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Kommunale Strukturen helfen bei Krisen in Venezuela

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Viel Unterstützung wird nach dem Erdbeben in Venezuela von kommunalen Strukturen geleistet
Viel Unterstützung wird nach dem Erdbeben in Venezuela von kommunalen Strukturen geleistet

Caracas. Die Opferzahlen nach dem Doppelerdbeben vom 24. Juni in Venezuela sind nach offiziellen Angaben auf 4.561 Todesopfer und 16.740 Verletzte gestiegen. Etwas über 6.400 Personen seien demnach aus den Trümmern gerettet worden. Die Regierung hat 108 vorläufige Unterkünfte eingerichtet, in denen gegen 20.000 Menschen untergebracht worden sind. Zudem wurden rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter verteilt.

Neben vor allem in internationalen Medien kolportierter Kritik am Krisenmanagement der Regierung haben in Venezuela in den letzten Tagen auch die zunehmende Militärpräsenz der USA im Katastrophengebiet sowie der Empfang israelischer Militärangehöriger durch die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez für Unmut gesorgt (amerika21 berichtete).

Die US-amerikanische Kommentatorin Jacqueline Luqman äußert in einer aktuellen Analyse die Befürchtung, die USA könnten die Katastrophe ausnutzen, um ihre Kontrolle über Venezuela zu festigen und die "imperialistische Ausplünderung" des Landes zu intensivieren. Auch das linke Magazin Monthly Review bezeichnet die Intervention US-amerikanischer Militärs mit über 2.000 Soldaten, mehreren direkt vor Venezuelas Küste stationierten Kriegsschiffen und der Präsenz von Aufklärungsdrohnen und Helikoptern nahe der Hauptstadt Caracas als faktische "Besetzung" Venezuelas.

Andere Autoren sehen die Lage trotz der schweren Schäden optimistischer und betonen die Bedeutung der vom ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez geschaffenen Strukturen der kommunalen Räte und Kommunen, die die Selbstorganisation der Menschen gerade in der aktuellen Katastrophensituation stärken.

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Der argentinische Aktivist Laureano Sosa, der in Venezuela lebt und arbeitet, beschreibt die Rolle der landwirtschaftlichen Kommunen bei der Bereitstellung erster Hilfsgüter: "In verschiedenen Regionen des Landes organisierten die Produzenten der Kommunen die Sammlung, Verarbeitung und den massenhaften Versand von Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs nach La Guaira, dem am schwersten betroffenen Gebiet." Auch bei der Bereitstellung von vorübergehenden Unterkünften und bei improvisierten Gemeinschaftsküchen hätten die kommunalen Räte eine entscheidende Funktion.

Emilia Trabucco und Solange Martínez vom lateinamerikanischen Nachrichtenportal Nodal verweisen auf die organisierte Hilfsarbeit von kommunalen und Nachbarschaftsorganisationen, in denen sie einen lebendigen Ausdruck der "Volksmacht" sehen, die in zwei Jahrzehnten unter chavistischen Regierungen aufgebaut worden sei.

Über 28.000 Freiwillige seien bereits in den ersten Tagen nach den Erdbeben im Einsatz gestanden und hätten zahlreiche Opfer unter den Trümmern geborgen. Auch bei der Unterbringung von Geschädigten hätten lokale Strukturen eine entscheidende Rolle gespielt. "Dieses Netzwerk der territorialen Organisation ermöglichte es, die staatlichen Maßnahmen zu ergänzen und die Hilfe in Stadtvierteln und Ortschaften aufrechtzuerhalten, in denen Schäden an der Infrastruktur den Zugang der Rettungskräfte erschwerten", so die beiden Forscherinnen.

Trabucco und Martínez kritisieren, dass diese Realität in den großen Medien nur unzureichend dargestellt werde: "Wie zu erwarten war, wird die humanitäre Revolution nicht übertragen", schreiben sie in Anlehnung an den bekannten Dokumentarfilm "La Revolución no será televisada" (Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen) aus den Anfangsjahren der bolivarischen Revolution.