Mexiko-Stadt. Die Gespräche zwischen Lkw-Fahrer:innen, Landwirt:innen und der Regierung in Mexiko sind am Mittwoch endgültig gescheitert. Grund für den Abbruch war ein zentraler Streitpunkt: Die Regierung machte die Fortsetzung des Dialogs davon abhängig, dass die Protestierenden zuvor die Straßenblockaden aufheben. Die beteiligten Organisationen lehnten dies ab und bestanden darauf, den Druck aufrechtzuerhalten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen drohen sie nun mit neuen Blockaden auf wichtigen Verkehrsachsen im ganzen Land.
Zuvor hatten Lkw-Fahrer:innen und Landwirt:innen mit einem landesweiten Streik gegen die eskalierende Gewalt auf den Verkehrswegen und die Krise im Agrarsektor protestiert. In mindestens 20 Bundesstaaten kam es zu Blockaden zentraler Autobahnen, Zufahrten und Grenzübergänge.
Der ursprünglich als unbefristet angekündigte Streik wurde jedoch nach kurzer Zeit zunächst ausgesetzt. Hintergrund waren Gespräche mit der Regierung sowie Berichte über Einschüchterung und Gewalt im Zusammenhang mit den Protesten. Mit dem nun gescheiterten Dialog rückt eine Wiederaufnahme und Ausweitung der Proteste wieder in den Fokus.
Getragen werden die Mobilisierungen unter anderem von der Transportorganisation ANTAC sowie der Bauernbewegung FNRCM. Beide sprechen von einer "Krise, die Versorgung und Preise bedroht", verursacht durch die Unsicherheit auf den Straßen sowie fehlende Finanzierung und staatliche Unterstützung.
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Im Zentrum der Proteste steht die Sicherheitslage: Lkw-Fahrer:innen gehören in Mexiko zu den am stärksten gefährdeten Berufsgruppen. Auf Fernstraßen sind Überfälle, Entführungen, Morde und Erpressung weit verbreitet und für viele Beschäftigte Teil des Arbeitsalltags. Transporte werden gestoppt, Fahrer:innen gewaltsam aus ihren Fahrzeugen gezwungen und Ladegut geraubt.
Die Organisationen sprechen von einer "extremen Verwundbarkeit" gegenüber organisierter Kriminalität und machen auch staatliche Akteure für Erpressung verantwortlich. Neben mehr Sicherheit fordern sie unter anderem die Abschaffung von Kontrollpunkten, an denen illegal Geld verlangt wird, eine spezialisierte Staatsanwaltschaft für Delikte im Transportsektor sowie Unterstützung für die Familien von Opfern der Gewalt.
Parallel dazu verweisen Landwirt:innen auf steigende Kosten, niedrige Preise und Konkurrenz durch Importe. Sie warnen vor einem Verlust der Ernährungssouveränität und sehen die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe bedroht.

