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Brasilien setzt Forensik gegen illegalen Goldabbau ein

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Brasilien kombiniert Polizeieinsätze mit forensischen Analysen, um gegen den illegalen Goldabbau vorzugehen.
Brasilien kombiniert Polizeieinsätze mit forensischen Analysen, um gegen den illegalen Goldabbau vorzugehen.

Brasília. Brasilien setzt zunehmend forensische Methoden ein, um den illegalen Goldabbau im Amazonasgebiet zu bekämpfen. Denn die Folgen von Entwaldung und der hohen Quecksilberbelastung treffen vor allem den Regenwald sowie indigene und traditionelle Gemeinschaften.

In dem Nationalen Institut für Kriminalistik in der Hauptstadt Brasília ist ein "Goldlabor" eingerichtet worden, das Goldproben aus ganz Brasilien sammelt und analysiert. Dort soll festgestellt werden, ob das untersuchte Gold aus illegalem Bergbau stammt.

Möglich wird dies durch den sogenannten "Fingerabdruck" des Goldes. Grundlage ist, dass Gold während seiner Entstehung im Gestein oder Flussbett charakteristische Spuren von Elementen wie Silber oder Kupfer aufnimmt. Diese ermöglichen Rückschlüsse auf seine Herkunft. Belege aus den forensischen Untersuchungen sollen der Polizei helfen, Ermittlungen zu unterstützen und Anklagen zu erleichtern.

Satelliten- und Luftbilder deuten auf ein Betrugssystem sogenannter "Geisterminen" hin. Legale Minen melden Goldförderung, obwohl dort kein Abbau stattfindet, während das Gold offenbar aus illegalem Bergbau in indigenen Schutzgebieten stammt. Außerdem sieht der brasilianische Bundesrechnungshof Hinweise darauf, dass Genehmigungen für den Kleinbergbau genutzt werden, um rechtswidrig in Schutzgebieten gefördertes Gold zu legalisieren.

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Eine Analyse der Organisation MapBiomas aus 2023 ergab, dass über 90 Prozent des Bergbaus in Brasilien im Amazonasgebiet stattfindet. Davon entfallen fast 40 Prozent auf illegalen Bergbau in Schutzgebieten. Nach Schätzungen von Amazon Mining Watch wurden allein im selben Jahr rund 496.000 Hektar Regenwald für den Bergbau abgeholzt, davon etwa 223.000 Hektar im brasilianischen Amazonasgebiet.

Kriminelle Netzwerke nutzen laut Gustavo Geiser, Forensikexperte und Leiter des Labors, auch zunehmend Nachbarländer wie Venezuela, Französisch-Guayana und Suriname, um illegal gefördertes Gold in legale Lieferketten einzuschleusen. Goldproben aus diesen Ländern werden deshalb ebenfalls in die wachsende Datenbank des brasilianischen Labors aufgenommen. Die grenzüberschreitende Kriminalität hat die Staaten der Region zudem veranlasst, ihre Zusammenarbeit im Internationalen Polizeikooperationszentrum für den Amazonas in Manaus zu intensivieren.

Nun pocht auch das Bundesgericht auf wirksame strukturelle Maßnahmen zur Kontrolle, Rückverfolgung und Überwachung der Produktions- und Vertriebsketten von Gold in Brasilien. Insbesondere die Nationale Bergbaubehörde und die brasilianische Zentralbank (Bacen) sollen stärker in die Verantwortung genommen werden.

Die Bundesstaatsanwaltschaft empfiehlt strengere Kontrollen gegen den illegalen Goldabbau im Amazonas. Künftig sollen Flussbagger nur noch mit gültiger Umweltgenehmigung und Bergbautitel betrieben werden dürfen. Zudem fordert die Behörde eine stärkere Überwachung von Werkstätten und Werften, um Baggerschiffe, die für den illegalen Bergbau bestimmt sind, bereits vor ihrer Fertigstellung zu stoppen. Außerdem sollen künftig alle Baggerschiffe im Amazonasgebiet verpflichtend mit GPS-Ortungsgeräten ausgestattet werden.