Die Pandemie und das Weltsystem - Teil I

Eine ausführliche Bewertung der Weltlage in Corona-Zeiten von Ignacio Ramonet

usa_corona_new_york_provisorische_klinik_1.jpg

"Es war bekannt... Man wusste es... Die Katastrophe hätte abgewendet werden können...". Eins von vielen provisorischen Lazaretten in New York
"Es war bekannt... Man wusste es... Die Katastrophe hätte abgewendet werden können...". Eins von vielen provisorischen Lazaretten in New York

Sieben Publikationen haben beschlossen, diesen Beitrag von Ramonet gemeinsam zu verbreiten: Nodal (Argentinien), Le Monde diplomatique en español (Spanien), Le Monde diplomatique Edición Cono Sur El Diplo (Buenos Aires), Le Monde diplomatique Edición Chilena (Santiago de Chile), La Jornada (Mexiko), Cubadebate (Kuba) und Mémoire des luttes (Frankreich).

amerika21 ist die achte ... und bringt die deutsche Übersetzung aufgrund der Länge des Textes in drei Teilen. Teil II folgt am Samstag, 9. Mai, Teil III am Montag, 11. Mai.


Teil I

Für Tony Martinez

Eine soziale Tatsache

Es geht alles sehr schnell. Keine Pandemie verlief jemals so rasch und in solchem Ausmaß. Erst vor 100 Tagen ist in einer fernen, unbekannten Stadt ein Virus aufgetaucht, das bereits die ganze Welt erobert hat und Milliarden von Menschen in ihre Häuser zwingt. Etwas, das nur in den post-apokalyptischen Fiktionen vorstellbar gewesen ist…

Inzwischen ignoriert niemand die Tatsache, dass die Pandemie nicht nur eine Gesundheitskrise ist. Sie stellt etwas dar, was die Sozialwissenschaften als ein "gesamtgesellschaftliches Ereignis" beschreiben, in dem Sinne, dass sie alle sozialen Beziehungen und alle Akteure, Institutionen und Werte erschüttert.

Die Menschheit macht ‒ voller Angst, Leid und Ratlosigkeit ‒ eine völlig neue Erfahrung. Wir stellen konkret fest, dass jene Theorie vom "Ende der Geschichte" ein Trugschluss ist… wir entdecken, dass die Geschichte tatsächlich unvorhersehbar ist. Wir sind mit einer rätselhaften Situation konfrontiert. Beispiellos1. Niemand kann diesen seltsamen Moment einer solchen Undurchsichtigkeit interpretieren und erhellen, in dem unsere Gesellschaften in ihren Grundfesten erzittern, als würden sie von einer kosmischen Katastrophe erschüttert. Und es gibt keine Zeichen, die uns den Weg weisen könnten... Eine Welt bricht zusammen. Wenn alles vorbei ist, wird das Leben nicht mehr dasselbe sein.

Noch vor wenigen Wochen gab es Dutzende von Protesten in der Welt, von Hongkong bis Santiago de Chile, über Teheran, Bagdad, Beirut, Algier, Paris, Barcelona und Bogotá. Das neue Coronavirus hat einen nach dem anderen erstickt, während es sich schnell und heftig in der ganzen Welt ausbreitete... Den Szenen fröhlicher Massen, die Straßen und Plätze besetzten, folgten die ungewohnten Bilder von leeren, stummen, gespenstischen Straßenzügen. Stille Sinnbilder, die für immer die Erinnerung an diesen seltsamen Moment prägen werden.

Wir erleiden in unserer eigenen Existenz den berühmten "Schmetterlingseffekt": Jemand auf der anderen Seite des Planeten isst ein seltsames Tier, und drei Monate später befindet sich die Hälfte der Menschheit in Quarantäne... Ein Beweis dafür, dass die Welt ein System ist, in dem jedes Element, aus dem sie sich zusammensetzt, so unbedeutend es auch erscheinen mag, mit anderen interagiert und am Ende das Ganze beeinflusst.

Verängstigt wenden die Bürger ihre Augen der Wissenschaft und den Wissenschaftlern zu ‒ wie in der Vergangenheit der Religion ‒ und flehen um die Entdeckung eines rettenden Impfstoffs, dessen Entwicklung viele Monate dauern wird. Denn das menschliche Immunsystem braucht Zeit, um Antikörper zu produzieren, und einige gefährliche Nebenwirkungen brauchen Zeit, um sichtbar zu werden...

Die Menschen suchen auch Zuflucht und Schutz beim Staat, der nach der Pandemie zum Nachteil des Marktes verstärkt eingreifen könnte. Generell gilt: Je traumatischer die kollektive Angst, desto größer der Wunsch nach dem Staat, nach Autorität, nach Lenkung. Auf der anderen Seite sind internationale und multilaterale Organisationen aller Art (UNO, Internationales Rotes Kreuz, G7, G20, IWF, Nato, Weltbank, OAS, WTO usw.) der Tragödie durch ihr Schweigen oder ihre Unstimmigkeiten nicht gewachsen. Der Planet entdeckt verblüfft, dass es keinen Kommandeur an Bord gibt... Diskreditiert wegen ihrer strukturellen Komplizenschaft mit den Pharmamultis2, hat selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht genügend Autorität, um die Führung im weltweiten Kampf gegen die neue Geißel zu übernehmen, wie sie es eigentlich sollte.

Währenddessen sind die Regierungen hilflos Zeugen der unaufhaltsamen Ausbreitung dieser neuen Pest auf allen Kontinenten3. Gegen die es weder einen Impfstoff noch ein Medikament noch eine Heilung noch eine Behandlung gibt, die das Virus aus dem Organismus eliminiert4 ... Und das wird andauern5 ... Solange der Keim in irgendeinem Land präsent ist, werden Neuinfektionen unvermeidlich und zyklisch sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Epidemie nicht gestoppt werden kann, bevor der Mikroorganismus etwa 60 Prozent der Menschheit infiziert hat.

Was als Gegenbild einer Utopie und als typisch für Science-Fiction-Diktaturen schien, ist "normal" geworden. Menschen werden mit einer Geldstrafe belegt, wenn sie ihr Haus verlassen, um sich die Beine zu vertreten oder mit ihrem Hund spazieren zu gehen. Wir akzeptieren, dass unser Mobiltelefon uns überwacht und uns bei den Behörden meldet. Und es wird vorgeschlagen, dass jeder, der ohne sein Telefon auf die Straße geht, mit Gefängnis bestraft wird.

Der seit langem bestehende neoliberale Autismus wird breit kritisiert, insbesondere wegen seiner verheerenden Politik der völligen Privatisierung der öffentlichen Gesundheitssysteme, die sich als kriminell erwiesen und sich als absurd herausgestellt hat. Wie Yuval Noah Harari sagte: "Die Regierungen, die in den letzten Jahren durch Kürzungen bei den Gesundheitsdiensten Geld gespart haben, werden jetzt wegen der Epidemie sehr viel mehr ausgeben6." Die Schmerzensschreie der Tausenden von Kranken, die gestorben sind, weil es keine Betten auf den Intensivstationen (ICU) gibt, verurteilen die Fanatiker der Privatisierung, der Kürzungen und der Sparpolitik für lange Zeit.

