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Kubanische Ärzte kehren aus Jamaika zurück

In vielen Ländern übt die USA Druck gegen Kuba aus. Ärzt:innen aus Kuba retten weltweit Leben

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Ärzt:innen aus Kuba sind in vielen Ländern weltweit im Einsatz und retten Leben
Ärzt:innen aus Kuba sind in vielen Ländern weltweit im Einsatz und retten Leben

Havanna/Kingston. Jamaika hat am 5. März sein jahrzehntelanges Kooperationsabkommen mit Kuba im Bereich der medizinischen Versorgung beendet. Das jamaikanische Außenministerium erklärte, beide Regierungen hätten sich nach Ablauf des vorangegangenen Abkommens im Februar 2023 nicht auf neue Vertragsbedingungen einigen können. Zuletzt umfasste die kubanische Ärztemission in Jamaika 277 Fachkräfte.

Außenministerin Kamina Johnson Smith betonte im Parlament, die Entscheidung sei nicht durch die USA beeinflusst worden. Als Begründung nannte sie Konflikte mit jamaikanischem Arbeitsrecht und internationalen Arbeitsstandards. Kuba wies diese Darstellung zurück.

In der jamaikanischen Bevölkerung und auf Social-Media-Plattformen regte sich Kritik. Viele Nutzer äußerten den Verdacht, die Regierung von Premierminister Andrew Holness habe sich dem Druck Washingtons gebeugt. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass Holness noch im März 2025 öffentlich das kubanische Programm verteidigt und betont hatte, es liege keine Ausbeutung vor.

Das kubanische Außenministerium erklärte in einer Stellungnahme vom 6. März 2026, Jamaika habe dem Druck der US-Regierung nachgegeben, "der es nicht um die Gesundheitsbedürfnisse der karibischen Völker geht". In den vergangenen 30 Jahren hätten mehr als 4.700 kubanische Fachkräfte medizinische Hilfe auf der Insel geleistet, darunter über 74.000 chirurgische Eingriffe und mehr als 90.000 gerettete Menschenleben. Durch das Augenprogramm Operación Milagro hätten seit 2010 rund 25.000 Jamaikaner ihr Augenlicht wiedergewonnen oder verbessert.

Der jamaikanisch-amerikanische Arzt Leo Gilling warnte auf der Plattform Substack, dass der Abzug von Hunderten von Gesundheitsfachkräften ohne klare Ersatzstrategie die bestehenden Engpässe im jamaikanischen Gesundheitssystem weiter verschärfen könnte.

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Der US-amerikanische Kongressabgeordnete Carlos A. Giménez lobte die jamaikanische Entscheidung und bezeichnete das Abkommen als "kriminellen Menschenhandel". Neben Jamaika hat auch Honduras sein Programm Anfang März beendet. Auch Guyana hat die Kooperation mit Kubas Gesundheitsbehörden nicht verlängert.

Wie das US-Nachrichtenmagazin Politico unter Berufung auf ein internes Dokument des US-Außenministeriums berichtete, verfolgt die Trump-Regierung eine umfassende Strategie zur Beendigung kubanischer Ärztemissionen in der westlichen Hemisphäre. In einem Memo vom 23. Februar 2026 an Außenminister Marco Rubio legten zwei hochrangige Beamte einen Plan vor, der unter dem Namen Freedom Framework for Self-Sufficient Healthcare in the Americas läuft und darauf abzielt, das Programm innerhalb von zwei bis vier Jahren in der gesamten Region zu beenden.

Ländern, die kubanische Ärzte abziehen, bietet Washington laut dem Dokument Unterstützung für Infrastrukturmodernisierung sowie Hilfe bei der Rekrutierung von Medizinpersonal aus Drittländern an. Derzeit arbeiten laut dem Memo rund 19.000 kubanische Gesundheitsfachkräfte in 16 Ländern der westlichen Hemisphäre, in einigen davon stellen sie mehr als 20 Prozent des medizinischen Personals.

"Es herrscht viel Angst", sagte ein hochrangiger Beamter aus der Karibik, der nicht namentlich genannt werden möchte, gegenüber Politico. Der Druck sei "noch nie so direkt gewesen. Das ist beispiellos."