Havanna/Mexiko-Stadt. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat sich zum Einsatz kubanischer Ärzte in ihrem Land bekannt und stellt sich damit gegen die Linie von US-Präsident Donald Trump. "Es ist ein bilaterales Abkommen, das Mexiko sehr hilft", sagte Sheinbaum am Mittwoch auf die Frage, ob sie dem Druck aus Washington nachgeben werde.
Die Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA versuchen, Kuba international zu isolieren. Washington hat den Zugang der Insel zu Ölimporten de facto abgeschnitten und drängt auf einen Regimewechsel. Als Teil der Kampagne werden auch medizinische Missionen und diplomatische Vertretungen Havannas gestört.
US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die kubanischen Ärztemissionen als "eine Form von Menschenhandel". Bereits im Juni hatte Rubio Sanktionen gegen zentralamerikanische Funktionäre angekündigt. Mehrere Länder Lateinamerikas und der Karibik, darunter Honduras, Guatemala und Jamaika, haben ihre Abkommen mit Kuba daraufhin beendet und die kubanischen Ärzte schon zurückgeschickt oder wollen dies im Laufe des Jahres tun. Damit wurden teils seit vielen Jahrzehnten bestehende Programme beendet.
Sheinbaum hingegen verwies auf die Verdienste der kubanischen Ärzte während der Covid-19-Pandemie und in ländlichen Regionen Mexikos. "Es ist schwierig, mexikanische Ärzte und Fachkräfte dazu zu bewegen, in viele abgelegene Gebiete zu gehen, in denen Spezialisten gebraucht werden – die Kubaner sind bereit, dort zu arbeiten", sagte sie.
Ihnen gefällt, was Sie lesen?
Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit. Regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.
Aktuell arbeiten über 3.000 kubanische Fachärzte in einem Viertel aller mexikanischen Gemeinden. Die medizinische Versorgung konnte auf Bevölkerungsgruppen ausgeweitet werden, die zuvor keinen Zugang zu Fachärzten hatten. Allein im verarmten Bundesstaat Chiapas waren letztes Jahr 179 kubanische Fachkräfte im Einsatz, wo sie sich durch ihr Engagement in der Patientenversorgung auszeichnen, wie ihre mexikanischen Kollegen anerkennen.
Kuba entsendet seit Jahrzehnten Ärzte ins Ausland – oft hoch qualifizierte Fachkräfte, die auch unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Die kubanischen Ärzte spielen insbesondere in Regionen ohne grundlegende medizinische Infrastruktur, etwa im Amazonasgebiet oder in Teilen Zentralamerikas, eine wichtige Rolle.
Sheinbaums Haltung steht im Spannungsfeld mit dem Versuch, die Beziehungen zu Washington nicht weiter zu belasten. Trump hatte Mexiko unter anderem mit Militäreinsätzen gegen Drogenkartelle gedroht. Bei den Öllieferungen an Kuba hat Mexiko bereits nachgegeben: Nachdem Trump Zölle gegen jedes Land angedroht hatte, das Öl an Kuba liefert, stellte Mexiko diese Lieferungen Anfang Januar ein. Stattdessen sandte die Regierung bisher mehrere tausend Tonnen humanitäre Hilfsgüter auf die Insel.