Es wird nun offen von Verstaatlichung, Rückverlagerung, Reindustrialisierung, von pharmazeutischer und gesundheitlicher Souveränität gesprochen. Es wird wieder ein Wort benutzt, das die Neoliberalen stigmatisiert, in die Ecke gedrängt und verbannt haben: Solidarität. Die Weltwirtschaft wird durch die erste globale Quarantäne der Geschichte gelähmt. Überall auf der Welt gibt es gleichzeitig eine Krise von Angebot und Nachfrage. Etwa 170 Länder (von den 195 existierenden) werden im Jahr 2020 ein Minuswachstum aufweisen. Mit anderen Worten, eine schlimmere wirtschaftliche Tragödie als die Große Rezession von 1929. Millionen Unternehmer und Arbeitnehmer fragen sich, ob sie an dem Virus oder an Bankrott und Arbeitslosigkeit sterben werden.

David Beasley, Leiter des Welternährungsprogramms (WFP), hat vor der sich anbahnenden katastrophalen Situation gewarnt: "Wir stehen am Rande einer 'Unterernährungspandemie'. Die Zahl der Menschen, die unter schwerem Hunger leiden, könnte sich bis Ende des Jahres verdoppeln und die Zahl von 250 Millionen Personen übersteigen...7" Niemand weiß, wer sich um das Land kümmern wird, ob die Ernten verloren geht, ob es an Nahrungsmitteln fehlen wird, ob wir zur Rationierung zurückkehren werden... Die Apokalypse klopft an unsere Tür.

Der einzige Lichtblick ist, dass die Umwelt eine Atempause bekommen hat, da der Planet im Pausenmodus ist. Die Luft ist klarer, die Vegetation üppiger, die Tierwelt freier. Die Luftverschmutzung, die jedes Jahr Millionen Menschen tötet, ist zurückgegangen. Plötzlich sieht die Natur, vom Dreck der Umweltverschmutzung reingewaschen, wieder so schön aus ... Als ob das Ultimatum an die Erde, das uns das Coronavirus stellt, auch eine verzweifelte letzte Warnung auf unserem selbstmörderischen Weg zum Klimawandel wäre: "Vorsicht! Nächster Halt: Zusammenbruch."

Auf der geopolitischen Ebene hat der spektakuläre Angriff eines unbekannten Akteurs ‒ des neuen Coronavirus ‒ das Schachbrett des Weltsystems völlig durcheinander gebracht. An allen Kriegsfronten ‒ Libyen, Syrien, Jemen, Afghanistan, Sahel, Gaza usw. ‒ wurden die Kämpfe ausgesetzt. Die Seuche selbst, mit mehr Autorität als der Sicherheitsrat selbst, de facto eine Pax Corona durchgesetzt…

In der internationalen Politik hat das grauenhafte Management dieser Krise durch Präsident Donald Trump der weltweiten Führungsrolle der USA einen schweren Schlag versetzt, die weder sich selbst noch anderen helfen konnten. China hingegen hat es nach einem fehlerhaften Start im Kampf gegen die neue Geißel geschafft, sich zu erholen, Hilfe in hundert Länder zu schicken und scheint das größte Trauma der Menschheit seit Jahrhunderten überwunden zu haben. Die Zukunft der neuen Weltordnung könnte gerade jetzt entschieden werden…

In jedem Fall ist die schockierende Realität, dass die mächtigsten Mächte und die fortschrittlichsten Technologien sich als unfähig erwiesen haben, die globale Ausbreitung von Covid-198 zu stoppen, der Krankheit, die durch das SARS-CoV-2-Virus9, den neuen großen planetaren Killer, verursacht wird.

Das Coronavirus

Die Zahl der Opfer hört nicht auf zu wachsen... Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels übersteigt die Zahl der Todesfälle 150.000 ... Die Zahl der Infizierten liegt bei über zweieinhalb Millionen... Und die Zahl derer, die in ihren Häusern eingesperrt sind, beläuft sich auf über vier Milliarden... Letzteres ist bisher auch noch nie passiert... Die Worte "Ausgangssperre" und "Quarantäne", die zu vergessenen Zeiten und zum mittelalterlichen Lexikon zu gehören schienen, sind zu gängigen Ausdrücken geworden. Sie illustrieren schließlich am besten unsere aktuelle abnormale Normalität.

Es gibt auf höchster Ebene10eine Kontroverse über den Ursprung dieses Virus, das zuerst in Wuhan (Hubei, China) aufgetreten ist. Da "Patient Null", also die erste Ansteckung von Tier zu Mensch, noch nicht identifiziert wurde11, kursieren verschiedene Spekulationen. Einerseits beschuldigten die Behörden in Peking die US-Armee, den Keim in einem Militärlabor in Fort Detrick (Frederick, Maryland) als bakteriologische Waffe hergestellt zu haben, um den chinesischen Aufstieg in der Welt zu stoppen, und ihn in China anlässlich der World Military Games, einem Wettkampf, der im Oktober 2019, genau... in Wuhan, stattfand, verbreitet zu haben12.

Auf der anderen Seite hat Präsident Trump selbst mehrmals Peking bezichtigt13, nachdem der einflussreiche republikanische Senator aus Arkansas, Tom Cotton, der zuweilen als nächster Direktor des Geheimdienstes CIA gehandelt wurde, chinesische Militärwissenschaftler14 beschuldigte, den neuen Keim in einem Labor "für Virologie und Biosicherheit" produziert zu haben, das sich ebenfalls... in Wuhan15 befindet.

Von Verschwörungstheoretikern auf beiden Seiten in Umlauf gebracht, sind diese widersprüchlichen Versionen (es gibt noch andere16) in sozialen Netzwerken17 weit verbreitet. Sie haben wenig Fundament. Zuverlässige wissenschaftliche Studien schließen aus, dass es sich bei dem neuen Coronavirus um eine biologische Design-Waffe handelt, die absichtlich oder zufällig freigesetzt wurde18: "Unsere Analysen zeigen eindeutig, dass SARS-CoV-2 weder ein Laborkonstrukt noch ein absichtlich manipuliertes Virus ist19," erklärte Professor Edward C. Holmes von der Universität Sydney (Australien) kategorisch, der weltweit führende Experte für den neuen Erreger.

Wir wissen immer noch nicht viel über diesen Infektionserreger: Wir wissen zum Beispiel nicht, ob er bereits mutiert ist oder ob er noch mutieren wird... oder warum er mehr Männer als Frauen infiziert. Wir wissen auch nicht, was bestimmt, ob zwei Menschen mit ähnlichen Merkmalen ‒ jung, gesund, ohne Vorerkrankungen ‒ entgegengesetzte Formen der Krankheit entwickeln, die eine leicht, die andere schwer oder tödlich. Auch nicht, warum Kinder fast nie schwere Formen der Infektion haben. Weder ob die geheilten Patienten das Virus weiter übertragen, noch ob sie wirklich immun werden...

