Bogotá. Fünf Tage nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens hat Präsident Abelardo de la Espriella US-Präsident Donald Trump gebeten, die Strafzölle auf kolumbianische Produkte vorübergehend auszusetzen. Wie De la Espriella am Samstag mitteilte, telefonierte er zehn Minuten lang mit Trump und bat ihn, betroffenen Unternehmern angesichts der Erdbebenfolgen etwas wirtschaftliche Erleichterung zu verschaffen. Trump habe den Familien der Opfer sein Beileid ausgesprochen.
Die USA hatten die Zölle auf viele kolumbianische Waren Ende Juli von zehn auf 12,5 Prozent angehoben – Kaffee und Erdöl sind davon ausgenommen. Washington begründete den Schritt mit mangelnden Fortschritten Kolumbiens im Kampf gegen Zwangsarbeit. Der Streit um die Zölle bestand bereits vor dem Beben.
De la Espriella dankte Trump zudem für bereits geleistete US-Hilfe, darunter Rettungsteams und finanzielle Unterstützung. Die Bitte um eine Zollaussetzung ist Teil eines umfassenderen Plans der kolumbianischen Regierung, Washington zu einer Rücknahme der Zollerhöhung zu bewegen.
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Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte am 10. August sein Epizentrum nahe San José del Palmar im Departamento Chocó, in rund 103 Kilometern Tiefe. Es gilt als eines der stärksten, die Kolumbien im vergangenen Jahrhundert erschüttert haben. Besonders betroffen sind die Städte Pereira, Cali, Manizales, Armenia und Quibdó.
Nach jüngsten Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde UNGRD sind mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen, fast 3.900 wurden verletzt und mehrere Hundert werden noch vermisst.

