Mexiko / Deutschland / Politik

Mexiko und Deutschland wollen Handel und Investitionen ausbauen

cancun_aerial_photo_by_safa.jpg

Sheinbaum und Steinmeier treffen sich weit weg von den Protesten gegen die FIFA-WM im Touristenparadies
Sheinbaum und Steinmeier treffen sich weit weg von den Protesten gegen die FIFA-WM im Touristenparadies

Cancún. Beim Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Mexiko hat die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum eine Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen bekräftigt. Steinmeier reiste im Rahmen seiner Lateinamerika-Tour an, die ihn zuvor bereits nach Panama und Guatemala geführt hatte (amerika21 berichtete). Im Zentrum der Gespräche standen Handel, Investitionen sowie die Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Sheinbaum betonte, Mexiko sehe in der Modernisierung des Handelsabkommens mit der Europäischen Union eine "große Chance" für neue Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das Abkommen soll den Marktzugang erweitern, Handelshemmnisse abbauen und neue Bereiche wie Dienstleistungen und öffentliche Aufträge stärker einbeziehen. Vor dem Hintergrund globaler Spannungen und der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit den USA gewinnt die Diversifizierung von Handelspartnern für Mexiko zunehmend an Bedeutung.

Zugleich verwies Sheinbaum darauf, dass bereits mehr als 2.000 deutsche Unternehmen in Mexiko investieren. Deutschland zählt damit zu den wichtigsten europäischen Wirtschaftspartnern des Landes.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Sicherheitslage im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die Mexiko gemeinsam mit den USA und Kanada ausrichten wird. Gegen dieses Großevent gibt es immer wieder massive Kritik seitens sozialer Bewegungen (amerika21 berichtete). Trotz einer jüngsten Eskalation der Kartellgewalt mit Dutzenden Todesopfern versicherte Sheinbaum, die Sicherheit der internationalen Gäste gewährleisten zu können (amerika21 berichtete). 

Über den Tellerrand schauen?

Mit Ihrer Spende können wir Ihnen täglich das Geschehen in Lateinamerika näher bringen.

Dass das Treffen nicht in der Hauptstadt, sondern auf der Halbinsel Yucatán stattfand, wird auch als politisches Signal gewertet. Die Wahl des Ortes dürfte dazu dienen, Mexiko als sicheres Reiseziel zu präsentieren und Vertrauen in die Sicherheitslage zu stärken.

Steinmeier betonte neben wirtschaftlichen Fragen auch die außenpolitische Dimension der Beziehungen. In einer sich wandelnden Welt, in der zunehmend territoriale Integrität und staatliche Souveränität infrage gestellt würden, dankte er Mexiko für dessen Bekenntnis zum Völkerrecht. Zugleich grenzte er diese Position von einer "anderen Sicht auf die Welt" und den "harten Forderungen" der USA unter Donald Trump ab. Mit diesen müsse man umgehen, so Steinmeier, ohne sie zwangsläufig zu teilen.

Steinmeier hob zudem die wirtschaftlichen Perspektiven Mexikos hervor und verwies auf ein "günstiges Umfeld" für Investitionen. Zugleich wurde deutlich, dass Fragen der Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit weiterhin eine zentrale Rolle für ausländische Unternehmen spielen.