Aber unter internationalen Forschern20 herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass dieser neue Keim auf die gleiche Weise aufgetaucht ist wie andere vor ihm: über den Sprung vom Tier zum Menschen... Fledermäuse, Vögel und verschiedene Säugetiere (insbesondere Schweine) beherbergen von Natur aus mehrere Coronaviren. Beim Menschen gibt es sieben bekannte Typen des Coronavirus, die uns infizieren können. Vier von ihnen verursachen verschiedene Arten der gewöhnlichen Erkältung. Und drei andere, die kürzlich aufgetreten sind, verursachen weitaus tödlichere Krankheiten, wie das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS), das 2002 auftrat; das respiratorische Syndrom des Nahen Ostens (MERS), das 2012 auftauchte; und schließlich diese neue Krankheit, Covid-19, verursacht durch SARS-CoV-2, deren erster Ausbruch, wie bereits erwähnt, im Dezember 2019 auf dem Meeresfrüchtemarkt von Wuhan entdeckt wurde. Dieser neue Keim habe die Fledermaus als "ursprünglichen Wirt" und ein anderes noch nicht formell identifiziertes Tier ‒ das Schuppentier21? ‒ als "Zwischenwirt" gehabt, von dem er, nachdem er besonders gefährlich geworden war, auf den Menschen übergesprungen sei.

Was noch nicht ganz geklärt wurde, ist, warum dieser neue Erreger, wo wir doch bereits mit sechs anderen Coronaviren leben und sie weltweit unter Kontrolle haben, eine so kolossale Pandemie verursachen konnte? Welche Besonderheit hat dieser Keim? Warum hat seine Infektionsgeschwindigkeit die Prognosen der besten Gesundheitsbehörden der Welt übertroffen?

Zweifellos haben, wie vielfach wiederholt wurde, Bedingungen, die nichts mit dem Virus zu tun haben, wie die derzeitige Geschwindigkeit der Kommunikation, die Hypermobilität und die Intensität des Austauschs im Zeitalter der Globalisierung seine Verbreitung begünstigt. Dies ist offensichtlich. Aber warum haben sich dann SARS im Jahr 2002 oder MERS im Jahr 2012, die ebenfalls durch neue Coronaviren verursacht werden, nicht auf der ganzen Welt gleichermaßen "globalisiert"?

Um diese Fragen zu beantworten, muss man sich als Erstes daran erinnern, dass "Viren beunruhigend sind, da sie weder tot noch lebendig sind. Sie sind nicht lebendig, weil sie sich nicht selbst reproduzieren können. Sie sind nicht tot, denn sie können in unsere Zellen eindringen, ihre Maschinerie kapern und sich vermehren. Und darin sind sie wirksam und raffiniert, weil sie seit Millionen von Jahren immer neue Wege zur Umgehung unseres Immunsystems entwickelt haben22."

Aber was SARS-CoV-2 speziell von anderen Killerviren unterscheidet, ist genau seine Strategie der stillen Verbreitung. Das heißt, seine Fähigkeit, sich auszubreiten, ohne Verdacht zu erregen, selbst bei seinen eigenen Opfer. Zumindest in den ersten Tagen der Infektion, wenn die infizierte Person keinerlei Symptome der Krankheit zeigt.

Wir wissen nicht genau, warum sich das Virus so schnell ausbreitet, aber was wir wissen, ist, dass es in dem Moment, in dem es durch die Augen, die Nase oder den Mund in den Körper seines Opfers eindringt, bereits beginnt, sich exponentiell zu vermehren... Laut der Forscherin Isabel Sola vom spanischen Nationalen Zentrum für Biotechnologie: "Sobald es sich in der ersten menschlichen Zelle befindet, erzeugt jedes Coronavirus in weniger als 24 Stunden bis zu 100. 000 Kopien von sich selbst ... "23. Aber darüber hinaus ist eine weitere einzigartige und clevere Eigenschaft dieses Erregers, dass er, wenn er in den menschlichen Körper eindringt, seinen ersten Angriff, während er noch nicht nachweisbar ist, auf die oberen Atemwege der infizierten Person konzentriert, von der Nase bis zum Rachen, wo er sich mit rasender Intensität vermehrt. Ab dem Moment wird dieser Mensch ‒ der nichts davon spürt – schon zu einer bakteriologischen Bombe und beginnt, das tödliche Virus einfach durch Sprechen oder Atmen massiv in seiner Umgebung zu verbreiten...

Das ist das Hauptmerkmal, die fatale Einzigartigkeit dieses neuen Coronavirus. In China waren bis zu 86 Prozent der Infektionen auf Menschen ohne irgendwelche Symptome, ohne erkennbare Anzeichen einer Erkrankung zurückzuführen. An der Universität Oxford zeigte eine Gruppe von Forschern auf, dass bis zur Hälfte der SARS-CoV-2-Infektionen auf nicht diagnostizierte Personen ohne erkennbare Symptome zurückzuführen sind.

Nur eine Minderheit der Infizierten erleidet den zweiten Angriff des Keims, diesmal konzentriert auf die Lunge, ähnlich wie bei SARS im Jahr 2002 (obwohl die Virusbelastung des neuen Coronavirus tausendmal höher ist als die von SARS) und verursacht Lungenentzündungen, die vor allem bei Menschen über 65 Jahren mit chronischen Krankheiten tödlich verlaufen können.

Da die Zahl der Infizierten massiv und gleichzeitig ist, kann diese Minderheit, die 15 Prozent aller Infizierten ausmacht und die in die Krankenhäuser geht, je nach Bevölkerungszahl schnell sehr hohe Zahlen erreichen ... Wie wir in China, Iran, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien oder den USA gesehen haben, reicht es aus, wenn mehrere Tausend Menschen gleichzeitig in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen, um das gesamte Gesundheitssystem eines Landes, egal wie entwickelt es ist, zusammenbrechen zu lassen24.

In Wuhan, Teheran, Mailand, Madrid, Paris, London oder New York waren die Ärzte und Pflegekräfte bald völlig überfordert. Es fehlte an Masken, Desinfektionsgel, Schutzkleidung für das Gesundheitspersonal, Intensivbetten, Beatmungsgeräten usw. In mehreren Städten (Wuhan, Madrid, New York) mussten die überforderten Behörden auf die Streitkräfte oder zivile Freiwillige zurückgreifen, um mit Hochdruck provisorische Krankenhäuser mit Tausenden Betten zu bauen. Fast überall gestanden die Behörden ein, dass sie eine solche Lawine von Kranken nicht vorhergesehen hatten, "einen anhaltenden Tsunami von Patienten in ernstem Zustand…"25

Eine lang angekündigte Pandemie

Angesichts der Lawine von Kritik an dem, was die Öffentlichkeit als "Missmanagement" der Pandemie empfand, argumentierten einige Führungskräfte auch, dass die Geschwindigkeit des Pandemieangriffs sie überrascht habe... Als die ersten Coronavirus-Todesfälle in seinem Land auftraten ‒ Monate nach China oder Europa ‒, zögerte Trump zum Beispiel nicht, wiederholt zu erklären, dass "niemand wusste, dass es eine Pandemie oder eine Epidemie dieses Ausmaßes geben würde" und dass es sich um ein "unvorhersehbares Problem" handle, "etwas, das niemand erwartet hatte", "das aus dem Nichts auftauchte."26

Man kann vieles sagen, um die mangelnde Vorbereitung der Behörden auf diese brutale Geißel zu erklären, aber das Argument der Überraschung ist nicht akzeptabel.

Erstens, weil es im Bereich der öffentlichen Gesundheit ein berühmtes Sprichwort gibt: "Ausbrüche sind unvermeidlich, Epidemien nicht".

