Santiago de Chile. Am vergangenen Donnerstag sind Tausende Studierende auf der Hauptstraße Alameda durch das Zentrum von Santiago marschiert. Sie wehrten sich gegen die Kürzungen im Bildungsbereich und verlangten den Ausbau der öffentlichen Schulen. Die Organisation der Oberschüler ACES (Asamblea Coordinadora de Estudiantes Secundarios) hatte nach einer ersten Demonstration am 29. April zur Demonstration am vergangenen Donnerstag aufgerufen (amerika21 berichtete). Diesem Aufruf schloss sich die CONFECH (Confederación de Estudiantes de Chile) an. Die CONFECH ist die Dachorganisation von über 40 Studentenvertretungen aus staatlichen und privaten Universitäten.
Die massive Beteiligung an der Demonstration machte die Sperrung der Alameda in beide Fahrtrichtungen nötig. Als die Demonstration am Regierungsgebäude Moneda ankam, löste die Bereitschaftspolizei sie unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengasgranaten auf und ging gewaltsam gegen Demonstranten vor. Eine Kommission von Menschenrechtsbeobachtern verurteilte in einer Presseerklärung das Vorgehen der Polizei als brutal und verlangt von den Behörden, die Übergriffe zu untersuchen.
Der Aufruf der CONFECH zur Demonstration trug die Überschrift "Organisation, Einheit und Straße". Die Forderungen richteten sich gegen die Vermarktung von Schulen und Universitäten sowie die angekündigten Haushaltskürzungen für Schulen, Universitäten, Institute und Technische Hochschulen (amerika21 berichtete). Die von der Regierung angekündigten Maßnahmen würden das Bildungsangebot für breite Schichten einschränken und im Allgemeinen die Lebensbedingungen der Menschen verschlechtern.
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Am Vortag der Demonstration kündigte Präsident José Antonio Kast eine Revision der Schulspeisung an. Er meinte, ein Schüler könne ein belegtes Brot von zu Hause mitbringen und auf ein warmes Mittagessen verzichten. Je nach Bedarf bekommen 1,5 Millionen Schüler über ein staatliches Ernährungsprogramm ein Frühstück, Mittagessen, Abendessen oder Lunchpaket. Die Empfänger sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Erwachsenenbildung aus sozial gefährdetem Milieu, die öffentliche oder öffentlich geförderte Schulen besuchen.
Die Schüler und Studenten bekamen Unterstützung von der feministischen Coordinadora 8M. In ihrem Unterstützungsaufruf prangerte sie die Beschneidung von sozialen Rechten und die Kürzungen im Gesundheitsbereich und beim Wohnungsbau an.

