Erster Haftbesuch bei Ruth López in El Salvador

Claudia López erhielt erstmals Zugang zum Gefängnis. Die Familie warnt vor Risiken für den Gesundheitszustand

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Ruth López ist seit einem Jahr unschuldig in Haft
Ruth López ist seit einem Jahr unschuldig in Haft

San Salvador. Claudia López, Schwester der politischen Gefangenen Ruth López, hat die Aktivistin aus El Salvador zum ersten Mal in Haft besucht. Sie hatte die erste Genehmigung zu einem 30-Minuten-Besuch im Gefängnis. Claudia López berichtet darüber in einem Videostatement.

Ruth López, Leiterin der Antikorruptionsabteilung der Menschenrechtsorganisation Cristosal, wurde am 18. Mai 2025 verhaftet und am 4. Juni 2025 in Untersuchungshaft überführt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern im Jahr 2016 (amerika21 berichtete). Eine Anklage liegt bis heute nicht vor. Auch einen Termin für die Eröffnung eines Verfahrens vor Gericht gibt es noch nicht. Das Fehlen von Ermittlungsergebnissen, die anhaltende Inhaftierung sowie die absolute Geheimhaltung über das Verfahren, die bei der Anhörung im Juni 2025 ohne weitere Begründung verhängt worden ist, unterstützen die Befürchtungen, dass die internationalen Vorgaben für faire und angemessene Verfahren nicht eingehalten werden und die Anschuldigungen gegenüber Ruth López ein Vorwand dafür sind, ihre kritische Stimme zum Schweigen zu bringen.

Claudia López berichtet, wie wichtig dieser Besuch für sie beide war. Besuche von Angehörigen bei Inhaftierten im Gefängnis sind ein garantiertes Recht, das allerdings seit dem Beginn des Ausnahmezustands in El Salvador im März 2022 in der Regel verweigert wird. Weil die Interamerikanische Menschenrechtskommission im September 2025 Schutzmaßnahmen für Ruth López angeordnet hat, zu denen auch Familienbesuche gehören, wurden sie erst ermöglicht.

Allerdings weist sie auf eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustands von Ruth López hin. Erst im Nachhinein hatte die Familie erfahren, dass Ruth im Mai in einem Krankenhaus einen chirurgischen Eingriff hatte, bei dem ein Tumor in der Brust entfernt worden ist. Bis heute kennen weder Ruth noch ihre Familie die Ergebnisse der Biopsie und welche Konsequenzen daraus für eine medizinische Behandlung gezogen werden müssten, obwohl diese Informationen bei allen zuständigen Stellen mehrfach angefordert worden sind.

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Bekannt wurde ein extrem hoher Blutfettwert von 600, der aus der schlechten Nahrungsqualität in Haft resultiert und zu Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßverkalkung führen kann. Claudia López sieht die Gesundheit ihrer Schwester in großer Gefahr.

Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen haben Ruth López zur politischen Gefangenen erklärt und fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Zur Klärung der von der Staatsanwaltschaft erhobenen, aber noch immer unbewiesenen Vorwürfe fordern sowohl die Familie als auch die Organisationen, die für sie eintreten, ein öffentliches Verfahren, bei dem alle Beweise und Verfahrensschritte einsehbar und unabhängig überprüfbar sind. Die Regierung El Salvadors wird insbesondere aufgefordert, die Gesundheit und medizinische Behandlung von Ruth López zu garantieren und die Ergebnisse der Untersuchungen mitzuteilen.

Amnesty International hat eine Online-Petition gestartet und bittet um Unterstützung.