Mexiko verhaftet Ex-Gouverneur von Guerrero im Fall Ayotzinapa

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Ángel Aguirre befindet sich seit dem 6. August in Untersuchungshaft
Ángel Aguirre befindet sich seit dem 6. August in Untersuchungshaft

Mexiko-Stadt. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Ángel Aguirre Rivero, den ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Guerrero (2011-2014), überraschend verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, für die Vernichtung von Beweisen des gewaltsamen Verschwindenlassens der 43 Studenten von Ayotzinapa verantwortlich zu sein. Der Politiker wurde in das Hochsicherheitsgefängnis No1 namens Altiplano im Bundesstaat Mexiko überstellt, wie das Sekretariat für Sicherheit und Bürgerschutz (SSPC) berichtete.

Die Generalstaatsanwältin Ernestina Godoy Ramos veröffentlichte eine Videobotschaft zu der vielbeachteten Verhaftung des Spitzenpolitikers. Der damalige Gouverneur habe angeordnet, Aufnahmen des Tatorts von der Nacht des 26. September 2014 zu vernichten, so Godoy. Konkret geht es um die Aufzeichnungen der Überwachungskameras vor dem Staatsjustizpalast in Iguala, auf denen zu sehen war, wie ein Bus mit Studierenden des Lehrerseminars von Ayotzinapa von der Stadt- und Staatspolizei gestoppt wurde. Die Studenten sind seither spurlos verschwunden.

Das Verbergen dieser Aufzeichnungen sei das Ergebnis einer böswilligen Aktion, die "von der Spitze der staatlichen Exekutive aus gesteuert wurde", so Godoy. Ursprünglich hieß es, die Kameras hätten wegen technischer Fehler die Tat nicht aufgezeichnet. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft, die seit Ende 2025 von Godoy geleitet wird, sagte im Januar 2026 ein Zeuge aus, dass die Videoaufzeichnungen jedoch existiert hätten. Im Mai 2026 bestätigte eine zweite Person im Zeugenschutzprogramm, Ángel Aguirre habe befohlen, alle Beweise der Ereignisse in der Nähe des Justizpalastes in Iguala verschwinden zu lassen.

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Aguirre trat am 23. Oktober 2014, vier Wochen nach dem Verschwinden der 43 Studenten, aufgrund des massiven politischen Drucks von seinem Gouverneursposten zurück. Er blieb jedoch in der Politik von Guerrero aktiv und leitet heute die Organisation Progressive Linke Guerrero (IPG). Diese nimmt derzeit am internen Prozess der Regierungspartei Morena teil, um die Kandidatur für das Gouverneursamt bei den Wahlen 2027 auszuwählen.

Die Väter und Mütter der 43 Verschwundenen sowie zivile Organisationen, die sie begleiten, haben von der Verhaftung des ehemaligen Gouverneurs von Guerrero aus den Medien erfahren. Die neue Untersuchung im seit zwölf Jahren ungelösten Fall Ayotzinapa könnte dazu beitragen, "dass die Familien der verschwundenen Studenten Gerechtigkeit erhalten", schreiben die Angehörigen in einer kurzen Mitteilung.

Die Rechtsbeistände der Eltern der 43 Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa nahmen an der ersten Anhörung zur Anklageerhebung gegen den ehemaligen Gouverneur teil. Isidoro Vicario, Anwalt der Familien, bewertete die Festnahme Aguirre Riveros als positiv. Er betonte jedoch, dass die Familien der Ansicht seien, dass sich die Ermittlungen nicht nur auf bundesstaatliche oder kommunale Behörden beschränken dürften: "Es müssen auch andere Spuren verfolgt werden, auch solche, die zu den Bundesbehörden und sogar zur mexikanischen Armee führen."