Zweitens, weil Dutzende von Belletristik- und Science-Fiction-Autoren (von James Graham Ballard über Stephen King und Cormac McCarthy bis hin zum Filmemacher Steven Soderbergh in seinem Film Contagious von 2011) den apokalyptischen Gesundheitsalbtraum, der die Welt bedroht, ausführlich beschrieben haben.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Drittens, weil visionäre Persönlichkeiten (Rosa Luxemburg, Gandhi, Fidel Castro, Hans Jonas, Ivan Illich, Jürgen Habermas) schon vor langer Zeit davor gewarnt haben, dass die Ausplünderung und Zerstörung der Umwelt schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben könnte.

Viertens, weil jüngste Epidemien wie SARS im Jahr 2002, die Vogelgrippe 200527, die Schweinegrippe 200928 und MERS 2012 in einigen Fällen bereits ein unkontrollierbares Pandemie-Niveau erreicht und Tausende von Todesfällen auf der ganzen Welt verursacht haben.

Fünftens, weil es, als am 10. März 2020 in New Jersey der erste Todesfall durch das neue Coronavirus in den USA eintrat, fast drei Monate her war (wie wir bereits gesagt haben), dass die Epidemie in Wuhan ausgebrochen war und schnell das gesamte Gesundheitssystem sowohl in China als auch in mehreren europäischen Ländern überwältigt hatte; das heißt, es gab Zeit, sich vorzubereiten.

Und sechstens, weil Dutzende von Prospektivisten und mehrere Studien aus der jüngsten Zeit sehr ernsthafte Warnungen über das bevorstehende Auftreten einer Art neuen Virus herausgegeben hatten, der so etwas wie die Mutter aller Epidemien verursachen könnte.

Die vielleicht wichtigste dieser Analysen wurde im November 2008 vom National Intelligence Council (NIC), der geopolitischen Strategie-Abteilung der CIA, vorgelegt, das einen Bericht für das Weiße Haus mit dem Titel "Global Trends 2025: A Transformed World"29 erarbeitete. Dieses Dokument war das Ergebnis der ‒ von den US-Geheimdiensten überprüften ‒ Zusammenführung von Studien, die von rund 2.500 unabhängigen Experten von Universitäten in rund 35 Ländern in Europa, China, Indien, Afrika, Lateinamerika, der arabisch-muslimischen Welt usw. durchgeführt wurden.

Mit einem ungewöhnlichen Sinn für Antizipation kündigte das vertrauliche Dokument bis 2025 "das Auftreten einer neuen, hochgradig übertragbaren und virulenten Atemwegserkrankung beim Menschen an, für die es keine angemessenen Gegenmaßnahmen gibt und die zu einer globalen Pandemie werden könnte". Der Bericht warnte davor, dass "das Entstehen einer pandemischen Krankheit durch die Mutation oder genetische Neuordnung der gegenwärtig zirkulierenden Krankheitsstämme bedingt ist oder durch das Auftreten eines neuen Krankheitserregers, bei dem es sich um einen hoch pathogenen Vogelgrippestamm wie H5N1 oder andere Erreger wie das SARS-Coronavirus handeln könnte, die ebenfalls dieses Potenzial haben".

Der Bericht warnte bereits sehr früh davor, dass, "wenn eine pandemische Krankheit ausbrechen sollte, dies wahrscheinlich in einem Gebiet geschieht, das von hoher Bevölkerungsdichte und enger Verbindung zwischen Mensch und Tier gekennzeichnet ist, wie viele Gebiete Südchinas und Südostasiens, wo die Wildtierhaltung nicht reguliert ist und dadurch ein Virus mutieren und eine potentiell pandemische Infektionskrankheit verursachen könnte...".

Die Autoren sahen auch das Risiko einer zu langsamen Reaktion der Behörden voraus: "Es könnte Wochen dauern, bis endgültige Laborergebnisse die Existenz einer neuen Krankheit mit Pandemiepotenzial bestätigen. In der Zwischenzeit gäbe es die ersten Kranken in südostasiatischen Städten. Trotz der Beschränkungen des internationalen Reiseverkehr könnten Reisende mit leichten oder gar keinen Symptomen die Krankheit auf andere Kontinente übertragen [...,] “ so dass "innerhalb weniger Monate Wellen neuer Fälle auftreten würden. Das Fehlen eines wirksamen Impfstoffs und der allgemeinen Immunität würde die Bevölkerungen anfällig für Infektionen machen. Im schlimmsten Fall würden Zehn- bis Hunderttausende US-Amerikaner erkranken und die Zahl der Todesfälle würde weltweit in die Millionen gehen."

Als ob dieses Dokument nicht schon genug wäre, warnte ein anderer, neuerer Bericht vom Januar 2017, diesmal vom Pentagon ausgearbeitet und ebenfalls an den Präsidenten der USA gerichtet (der bereits Donald Trump hieß), erneut deutlich davor, dass "die wahrscheinlichste und bedeutendste Bedrohung für die amerikanischen Bürger eine neue Atemwegserkrankung ist" und dass in diesem Szenario "allen Industrieländern, einschließlich der USA, die Atemschutzgeräte, Medikamente, Krankenhausbetten, Schutzausrüstung und Masken fehlen würden, um einer möglichen Pandemie zu begegnen."30

Trotz solcher ausdrücklichen und wiederholten Warnungen zögerte Donald Trump nicht, einige Monate nach diesem letzten Bericht (!) das im Nationalen Sicherheitsrat für globalen Gesundheitsschutz und Biosicherheit zuständige Komitee unter dem Vorsitz von Admiral Timothy Ziemer, einem anerkannten Experten in Epidemiologie, aufzulösen31. Dieser Ausschuss von Technikern war genau derjenige, der den Entscheidungsprozess im Falle einer neuen Pandemie leiten sollte...

"Aber", so erklärt der Journalist Lawrence Wright, der Ziemer und alle Mitglieder dieses Ausschusses interviewte, "Trump schaltete diejenigen aus, die am meisten über dieses Sache wussten... Einer von vielen kolossalen Fehlern, die der US-Präsident gemacht hat. Die Annalen werden zeigen, dass er für eines der katastrophalsten Versagen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Geschichte dieses Landes verantwortlich ist. Hätte er vor Monaten auf die Warnungen der Geheimdienste und der Experten für öffentliche Gesundheit vor der ernsten Bedrohung durch den Coronavirus-Ausbruch in China gehört, hätte die gegenwärtige Explosion von Covid-19-Fällen vermieden werden können."32

Es hätte auch genügt, wenn Trump und andere führende Politiker der Welt die wiederholten Warnungen der WHO selbst gehört hätten. Insbesondere den Alarmruf dieser Organisation im September 2019, also am Vorabend des ersten Angriffs des neuen Coronavirus in Wuhan. Die WHO warnte davor, dass die nächste Seuche apokalyptisch werden könnte: "Wir stehen vor der sehr realen Gefahr einer schnell verlaufenen, extrem tödlichen Pandemie, die durch einen Atemwegserreger verursacht wird, der 50 bis 80 Millionen Menschen töten und fast fünf Prozent der Weltwirtschaft auslöschen könnte. Eine globale Pandemie dieses Ausmaßes wäre eine Katastrophe und würde allgemeines Chaos, Instabilität und Unsicherheit auslösen. Die Welt ist darauf nicht vorbereitet."33

