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"Weggeworfen, um zu sterben": HRW rügt US-Abschiebungen nach Mexiko

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Beamte der US-Grenzschutzbehörde (CBP) bereiten am Grenzübergang in Hidalgo, Texas, Migranten auf ihre Rückführung vor
Beamte der US-Grenzschutzbehörde (CBP) bereiten am Grenzübergang in Hidalgo, Texas, Migranten auf ihre Rückführung vor

Washington. Ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft der Regierung von US-Präsident Donald Trump schwere Verstöße gegen die Rechte von Migrant:innen vor. Demnach haben die USA zwischen Januar 2025 und März 2026 mehr als 18.000 Personen abgeschoben, fast 13.000 davon nach Mexiko. Besonders betroffen seien Kubaner:innen. Der HRW-Bericht trägt den Titel "Casting Us Away to Die" ("Weggeworfen, um zu sterben").

Der Bericht stützt sich auf mehr als 50 Interviews mit Betroffenen in den südmexikanischen Städten Tapachula und Villahermosa. Viele seien ohne richterliche Anhörung gegen ihren Willen nach Mexiko gebracht worden. HRW spricht von systematischer Verweigerung rechtsstaatlicher Verfahren.

Kubanische Staatsangehörige stellen der Untersuchung zufolge mit mehr als 4.300 Menschen die größte Gruppe der nach Mexiko Abgeschobenen dar. Viele von ihnen lebten seit Jahrzehnten in den USA, häufig seit den 1980er- oder 1990er-Jahren. Mehr als die Hälfte der Interviewten hatte nach Angaben von HRW eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung besessen, diese jedoch verloren. Rund 26 Prozent der Betroffenen hatten keinerlei Vorstrafen, 16 Prozent waren wegen Gewaltdelikten verurteilt worden.

Die Betroffenen berichteten zudem von miserablen Bedingungen in US-Haftanstalten. Genannt werden extreme Temperaturen, mangelnde medizinische Versorgung und unzureichende Unterbringung. Viele seien bei routinemäßigen Terminen mit der Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden, andere direkt am Arbeitsplatz oder mitten auf der Straße.

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Nach ihrer Abschiebung würden viele Migranten in den Süden Mexikos gebracht, wo sie kaum Zugang zu Arbeit, Unterkünften oder Gesundheitsversorgung hätten. Laut HRW gerieten sie dort zusätzlich in Gefahr durch organisierte Kriminalität und Kartelle. Besonders ältere Personen, die zum Teil über Jahrzehnte in den USA lebten, seien betroffen. Ein Mitarbeiter eines Migrantenheims in Villahermosa berichtete, die Einrichtung habe zuletzt sogar Menschen im Alter von über 80 Jahren aufgenommen.

Hintergrund ist die massive Verschärfung der US-Migrationspolitik unter Trump. Im Zuge seines angekündigten Programms von Massenabschiebungen geraten zunehmend auch Migranten ins Visier, die zuvor oft nicht prioritär verfolgt wurden – darunter langjährige kubanische Bewohner der USA. Da Länder wie Kuba oder Venezuela nur begrenzt Abschiebeflüge akzeptieren oder Rückführungen verweigern, werden Betroffene auf Grundlage bilateraler Vereinbarungen nach Mexiko gebracht. Die genaue Ausgestaltung dieser Abkommen ist bislang jedoch geheim.

Zeitgleich nahm ihrerseits die mexikanische Regierung Abschiebeflüge für kubanische Migrant:innen wieder auf. Mit den Chartermaschinen, die gemeinsam mit Havanna organisiert werden, reagiert Mexiko offiziellen Angaben zufolge auf die Überfüllung von Grenzunterkünften. Beobachter:innen verweisen jedoch auch auf den wachsenden Druck aus Washington. Woche für Woche werden nun Dutzende Menschen nach Kuba zurückgebracht, weil sie ihren legalen Aufenthaltsstatus nicht nachweisen konnten.

HRW fordert von den USA, die Abschiebungen nach Mexiko auszusetzen, solange keine transparenten Vereinbarungen mit garantierten rechtsstaatlichen Verfahren und Asylprüfungen existieren. Zudem verlangt die Menschenrechsorganisation die Veröffentlichung der geheimen Abkommen zwischen Washington und Mexiko-Stadt. Die mexikanische Regierung solle den Betroffenen legale Aufenthaltsmöglichkeiten sowie Zugang zu medizinischer Versorgung garantieren.