hilfsgüter nach Kuba liefern. Mexiko werde dem kubanischen Volk weiterhin humanitäre Hilfe leisten: "Wir werden nach Wegen suchen, um die Solidarität mit dem kubanischen Volk aufrechtzuerhalten, ohne Mexiko zu gefährden", bekräftigte Sheinbaum.
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Die jüngste Zollandrohung erfolgte wenige Tage, nachdem die Presse über die Einstellung der Öllieferungen des mexikanischen Staatsunternehmens Pemex nach Kuba berichtete (amerika21 berichtete). Der letzte mexikanische Öltanker legte am 10. Januar in Kuba an. Mexikos Regierung lieferte in der Vergangenheit sowohl im Rahmen der humanitären Hilfe Erdöl nach Kuba als auch per Verkaufsverträgen zwischen Pemex und der kubanischen Regierung.
Nachdem die USA im vergangenen Jahr den Druck auf Venezuela erhöht hatten, wurde Mexiko der wichtigste Öllieferant für die Karibikinsel, die nur rund ein Drittel seines Eigenbedarfs an Erdöl selbst fördert und somit von Importen abhängig ist. Zudem ist das in Kuba produzierte Öl stark schwefelhaltig und kann lediglich zur Verfeuerung in den Kraftwerken verwendet werden, aber nicht zu Benzin oder Diesel weiterverarbeitet werden. Zurzeit bewegen sich zwar in Kuba die Stromausfälle und -abschaltungen in etwa auf dem Niveau der Vormonate und an den Tankstellen sind nur leichte Verknappungen zu spüren, zu befürchten es aber das sich die Lage im Februar und März deutlich verschärfen könnte.
Kuba wirft den Vereinigten Staaten vor, mit den neuen Maßnahmen die Wirtschaft der Insel "ersticken" zu wollen.