Genauer gesagt hatte bereits ein anderer, früherer Bericht vor der spezifischen Gefahr neuer Coronaviren gewarnt: "Das Vorhandensein eines großen Reservoirs SARS-CoV-ähnlicher Viren in Hufeisenfledermäusen ist zusammen mit der Kultur des Verzehrs exotischer Säugetiere in Südchina eine Zeitbombe... Die Möglichkeit des Auftretens eines weiteren SARS durch neue tierische Coronaviren sollte nicht ausgeschlossen werden. Deshalb ist es eine Notwendigkeit, vorbereitet zu sein."34

Zwischen 2011 und 2019 haben viele Wissenschaftler immer wieder die Alarmglocken über verschiedene Infektionsausbrüche geläutet, die ihrer Meinung nach eine erhöhte Häufigkeit von sich potenziell schnell ausbreitenden Erregern ankündigen, die immer schwieriger zu bekämpfen sind ...35 Der ehemalige Präsident Barack Obama hatte im Dezember 2014 darauf hingewiesen, dass Investitionen in die Gesundheitsinfrastrukturen notwendig sind, um mit dem möglichen Auftreten einer neuen Art von Epidemie fertig zu werden. Er erinnerte sogar daran, dass eine Geißel wie die "Kansas-Grippe" (fälschlicherweise "Spanische Grippe" genannt) von 1918 jederzeit wieder auftreten könne: "Wahrscheinlich wird ein Moment kommen, in der wir mit einer tödlichen Krankheit konfrontiert werden, und um mit ihr fertig zu werden, brauchen wir Infrastrukturen, nicht nur hier in den USA, sondern auch auf der ganzen Welt, um sie schnell entdecken und isolieren zu können."36

Es ist auch wohlbekannt, dass Bill Gates, der Gründer von Microsoft, im Jahr 2015 davor warnte, dass alle Voraussetzungen für das Auftreten einer neuen Infektionsgeißel gegeben seien, die von asymptomatischen Patienten leicht über die ganze Welt verbreitet werden könne: "Ein Virus könnte auftauchen", erklärte er, "mit dem es den Menschen, während sie schon infiziert sind, gut genug ginge, um in ein Flugzeug zu steigen oder in den Supermarkt zu gehen... Und so könnte das Virus sich sehr schnell auf der ganzen Welt ausbreiten... Die Weltbank schätzt, dass eine solche weltweite Epidemie nicht weniger als drei Billionen Dollar kosten würde, mit Abermillionen von Toten..."37

Mit anderen Worten, auch wenn es Donald Trump und jenen Führern, die von "Überraschung" oder "Erstaunen" sprachen, nicht gefällt, sieht die Realität so aus: Die unmittelbare Gefahr des Ausbruchs eines neuartigen Coronavirus, das vom Tier auf den Menschen überspringen und eine schreckliche Pandemie auslösen könnte, war seit Jahren bekannt… "Die Wissenschaft wusste, dass dies geschehen würde. Die Regierungen wussten, dass es passieren könnte, machten sich aber nicht die Mühe, sich darauf vorzubereiten“, erklärt der altgediente Wissenschaftsreporter und Publizist David Quammen, der für sein Buch "Spillover, Tierinfektionen und die nächste menschliche Pandemie"38 alle Winkel des Planeten bereiste, um zoonotische Viren zu jagen, also solche, die vom Tier auf den Menschen überspringen. "Die Warnungen lauteten: Es könnte nächstes Jahr, in drei Jahren oder in acht Jahren geschehen. Die Politiker sagten sich: Ich werde das Geld nicht für etwas ausgeben, was vielleicht in meiner Amtszeit nicht passiert. Deshalb wurde kein Geld für mehr Krankenhausbetten, Intensivstationen, Beatmungsgeräte, Masken, Handschuhe... ausgegeben. Die entsprechende Wissenschaft und die Technologie für den Umgang mit dem Virus sind vorhanden. Aber es fehlte der politische Wille. Es fehlt auch der Wille, den Klimawandel zu bekämpfen. Der Unterschied zwischem dem Virus und dem Klimawandel besteht darin, dass dieses schneller tötet."39

Anders gesagt: Diese Pandemie ist die vorhersehbarste Katastrophe in der Geschichte der USA. Offensichtlich viel eher als Pearl Harbor, das Kennedy-Attentat oder der 11. September. Die Warnungen vor dem bevorstehenden Angriff eines neuen Coronavirus waren mehr als zahlreich und offenkundig. Es bedurfte keiner Untersuchungen irgendeines Supergeheimdienstes, um zu wissen, was auf uns zukommt. Es war bekannt... Sie wussten es... Die Katastrophe hätte vermieden werden können...

Klimawandel

Zwar liegt der Ursprung von allem, wie David Quammen sagt, in den räuberischen ökologischen Verhaltensweisen, die uns, wenn wir es nicht verhindern, zum Verhängnis des Klimawandels verurteilen. Worum es aber wirklich geht ist das Produktionsmodell, das seit Jahrzehnten die Natur ausplündert und das Klima verändert. Seit langem warnen Umweltaktivisten davor, dass die Zerstörung der biologischen Vielfalt durch den Menschen die objektiven Bedingungen für das Auftreten neuer Viren und neuer Krankheiten schafft:

"Die Entwaldung, die Eröffnung neuer Straßen, Bergbau und Jagd sind Aktivitäten, die an der Auslösung verschiedener Epidemien beteiligt sind", erklärt z. B. Alex Richter-Boix, Doktor der Biologie und Spezialist für Klimawandel. Bei Wildtieren kommen verschiedene Viren und andere Krankheitserreger vor. Wenn menschliche Aktivitäten auf die wilde Tierwelt treffen, kann ein Erreger überspringen und Haustiere infizieren und dann wiederum auf den Menschen springen; oder direkt von einem Wildtier auf den Menschen... Fledermäuse, Primaten und sogar Schnecken können Krankheiten haben, die irgendwann, wenn wir ihre natürlichen Lebensräume verändern, auf den Menschen überspringen können."40

Seit Millionen von Jahren haben Tiere eine Vielzahl von Viren in ihrem Organismus, gegen die sie in diesem langen Zusammenleben eine Immunität entwickeln konnten. Doch wenn der Mensch ein Tier aus seiner natürlichen Umgebung entfernt, wird dieses Gleichgewicht gestört und ein Virus kann dann auf eine andere Art mutieren, mit der das Tier nie gelebt hat... Die Zerstörung der Lebensräume wildlebender Arten und die Invasion dieser ursprünglichen Ökosysteme durch städtische oder industrielle Projekte schaffen besondere Situationen für die beschleunigte Mutation von Viren... Möglichereise geschah dies in Wuhan. Viele chinesische Tierrechtsorganisationen fordern seit Jahren ein dauerhaftes Handels- und Konsumverbot für Wildtiere, um die Arten zu erhalten und vor allem, um vorhersehbare Epidemien zu vermeiden.41

Europa und die USA haben alle diese Warnungen ignoriert. Und als die "Pandemie der Pandemien" eintrat, hatten ihre Regierungen keine Vorkehrungen getroffen, keine Strategie und keine Maßnahmen für kurz-, mittel- und langfristige Aktionen vorbereitet... In Ostasien hingegen waren die Modelle für den Umgang mit der Epidemie erfolgreicher. Insbesondere in Südkorea. In einem der meistkommentierten Artikel über diese Krise42 lobte der in Berlin lebende südkoreanische Intellektuelle Byung-Chul Han, ein Anhänger des Dataismus (die Betrachtung des Universums als endlosen Datenfluss), die von der südkoreanischen Regierung umgesetzte "digitale Biopolitik" und stellte fest, dass die asiatischen Länder besser mit dieser Pandemie zurechtkommen als der Westen, weil sie sich auf neue Technologien, Big Data und Algorithmen stützen. Das Risiko des Eindringens in die Privatsphäre wird heruntergespielt: "Ein kritisches Bewusstsein gegenüber der digitalen Überwachung", räumte Byung-Chul Han ein, "ist in Asien praktisch nicht vorhanden."43

Sanitäre Cyberüberwachung

Das neue Coronavirus breitet sich so schnell aus und es gibt so viele Menschen, die ohne Symptome infiziert sind, dass es in der Tat unmöglich ist, seine Ausbreitung "von Hand" nachzuvollziehen. Der beste Weg, einen solchen nicht nachweisbaren Mikroorganismus zu verfolgen, ist die Verwendung eines computerisierten Systems, das mit Hilfe von Mobilfunkgeräten berechnet, wie viele Menschen in der Nähe der Infizierten waren44.

Südkorea, Singapur und China, die oft als Nationen zitiert werden, die erfolgreich gegen das Coronavirus gewesen sind, haben insbesondere Strategien der Makrodaten und der digitalen Überwachung angewandt, um die Infektionszahlen unter Kontrolle zu halten. Dieser "technologische Lösungsansatz"45 bedeutet, einen Teil der Privatsphäre des Einzelnen zu opfern. Und das wirft offensichtlich Probleme auf.

In Südkorea haben die Behörden eine App für Smartphones eingesetzt, um eine bessere Kontrolle über die Verbreitung des Coronavirus zu haben, indem sie Bürger, die sich in infizierten oder von der Krankheit befallenen Gebieten aufhalten, digital überwachen ... Diese App heißt "Self-Quarantine Safety Protection" und wurde vom Innen- und Sicherheitsministerium entwickelte. Die App enthüllt, ob sich ein Bürger in Risikogebieten aufgehalten hat und weiß, ob sein Test positiv ist oder nicht. Wenn er positiv ist, ordnet die App eine Quarantäne an. Sie verfolgt auch die Bewegungen aller Infizierten und lokalisiert die Kontakte jedes einzelnen von ihnen.

Die Orte, an denen sich die Infizierten aufgehalten haben, werden per Mobiltelefon den Personen, die in der Nähe waren, mitgeteilt. Und sie werden alle in Quarantäne geschickt. Wenn Bürger eine Einweisungsanordnung von ihrem örtlichen medizinischen Zentrum erhalten, ist es ihnen gesetzlich verboten, ihren Quarantänebereich ‒ in der Regel ihre Häuser ‒ zu verlassen, und sie sind verpflichtet, eine strikte Trennung von anderen Personen, einschließlich Familienmitgliedern, einzuhalten.

Die App ermöglicht auch eine GPS-Verfolgung via Satellit jedes Verdächtigen. Wenn dieser den im zugewiesenen Sperrbereich verlässt, weiß die App das sofort und sendet eine Warnung sowohl an den Verdächtigen als auch an den Beamten, der seine Zone kontrolliert. Die Strafe für Nichtbefolgung kann bis zu 8.000 Dollar betragen. Die App sendet auch Benachrichtigungen über neue Fälle von Corona an die Nachbarschaft oder an nahe gelegene Gebiete. Ziel ist es, eine bessere Kontrolle des Virus zu gewährleisten, indem jederzeit bekannt ist, wo sich sowohl infizierte als auch unter Quarantäne gestellte Bürger aufhalten46.

In Singapur, einer hochgradig überwachten Nation, starteten die staatliche Technologiebehörde und das Gesundheitsministerium im vergangenen März eine sehr ähnliche App: TraceTogether, für Mobiltelefone, die im Nachhinein alle engen Kontakte jeder Person identifizieren und sie warnen kann, wenn sich ein Familienmitglied, ein Freund oder Bekannter mit dem Virus angesteckt hat. Die Bürger können durch eine ausgeklügelte Kombination aus Bildern von Überwachungskameras, Telefonlokalisierung und polizeilichen Ermittlungen erfasst werden, die von echten "Krankheitsdetektiven" mit möglicher Unterstützung der Kriminalpolizei, des Antidrogenbüros und der polizeilichen Nachrichtendienste durchgeführt werden... Der Singapore Infectious Diseases Act schreibt den Bürgern die Zusammenarbeit mit der Polizei gesetzlich vor. Ein einzigartiger Fall in der Welt. Die Strafe für Disziplinlosigkeit kann eine Geldbuße von bis zu 7.000 Dollar oder eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten oder beides sein.

Auch China hat eine ähnliche App eingesetzt, HealthCheck. Sie wird über Messaging-Systeme wie Wechat oder Alipay auf Mobiltelefonen installiert und generiert einen "Gesundheitscode" , der je nach der dem Bürger gewährten Bewegungsfreiheit (freie Bewegung, Quarantäne von einer oder zwei Wochen) in grün, orange oder rot abgestuft ist. In etwa zweihundert chinesischen Städten nutzen die Menschen HealthCheck, um sich freier bewegen zu können und liefern im Gegenzug Informationen über ihr Privatleben. Diese App hat sich als derart effektiv erwiesen, dass sich die WHO selbst davon inspirieren lässt, eine ähnliche Software namens MyHealth zu entwickeln...

Das "südkoreanische Modell", das von diesen Ländern und auch von Hongkong und Taiwan47 übernommen wurde, basiert auf der massiven Nutzung von Daten und ist mit verschiedenen "Videoüberwachungs"-Systemen verbunden. Bis vor kurzem hätte dies dystopisch und futuristisch auf uns gewirkt, aber jetzt wird es in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und anderen westlichen Demokratien gleichermaßen nachgemacht.

Man muss dazu sagen, dass einige Staaten und die großen privaten Mobilfunkbetreiber in den letzten Jahren schon Milliarden Daten angehäuft haben und genau wissen, wo sich jeder ihrer zahlreichen Nutzer befindet. Auch Google und Facebook haben Berge von Daten gespeichert, die unter dem Vorwand der Pandemie für eine massive, in die Privatsphäre eindringende Überwachung genutzt werden könnten... Und außerdem könnten Apps mit Stadtkoordinaten wie Happn oder Tinder jetzt dazu dienen, Infizierte aufzuspüren... Ganz zu schweigen davon, dass auch Google Maps, Uber, Grab, Cabify oder Waze die Wege und die Abläufe ihrer Millionen Kunden kennen...

Überall hat sich die digitale Kontrolle beschleunigt. In Spanien zum Beispiel startete der Staatssekretär für Digitalisierung und künstliche Intelligenz am 1. April ein "Datacovid" -Programm, um 40 Millionen Mobiltelefone zu verfolgen und die Ansteckungen zu kontrollieren. Auf der anderen Seite zwingt die Eisenbahngesellschaft RENFE die Fahrgäste, ihren Namen und ihre Handynummer anzugeben, um eine Fahrkarte zu kaufen.

In Italien haben die wichtigsten Mobilfunk- und Internetanbieter beschlossen, die sensiblen, aber anonyme Daten ihrer Kunden an die beim Ministerium für Wissenschaft und Innovation gebildete Arbeitsgruppe für die Prävention der Epidemie weiterzugeben. In der Lombardei wird die GPS-Lokalisierung ebenfalls in Zusammenarbeit mit Mobilfunkbetreibern eingesetzt. Die Bewegungen der Menschen werden anonym verfolgt. So konnte festgestellt werden, dass sich die Bewegungen trotz der Ausgangssperre nur um 60 Prozent verringert haben... Viel weniger als erwartet.

In Israel beschloss die Regierung, "digitale Überwachungstechnologien zur Terrorismusbekämpfung" einzusetzen, um Patienten, bei denen das Coronavirus diagnostiziert wurde, zu verfolgen. Das Justizministerium gab grünes Licht für den Einsatz von "Intelligence-Tracking-Tools" zur digitalen Überwachung infizierter Patienten über das Internet und Mobiltelefone ohne die Genehmigung der Benutzer. Obwohl sie "einen gewissen Eingriff in die Privatsphäre" einräumten, erklärten die Behörden, dass das Ziel darin besteht, "das Coronavirus zu isolieren und nicht das ganze Land", indem überprüft wird, mit wem die Infizierten in Kontakt kamen, was davor und was danach geschah...48

In der gleichen Perspektive und auf globaler Ebene beschlossen die beiden planetarischen Digitalriesen Google und Apple, sich zusammenzuschließen, um die Kontakte der von der Pandemie Betroffenen zu verfolgen. Kürzlich kündigten sie an, dass sie gemeinsam an der Entwicklung einer Technologie arbeiten werden, die es mobilen Geräten ermöglicht, Informationen über Bluetooth auszutauschen, um Menschen zu warnen, wenn sie sich in der Nähe von Personen aufhalten, die positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden49.

Covid-19 ist damit zur ersten globalen Krankheit geworden, die digital bekämpft wird. Und dies gibt natürlich, wie wir bereits sagten, Anlass zu einer Debatte über die Risiken für die Privatsphäre des Einzelnen. Sogar einige Verteidiger des Cyber-Überwachungssystems räumen dies ein: "Die Tatsache, dass die App die Person lokalisiert und dass sie anhand bestimmter Daten eine Art Ampel errichtet, die als Zertifikat dient, um auf die Straße zu gehen, kann mit der Privatsphäre kollidieren."50

Zweifelsohne eröffnet die Ortung von Mobiltelefonen, selbst für einen guten Zweck, die Tür zur Möglichkeit einer massenhaften digitalen Überwachung. Umso mehr, als die Apps, die deinen Aufenthaltsort zu einem bestimmten Zeitpunkt ermitteln, dem Staat alles sagen können... Und das könnte sich, wenn die Pandemie vorüber ist, ausbreiten und zur neuen Normalität werden... Der Staat wird auch Zugang zu den Krankenakten der Bürger und anderen Informationen haben wollen, die bisher durch die Privatsphäre geschützt waren. Und wenn diese Pandemie vorbei ist, werden die Behörden in der ganzen Welt die Überwachung nutzen wollen, um die Gesellschaft ganz einfach besser zu kontrollieren. So geschehen bei der Antiterrorgesetzgebung (man denke an den USA Patriot Act51) nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Cyber-Überwachungsparadiese wie Südkorea, Singapur, Taiwan und China könnten die Modelle der Zukunft werden. Gesellschaften, in denen eine Art Coronoptikon herrscht52, wo das Eindringen in das Privatleben und die technologische Totalüberwachung etwas Alltägliches werden. Tatsächlich zeigte eine kürzlich in Europa durchgeführte Meinungsumfrage über die Akzeptanz oder Nichtakzeptanz einer App auf dem Mobiltelefon, die das Verfolgen von mit dem Coronavirus infizierten Personen ermöglicht, dass 75 Prozent der Befragten zustimmen würden53. So könnten sich Regierungen ‒ selbst die demokratischsten ‒ als die Großen Brüder von heute aufstellen, die nicht zögern, ihre eigenen Gesetze zu brechen, um die Bürger besser überwachen zu können54.

Die "außergewöhnlichen" Maßnahmen, die von staatlichen Institutionen angesichts des Pandemiealarms ergriffen werden, könnten auch in Zukunft bestehen bleiben, insbesondere diejenigen, die sich auf die Cyber-Überwachung und Biokontrolle beziehen. Regierungen ebenso wie Google, Facebook oder Apple könnten unsere aktuelle Angst ausnutzen, um uns dazu zu bringen, einen großen Teil unserer intimen Geheimnisse preiszugeben. Nach alledem könnten sie uns sagen: Während der Pandemie habt ihr doch, um Leben zu retten, ohne zu protestieren akzeptiert, dass andere Freiheiten absolut eingeschränkt wurden...

  • 1. José Natanson, «Lo imposible», Le Monde diplomatique Edición Cono Sur, Buenos Aires, April 2020.
  • 2. Interview mit Germán Velásquez: «Han privatizado la OMS, la financiación privada condiciona sus decisiones», Cadena SER, Madrid, 25. August 2016. https://cadenaser.com/ser/2016/06/16/sociedad/1466079742_072124.html
  • 3. Anfang April 2020 wiesen nur 9 Länder (mehrheitlich Inselgruppen) laut örtlichen Behörden keine Fälle von Covid-19 auf. El País, Madrid, 8. April 2020.
  • 4. Es gibt (Stand: 22. April 2020) keine spezifische Therapie, die das Virus "tötet" oder unschädlich macht wie die HIV-AIDS-Retrovirus-Therapie. Die derzeitigen Behandlungen für das neue Coronavirus zielen im Wesentlichen darauf ab, das Immunsystem des Patienten zu stärken, um den Erreger zurückzudrängen.
  • 5. Hugo Sigman, «La vacuna contra el coronavirus puede demorar de 6 meses a una año y medio», Perfil, Buenos Aires, 26. März 2020. https://www.perfil.com/noticias/salud/coronavirus-hugo-sihman-vacuna-puede-demorar-6-meses-1-ano.phtml
  • 6. Yuval Noah Harari, «La mejor defensa contra los patógenos es la información», El País, Madrid, 22. März 2020.
  • 7. Offizieller Name der Krankheit, der am 11. Februar 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergeben wurde und der bedeutet: coronavirus disease 2019.
  • 8. Bedeutung: Coronavirus 2 des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS-CoV-2).
  • 9. Manuel Ansede, «¿Salió el coronavirus de un laboratorio?», El País, Madrid, 17. April 2020.
  • 10. «China acusa al ejército de EE.UU. de instalar el coronavirus », El País, Madrid, 14. März 2020.
  • 11. Allerdings wurde Patient 1 in China identifiziert: Ein 55-jähriger Mann, der in der Provinz Hubei lebt, war der erste bestätigte Fall von Covid-19 und geht auf den 17. November 2019 zurück, Wochen bevor China die Welt offiziell alarmiert hat.
  • 12. Clarín, Buenos Aires, 18. April 2020.
  • 13. Soziale Netzwerke in den USA haben auch versucht, die (falsche) These zu belegen, dass der US-Wissenschaftler Charles Lieber, ein Genie in der Nanotechnologie, Professor an der Universität Harvard, das neue Coronavirus hergestellt und an die chinesischen Behörden verkauft habe. Die Verhaftung von Professor Lieber auf Anordnung des US-Generalstaatsanwalts für das Bezirksgericht in Massachusetts, Andrew Lelling, am 28. Januar 2020 unter dem Vorwurf, er habe von der Technischen Universität Wuhan (WUT) Gelder für seine angebliche Teilnahme am "Thousand Talents Plan" erhalten, der von China ins Leben gerufen wurde, um im Ausland lebende und ausländische Wissenschaftler für seine Universitäten zu rekrutieren (was offensichtlich nichts mit dem Coronavirus zu tun hat), diente als Vorwand für die gefälschten Nachrichten, die weithin verbreitet wurden...https://observers.france24.com/fr/20200403-non-scientifique-americain-charles-lieber-covid-19-chine-etats-unis
  • 14. «Republican senator: It's time to hold China 'accountable' for the coronavirus», Business Insider, 12. März 2020.
  • 15. «Un periodista de la TV argentina acusa a los judíos de crear el Coronavirus»,Aurora, Israel, 3. April 2020; und «Coronavirus: fuerte reacción ante la teoría conspirativa que difundió C5N», La Nación, Buenos Aires, 2. April 2020.
  • 16. Siehe: «El coronavirus y sus bulos: 378 mentiras, alertas falsas y desinformaciones sobre COVID-19»,Maldita.es, 7. April 2020. https://maldita.es/malditobulo/2020/04/07/coronavirus-bulos-pandemia-prevenir-virus/
  • 17. Amparo Tolosa, «Acotando el origen del coronavirus SARS-CoV-2», Genética Médica News, Valencia (España), 1. April 2020.
  • 18. Kristian G. Andersen, Andrew Rambaut, W. Ian Lipkin, Edward C. Holmes, «The proximal origin of SARS-CoV-2 », Nature Medicine, 17. März 2020.
  • 19. Roujian Lu, Xiang Zhao, Juan Li, Peihua Niu, Bo Yang, Honglong Wu et al., «Genomic characterisation and epidemiology of 2019 novel coronavirus: implications for virus origins and receptor binding», The Lancet, London, 30. Januar 2020.
  • 20. Helen Briggs, «Coronavirus: cómo se estrecha el cerco sobre el pangolín como probable transmisor del patógeno que causa el covid-19», BBC News, 27. März 2020.
  • 21. Siehe dazu die ausgezeichnete Studie von Artur Galocha und Nuño Domínguez, «Así infecta el coronavirus», El País, Madrid, 11. März 2020.
  • 22. El País, Madrid, 14. März 2020.
  • 23. Siehe dazu die beiden grundlegenden Artikel von Tomás Pueyo, «Coronavirus: Por qué tenemos que actuar ahora» y «Coronavirus: el martillo y el baile», Página 12, Buenos Aires, 16. bzw. 21. März 2020.
  • 24. El Periódico, Barcelona, 26. März 2020.
  • 25. CNN en español, Atlanta, 3. April 2020. https://cnnespanol.cnn.com/2020/04/03/altos-funcionarios-del-gobierno-trump-dijeron-el-ano-pasado-que-la-amenaza-de-una-pandemia-los-preocupaba/
  • 26. Durch das H5N1-Virus, das 1997 auch die Hongkong-Grippe und 1918 die "spanische" Grippe in Kansas verursachte, starben 50 bis 100 Millionen Menschen.
  • 27. Siehe dazu Ignacio Ramonet, «Los culpables de la gripe porcina», Le Monde diplomatique en español, Valencia (España), Juli 2009.
  • 28. Siehe dazu den vollständigen Berichtstext auf Englisch:Ghttps://www.files.ethz.ch/isn/94769/2008_11_Global_Trends_2025.pdf
  • 29. Ken Klippenstein, «Military Knew Years Ago That a Coronavirus Was Coming», The Nation, New York, 1. April 2020.
  • 30. The Washington Post, Washington, 10. Mai 2018.
  • 31. El País, Madrid, 31. März 2020.
  • 32. Im Vorwort des Dokuments unter dem Titel "Un Mundo en peligro : informe anual sobre la preparación mundial para las emergencias sanitarias", das von führenden Epidemiologen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt erstellt und von Gro Harlem-Brundtland, der ehemaligen Generaldirektorin der WHO, und Elhadj As Sy, Generalsekretärin des Internationalen Roten Kreuzes, unterzeichnet wurde. https://apps.who.int/gpmb/assets/annual_report/GPMB_Annual_Report_Spanish.pdf
  • 33. Vincent C. C. Cheng, Susanna K. P. Lau, Patrick C. Y. Woo y Kwok Yung Yuen, de la Universidad de Hong Kong, «Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus as an Agent of Emerging and Reemerging Infection », Clinical Microbiology Reviews, Washington, Oktober 2007.
  • 34. https://www.investigacionyciencia.es/blogs/medicina-y-biologia/27/posts/en-2007-la-ciencia-predijo-esta-pandemia-nadie-hizo-caso-18485
  • 35. Erklärung vom 2. Dezember 2014 anlässlich seines Besuches am National Institute of Health (NIH) in Bethesda, Maryland.
  • 36. BBC News Mundo, Londres, 23. März 2020.
  • 37. Debate, Barcelona, 2020.
  • 38. El País, Madrid, 20. April 2020.
  • 39. Darío Aranda, «La dimensión ecológica de las pandemias», Página 12, Buenos Aires, 30. März 2020.
  • 40. Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses (NPC), des höchsten gesetzgebenden Organs Chinas, hat am 24. Februar beschlossen, den illegalen Handel und Konsum von Wildtieren vollständig zu verbieten, um das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Kabel der Agentur Xinhua, Beijing, 24. Februar 2020.
  • 41. Byung-Chul Han, «La emergencia viral y el mundo de mañana», El País, Madrid, 22. März 2020.
  • 42. Ebd.
  • 43. Science Magazine, 22 März 2020. https://www.sciencemag.org/news/2020/03/cellphone-tracking-could-help-stem-spread-coronavirus-privacy-price
  • 44. Evgeny Morozov, La locura del solucionismo tecnológico, Clave intelectual, Madrid, 2014.
  • 45. Max S. Kim, «La app que vigila a las personas en cuarentena por coronavirus», MIT Technology Review, 11 marzo 2020.
  • 46. Russia Today, Moskau, 15. März 2020.
  • 47. La Nación, Buenos Aires, 10. April 2020.
  • 48. La Vanguardia, Barcelona, 2. April 2020
  • 49. The Economist, Londres, 26. März 2020.
  • 50. https://www.lemonde.fr/pixels/article/2020/04/01/coronavirus-les-francais-favorables-a-une-application-mobile-pour-combattre-la-pandemie-selon-un-sondage_6035233_4408996.html
  • 51. Siehe Ignacio Ramonet, El Imperio de la Vigilancia, Clave intelectual, Madrid, 2016.
  • 52. La Vanguardia, Barcelona, 11. Februar 2020.
  • 53. El País, Madrid, 4. Juni 2015.
  • 54. Eine Hygienemaßnahme, die im Jahre 1847 zum ersten Mal von dem ungarischen Arzt Ignacio Semmelweis vorgeschlagen wurde.
Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr