Die Pandemie und das Weltsystem - Teil III

Dritter und letzter Teil der ausführlichen Bewertung der Weltlage in Corona-Zeiten von Ignacio Ramonet

brasilien_manaus_massengrab_corona_ramonet.jpg

Massengrab auf dem Friedhof Nossa Senhora Aparecida in Manaus, Brasilien. Dort werden seit Ausbruch der Corona-Pandemie täglich hundert Menschen begraben. Zuvor waren es rund 30
Massengrab auf dem Friedhof Nossa Senhora Aparecida in Manaus, Brasilien. Dort werden seit Ausbruch der Corona-Pandemie täglich hundert Menschen begraben. Zuvor waren es rund 30

Sieben Publikationen haben beschlossen, diesen Beitrag von Ramonet gemeinsam zu verbreiten: Nodal (Argentinien), Le Monde diplomatique en español (Spanien), Le Monde diplomatique Edición Cono Sur El Diplo (Buenos Aires), Le Monde diplomatique Edición Chilena (Santiago de Chile), La Jornada (Mexiko), Cubadebate (Kuba) und Mémoire des luttes (Frankreich).

amerika21 ist die achte ... und bringt die deutsche Übersetzung aufgrund der Länge des Textes in drei Teilen. Teil I kam am7. Mai, Teil II folgte am 9. , heute erscheint der dritte und letzte.


Teil III

Die Wirtschaft: Ein Blutbad

Im Übrigen geht es dem Kapitalismus schlecht... Weil die Aussicht auf eine beispiellose wirtschaftliche Katastrophe droht 1. Noch nie hat man eine Vollbremsung der Wirtschaft des gesamten Planeten erlebt. Die von Covid-19 am stärksten betroffenen Gebiete sind ‒ vorerst ‒ China und Ostasien, Europa und die USA, also das zentrale Dreieck der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung. Millionen von Unternehmen, große und kleine, befinden sich in einer Krise, sind geschlossen, stehen am Rande des Bankrotts2. Mehrere Hundert Millionen Arbeitnehmer haben ihren Arbeitsplatz ganz oder teilweise verloren3...

Wie bei so vielen früheren Gelegenheiten werden die am schlechtesten bezahlten Angestellten und die Kleinunternehmen den höchsten Preis zahlen. 500 Millionen Menschen könnten in die Armut zurückgedrängt werden4. Diese globale Wirtschaftskrise ist beispiellos und wird tiefer und länger sein als die von 1929. Sie übertrifft in ihrer Schwere auch die Finanzkrise von 2008. Die Pandemie erzeugt eine allgemeine Ablehnung des anarchischen Hyperkapitalismus, der obszöne Ungleichheiten zugelassen hat, wie die Tatsache, dass ein Prozent der Reichen der Welt mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent5. Auch die Auswüchse der wirtschaftlichen Globalisierung werden in Frage gestellt. Die Börsen sind, mit Höhen und Tiefen, abgestürzt6 : "Das ist ein wahres Blutbad!", rief der Broker eines Vermögensverwaltungsunternehmens 7 angesichts der historischen Verluste seiner Investoren. Die Ölpreise sind in unbekannte Tiefen gefallen8. Am 20. April kostete das Referenzbarrel West Texas Intermediate (WTI) auf dem Rohstoffmarkt in Chicago minus 37 Dollar9... ja, minus 37 Dollar, das heißt, der Verkäufer zahlte dem Käufer 37 Dollar, damit dieser ihm ein Barrel Öl abnimmt... Ein in der Geschichte noch nie dagewesener Einbruch... Was für die Importländer hervorragend ist: China, Japan, Deutschland, Frankreich, Südkorea..., aber unheilvoll für die bevölkerungsreichen Exportländer: Russland, Nigeria, Mexiko, Venezuela…

Eine weitere negative Konsequenz : Solch billiges Öl kann den notwendigen ökologischen Wandel verzögern, weil es automatisch den Preis für alternative Energien (Sonne, Wind, Biomasse, usw.) erhöht. ... Die Weltwirtschaft betritt nun Neuland10. Niemand hat eine genaue Vorstellung von den Ausmaßen der Katastrophe. Wie [Henry] Kissinger sagte: "Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist von einer beispiellosen Komplexität. Die durch das Coronavirus ausgelöste Schrumpfung ist aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und globalen Ausdehnung anders als alles, was wir je in der Geschichte erlebt haben11".

Die Europäische Union (EU) zum Beispiel schlug zunächst einen 25-Milliarden-Euro-Plan vor, um den Mitgliedsländern zu helfen. Dann sprach die Europäische Zentralbank von 750 Milliarden... ! Ein solch gigantischer Umfang gibt eine Vorstellung vom Ausmaß der Verwirrung... Man schätzt, dass das BIP der entwickelten Länder um zehn Prozent einbrechen könnte... Viel mehr als in der Krise 1929... Ein brutaler Schock. Fieberhaft, panisch praktizieren die Regierungen eine Art "Kriegs-Keynesianismus". Sie müssen den Angestellten, den Bauern, den Familien, den Unternehmen helfen. Und sie geben umgehend astronomische Summen frei, um sie in die Finanzkreisläufe zu injizieren und so eine Implosion des Wirtschaftssystems zu vermeiden12. Und auch um möglichst zu verhindern, dass das Coronavirus schließlich mehr Armut als Tote verursacht...

Aber der Preis wird unvorstellbar sein. Mit der Erschwernis für den Staat, dass seine Steuereinnahmen drastisch reduziert werden. Das Defizit wird galaktisch sein. Auf der Ebene der Eurozone zum Beispiel, wird das Defizit bis Ende dieses Jahres 1,5 Billionen Euro (das sind 1.500 Milliarden) erreichen, so der französische Ökonom Jacques Sapir13. Das hat es noch nie gegeben. Im Falle Großbritanniens, das nicht mehr in der EU und nicht in der Eurozone ist, wird die Bank of England das Problem einfach dadurch lösen, dass sie Geld druckt... Was weder Italien, noch Spanien, noch Frankreich tun können, also die Staaten, die die meiste Liquidität benötigen werden. Und die bereits überschuldet sind...

In diesen drei Ländern wird der Austritt aus der Union oder aus der Eurozone stark in Betracht gezogen werden. Denn Deutschland, Österreich, Finnland und die Niederlande weigern sich seit Wochen, ihnen bedingungslose Kredite zu gewähren (die berühmten "Coronabonds")...  – während die Probleme der Gesundheitssysteme in Italien, Spanien und Frankreich zum Teil die direkte Folge der Sparpolitik und der Haushaltskürzungen bei den öffentlichen Dienstleistungen sind, die von diesen vier "strengen" Partnern aus dem Norden gefordert werden. Es sei daran erinnert, dass Südeuropa, bevor es zum Epizentrum der aktuellen Pandemie wurde, das Epizentrum der sadistischsten Sparpolitik nach der Finanzkrise von 2008 war14. Das eine führte zum anderen.

Europa als Schutzunion ist gescheitert. Der Gemeinschaftsclub ist unfähig gewesen, zusammen und multilateral auf das menschliche und soziale Drama zu reagieren, das den alten Kontinent heimsucht. Die Menschen – insbesondere die Familien und Freunde der Abertausenden von Toten – werden das nicht vergessen. "Es ist ein Wirtschaftsmodell, das in Blut getränkt ist", prangert Naomi Klein an, "Und jetzt beginnen die Menschen, das zu begreifen. Denn sie schalten den Fernseher ein und sehen Kommentatoren und Politiker, die ihnen sagen, dass sie vielleicht ihre Großeltern opfern sollten, damit die Aktienkurse steigen können... Und die Leute fragen sich: Was ist das für ein System?"15

In einem so tragischen und heiklen Moment – mit der ersten Sezession in der Europäischen Union (Brexit Großbritanniens), erst am 31. Januar vollzogen – und angesichts einer so entscheidenden gesundheitspolitischen Herausforderung hat der europäische Traum nicht funktioniert. Und es war wahrscheinlich die letzte Chance... Welches Schicksal erwartet diese Europäische Union, die ihre schwächsten Partner nicht unterstützt und von den rechten Populisten und Extremisten von Innen zerfressen wird, nach der Pandemie?

Der internationale Handel ist auf das Niveau von vor einem Jahrhundert zurückgegangen16. Die Rohstoffpreise sind zusammengebrochen. Nicht nur die Ölpreise, sondern auch Kupfer, Nickel, Baumwolle, Kakao, Palmöl usw. Für die Volkswirtschaften der Exportländer des Südens, in denen zwei Drittel Weltbevölkerung leben, ist dies eine verheerende Situation. Denn zum Einbruch der Exporte muss man den Ausfall der Tourismuseinkünfte hinzufügen und den drastischen Rückgang der Überweisungen von Emigranten, die vom Verlust der Arbeitsplätze in den von der Geißel gelähmten reichen Ländern betroffen sind. Mit anderen Worten, die drei Hauptressourcen der Länder des Südens brechen ein... Millionen Menschen, denen es in den letzten Jahrzehnten gelungen war, Teil einer wachsenden weltweiten 'Mittelschicht' zu werden, sind nun in Gefahr, wieder in die Armut zurückzufallen...

Darüber hinaus haben die Kapitale in diesem Kritischen Umfeld auch noch begonnen, massenhaft aus den Entwicklungsländer zu desertieren. Es wird geschätzt, dass seit dem 21. Februar 2020, dem Datum des ersten Todesfalls in Italien durch Covid-19, bis Ende März rund 59 Milliarden Dollar aus diesen Nationen geflüchtet sind17. Infolgedessen sind viele Währungen eingebrochen: der mexikanische Peso verlor 25 Prozent seines Wertes gegenüber dem US-Dollar, der brasilianische Real und der südafrikanische Rand 20 Prozent. Und alle Importe werden in diesen Ländern jetzt teurer sein…

Vor einem so düsteren Hintergrund ist das Wahrscheinlichste, dass, wenn die Pandemie vorüber ist, mehrere dieser geschwächten, ruinierten und verschuldeten Staaten starke soziale Umwälzungen erleben werden... Auch hier könnte es zu Blutbädern kommen... Auch ist es wahrscheinlich, dass wir in bestimmten Regionen eine verzweifelte Auswanderungswelle in Richtung Norden erleben werden... Dessen Länder in diesem Moment mit den schmerzlichen Folgen der schlimmsten Krise ihrer Geschichte zu kämpfen haben. Unnötig zu sagen, dass die neuen Einwanderer, die zu Sündenböcken gemacht werden, nicht willkommen sein werden... Sie werden die Fremdenfeindlichkeit und den Hass der ultrarechten Gruppen nähren, die sowohl in Europa als auch in den USA auf dem Vormarsch sind... Die Geschichte lehrt, dass Katastrophen Chauvinismus und Rassismus fördern...

Um alptraumartige Szenarien zu vermeiden, werden viele Stimmen laut, die verschiedene dringende Maßnahmen fordern. Darunter der Erlass der Schulden der Entwicklungsländer, die bereits vor der Krise eine enorme Auslandsverschuldung hatten. Und sie müssen der UNO zufolge von jetzt an bis Ende 2021 rund 2,7 Milliarden Dollar an Zinsen auf ihre Schulden zahlen18 ... Viele Persönlichkeiten und Institutionen verlangen ein Moratorium für die Schuldenzahlungen zugunsten der am stärksten betroffenen Nationen. Selbst Papst Franziskus hat gefordert, dass "in Anbetracht der Umstände die großen Erfordernisse dieses Augenblicks von allen Ländern angegangen werden sollten, und die Schulden, die auf den Budgets der ärmsten Länder lasten, reduziert oder sogar gestrichen werden"19. Unter diesen kritischen Umständen wird auch von den USA verlangt, die ungerechten "einseitigen Zwangsmaßnahmen" gegen Kuba, Venezuela, Iran, Nicaragua, Syrien usw. aufzuheben.

Entglobalisieren?

Die Pandemie zwingt uns auch, das vorherrschende wirtschaftlich-kommerzielle Modell in Frage zu stellen. Vierzig Jahre lang hat die neoliberale Globalisierung den Austausch befördert und transnationale Lieferketten entwickelt. Die Gesundheitskrise hat gezeigt, dass die logistischen Versorgungslinien zu lang und zu zerbrechlich sind. Und dass in einem Ernstfall wie diesem die Lieferanten aus der Ferne nicht in der Lage sind, auf Notfälle zu reagieren. All dies hat gezeigt, dass die Souveränität der Staaten in vielen Fällen sehr relativ ist.

Durch neoliberalen ideologischen Extremismus ist die Welt bei der Verlagerung der Produktion, bei der Deindustrialisierung und der Doktrin "Null-Lagerhaltung" zweifellos zu weit gegangen. Jetzt, in einer Situation von Leben und Tod, haben viele Gesellschaften erstaunt entdeckt, dass wir für einige unverzichtbare Güter ‒ Antibiotika, Tests, Masken, Handschuhe, Atemschutzgeräte usw. ‒ von Herstellern am anderen Ende der Welt abhängig sind... Dass in unseren eigenen Ländern sehr wenig hergestellt wird... Der "Maskenkrieg" hat einen sehr schmerzhaften Eindruck von Ohnmacht hinterlassen.

Seit der Finanzkrise von 2008 haben nationalistische und rechtspopulistische Gruppen ‒ zu denen zum Beispiel die Wähler von Donald Trump, Boris Johnson, Viktor Orbán und Jair Bolsonaro gehören ‒ ihre Ablehnung der wirtschaftlichen Globalisierung zum Ausdruck gebracht. Auf der anderen Seite haben Aktivisten seit Ende der 1990er Jahre aus linker und humanistischer Sicht auch die umweltzerstörende finanzielle Globalisierung massiv kritisiert und eine "andere mögliche Welt" eingefordert.

Zu diesen bereits beträchtlichen Kräften werden nun die Massen von Personen hinzukommen, die unzufrieden sind mit der Abhängigkeit ihrer Länder bei der Bewältigung der Covid-19-Katastrophe. Es herrscht das Gefühl, dass viele Regierungen mit der Globalisierung grundlegende Aspekte ihrer Souveränität, Unabhängigkeit und Sicherheit aufgegeben haben.

Der Anti-Globalisierungsdruck wird nach der Pandemie sehr stark sein. In vielen Hauptstädten wird das Prinzip einer auf Importen beruhenden Wirtschaft in Frage gestellt. Zweifellos werden verschiedene Industriesektoren repatriiert, zurückverlagert werden. Auch die Idee der Planung kommt wieder auf. Der Rückgriff auf ein gewisses Maß an Protektionismus ist kein Skandal mehr. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, ein ehemaliger Banker, hat eingeräumt, dass "sich unsere Welt zweifellos fragmentieren wird", aber dass es unabdingbar sei, "die Unabhängigkeit Frankreichs in der Landwirtschaft, der Gesundheit, der Industrie und der Technologie wiederherzustellen. Wir werden eine Strategie ausarbeiten müssen, die auf Langfristigkeit und Planbarkeit basiert20 ".

Statt die Völker zu einigen und ihr gegenseitiges Verständnis zu fördern, hat die Globalisierung die Egoismen, die Brüche und den Ultranationalismus begünstigt. Die allgemeine Schließung der Grenzen und der nationale Rückzug im Namen des Schutzes vor Covid-19 verstärken die unilateralen und nationalistischen Tendenzen, die von Donald Trump aus dem Weißen Haus genährt und aus verschiedenen Motiven aus anderen Hauptstädten wie London, Budapest, Brasília, Manila usw. unterstützt werden.

Seit den von Deng-Tsiao Ping 1979 angestoßenen Reformen ist die Macht, die am meisten von der wirtschaftlichen Globalisierung profitiert hat, zweifelsohne China. Zur "Weltfabrik" geworden, ist dieses Land heute die einzige Supermacht, die in der Lage ist, auf der Weltbühne ein Gegengewicht zu den USA zu bilden. Zusammen mit der Europäischen Union, Japan und Südkorea ist Peking nach wie vor einer der größten Verfechter der Globalisierung. Insbesondere seit seinem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001.

Die chinesische Regierung geht davon aus, dass die Anti-Globalisierung nichts lösen wird und der Protektionismus eine Sackgasse ist, weil am Ende niemand exportieren kann und alle blockiert sind. Präsident Xi-Jin Ping hat dies mit folgenden Worten ausgedrückt: "Den Ozean Weltwirtschaft in eine Reihe von kleinen, gut voneinander getrennten Seen aufteilen zu wollen, ist nicht nur unmöglich, sondern widerspricht auch dem Lauf der Geschichte.21"

In jedem Fall scheint die neoliberale Hyper-Globalisierung schwer getroffen zu sein, und es ist nicht abwegig, ihre Schwächung vorherzusagen22. Die Kontinuität des Kapitalismus selbst wird in seiner ultraliberalen Form in Frage gestellt... Auch wird die Notwendigkeit einer Art kolossalen globalen Marhall-Plans heraufbeschworen... Zweifellos wird die aktuelle Tragödie Covid-19 die Nationen zu einer neuen Weltwirtschaftsordnung drängen.

Führungsrollen

Die meisten Regierungen haben versagt. Gebeutelt wie sonst nie in Friedenszeiten waren sie nicht in der Lage, sich der enormen Herausforderung zu stellen. Sie haben nicht mal eine ihrer wichtigsten verfassungsrechtlichen Befugnisse wahrgenommen: Die Verantwortung für den Schutz ihrer Bevölkerung. Es gibt zahlreiche Beispiele von Anführern wie Boris Johnson, Großbritanniens Premierminister, der, bevor er sich infizierte und in eine Intensivstation eingeliefert wurde, die Bedrohung kleinredete. Johnson entschied sich zunächst für die Theorie der "Herdenimmunität", sodass sich die britischen Bevölkerung infizieren soll... Ausgehend von der Idee, dass wenn 60 oder 70 Prozent der Bevölkerung infiziert würden, dies als Firewall fungieren und die Ausbreitung des Virus stoppen werde. Bis er begriff, dass es für Großbritannien etwa zwei Millionen Tote bedeuten würde, wenn "nur" drei Prozent der Bevölkerung sterben würden... Andere Führer, wie der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, legen weiterhin eine verleugnende Haltung an den Tag und beschreiben die mörderische Pandemie grinsend als "einen kleine, unbedeutende Grippe"... Vielleicht werden einige der Verantwortlichen, wenn das Coronavirus besiegt ist, vor einem Gericht ähnlich dem Nürnberger Tribunal Rechenschaft ablegen müssen...  

Viele Führungskräfte haben sich auf lokale, nationale Reaktionen konzentriert und die Pandemie auf eigene Faust und ohne wirkliche internationale Koordination gemanagt. Während es doch offensichtlich ist, dass kein Land, wie mächtig es auch sein mag, die Pandemie in einer ausschließlich lokalen Anstrengung besiegen kann. Die Großmächte haben sich als unfähig erwiesen, sich auf globaler Ebene abzustimmen (was für ein Desaster ist der UN-Sicherheitsrat!), um eine gemeinsame weltweite Front zu bilden und bei der Suche nach Lösungen und kollektiven Auswegen aus der Krise zusammenzuarbeiten. Keine Stimme – nicht einmal der Generalsekretär der Vereinten Nationen, der Dalai Lama, der Nobelpreisträger oder selbst der Papst – vermochte es, sich in dem allgemeinen Lärm von Angst und Wut angesichts dieses ungeheuren Schocks Gehör zu verschaffen.

Es ist wahr, dass die großen historischen Anführer für gewöhnlich in schlechten Zeiten auftauchen, aber dieser pandemische Moment von Stress, Verwirrung und Kontrollverlust ist im Gegenteil von der Abwesenheit von Führungspersönlichkeiten an der Spitze der wichtigsten westlichen Mächte gekennzeichnet. Das Chaos hat vor allem das Können einiger von ihnen besonders auf die Probe gestellt23. Wie wir bereits betont haben, hat speziell Donald Trump durch sein übles Management die Auszeichnung als "schlechtester amerikanischer Präsident aller Zeiten"24 verdient. Für ihn und für einige andere hat das neue Coronavirus wie eine Art Peter-Prinzip gewirkt, es zog ihnen die Maske herunter, offenbarte ihre Hochstapelei25 und ihre extreme Inkompetenz...

In diesem brisanten Szenario haben andere Führungspersönlichkeiten dagegen eine langfristige Vision, die Antizipation von Ereignissen und den Entschluss zu raschem Handeln gezeigt. Zwei davon sind Frauen, und beide progressiv: Die isländische Premierministerin Katrin Jakobsdottir, eine Feministin und Umweltschützerin der Grünen, und die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, Vorsitzende der Labour Party.

Island hat dabei eine in der Welt einzigartige Strategie verfolgt, indem es der gesamten Bevölkerung kostenlose Massentests für das Covid-19-Virus anbot, als der erste Fall des Virus entdeckt worden war. Im vergangenen Februar hatte das Land bereits seit Wochen Touristen oder Reisende, die in ihre Heimat zurückkehrten, auf Erreger getestet. Katrin Jakobsdottir und ihre Regierung baten diejenigen, die nach Island einreisten, sich in Gesundheitszentren untersuchen zu lassen, auch wenn sie keine Symptome hatten. Dieser proaktive Ansatz, SARS-CoV-2 zu identifizieren noch bevor es auftrat, war entscheidend26.

Auch in Neuseeland traf Jacinta Ardern schon sehr früh aggressivere Entscheidungen als in anderen entwickelten Ländern, wie z.B. strengste Ausgangsbeschränkungen für die gesamte Bevölkerung für einen Monat und die vollständige Schließung der Grenzen der Inselgruppe. Ihr Ziel war es, die "Eliminierung" der Krankheit anzustreben anstatt der "Linderung", die in vielen anderen Ländern angewandt wurde. Die Idee war, die Kurve zu zerstören und nicht nur abzuflachen27.

Viele Experten sind der Ansicht, dass Island und Neuseeland zusammen mit Südkorea die Nationen sind, die am besten mit der Pandemie fertig geworden sind. Aber auch der Fall Venezuelas muss hinzugefügt werden. Obwohl die dominanten internationalen Medien sich weigern, dies zuzugeben, war Präsident Nicolás Maduro in Südamerika die Führungsperson, die es am schnellsten verstanden hat, wie man drastisch gegen den Erreger vorgeht28.

Dank der von seiner Regierung beschlossenen Maßnahmen (Ausgangsbeschränkung, Grenzschließungen, Befragungen von Haus zu Haus, Krankenhauseinweisung aller positiv getesteten Personen) ‒ und trotz der von den USA verhängten illegalen Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade und militärischen Drohungen29 ‒ konnte Venezuela die in Italien, Spanien oder den USA begangenen Fehler vermeiden und Hunderte von Leben retten30. Die "Venezuela-Methode“ hat sich als eine der effektivsten der Welt erwiesen. Die WHO erkannte an, dass die Zahl der Infizierten in Venezuela in Lateinamerika niedriger ist als in Brasilien, Chile, Ecuador, Peru, Mexiko, Panama, der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Argentinien, Costa Rica, Uruguay, Honduras und Bolivien.

In Bezug auf die Führerschaft ist eine Kontroverse darüber aufgekommen, welche Art von Führung am besten mit der Pandemie fertig geworden ist, ob demokratische oder "autoritäre" Regierungen31. Das ist jedoch eine falsche Debatte. Mitten im Kampf gegen das Virus – mit dem Ansturm von Massen in die Krankenhäuser und Bestattungssysteme, die durch so viele Todesfälle zusammenbrechen – sind alle Regierenden, wie ungeschickt sie den Virusangriff auch vorausgesehen haben mögen, täglich auf den Bildschirmen der Medien zu sehen und haben die Offensive gegen den tödlichen Feind geleitet. Wie ein Generalstabskapitän in einer letzten Schlacht. Nirgendwo ist dies ein "demokratischer Moment", sondern eine Stunde der Entschiedenheit und der Entschlossenheit. Und dies zur Freude der öffentlichen Meinung. Lässt sich daraus ableiten, dass die Ära nach der Pandemie notwendigerweise den Sieg des Autoritarismus in der Welt erleben wird? Das ist nicht sicher. Viele autoritäre Führer handelten angesichts des Coronavirus langsam und ungeschickt, eher enttäuschend, haben Informationen verschwiegen oder gelogen: zum Beispiel Donald Trump in den USA, Viktor Orbán in Ungarn, Jair Bolsonaro in Brasilien, Rodrigo Duterte auf den Philippinen, Narendra Modi in Indien, Jeanine Áñez in Bolivien usw.

Auf jeden Fall konnte der neue Erreger auf weltweiter Ebene nicht sofort in dem Gebiet, in dem er auftrat, eingedämmt und eingeschlossen werden. Und diese ersten Tage der Unentschlossenheit und Verwirrung erwiesen sich als entscheidend. So konnte der Keim aus seiner Entstehungszone entkommen und mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit die Welt erobern. Nicht einmal die überzeugtesten Anhänger von Theorien der Kollapsologie konnten sich vorstellen, dass die gesamte Menschheit in so kurzer Zeit mit solcher Wucht getroffen werden würde. Seit dem Zeitpunkt (Dezember 2019), zu dem die ersten Fälle dieser neuen infektiösen Lungenentzündung in Wuhan identifiziert wurden, sind erst vier Monate vergangen. Und in einer so kurzen Zeitspanne hat die Seuche eine echte Systemkrise und eine Infragestellung der eigentlichen Bedeutung der menschlichen Zivilisation hervorgerufen.

Der Alptraum, den wir durchleben, hat unsere Gesellschaften bereits verändert. Erschütterungen aller Art ‒ noch vor wenigen Wochen unvorstellbar ‒ treten in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens auf, in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Politik, in der Wirtschaft, in den Gesundheitssystemen, der Rolle des Staates, in den Technologien, der Kommunikation, den internationalen Beziehungen... Dutzende von Staaten ‒ auch innerhalb der Europäischen Union ‒ haben ihre Grenzen auf unbestimmte Zeit geschlossen oder militarisiert. Viele Länder und Hunderte von Städten haben zum ersten Mal in Friedenszeiten Ausgangssperren eingeführt. Millionen Menschen haben ihre Bewegungsfreiheit aufgegeben.

Das demokratische Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Dutzende Wahlprozesse wurden verschoben oder ausgesetzt. Die mächtigsten Streitkräfte können der Ansteckung nicht entkommen. Sie ziehen Kämpfer32 und Schiffe zurück und gestehen ein, dass sie in diesem seltsamen Krieg gegen einen unsichtbaren Feind unfähig sind33. Die wichtigsten Fluggesellschaften haben ihre Flüge abgesagt, sodass Hunderttausende von Reisenden in allen Teilen der Welt gestrandet sind34. Die wichtigsten Sportwettbewerbe ‒ darunter die Olympischen Spiele, die UEFA Champions League, die Tour de France – wurden ausgesetzt und verschoben. Die Hälfte der Menschheit trägt heute eine Schutzmaske, während die andere Hälfte auch eine tragen möchte ‒ aber keine bekommen kann.

Wie wird die Welt aussehen, wenn die Pandemie vorüber ist? Die Welt wird kompetente Stimmen mit Charisma und Symbolkraft brauchen, die den guten kollektiven Weg zu einer neuen Etappe aufzeigen, so wie es nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall war. Die UNO muss sich reformieren und als ständige Mitglieder des Sicherheitsrates neuen Nationen wie Indien, Nigeria, Ägypten, Brasilien und Mexiko aufnehmen, die repräsentativer für die Realität der heutigen Welt sind.

Das Versagen der Führung der USA eröffnet ein gefährliches Machtvakuum. Das Spiel um den Thron wird auf gefährliche Weise wieder aufgenommen. Die Europäische Union kommt, wie wir gesehen haben, auch wegen ihres enttäuschenden Mangels an Zusammenhalt während der Pandemie schlecht weg. China und Russland hingegen haben ihre internationale Rolle gefestigt, indem sie vielen Ländern, die vom Zusammenbruch ihrer Gesundheitssysteme überwältigt wurden, Hilfe geleistet haben. Sie haben sogar den USA geholfen!

Wir sehen ungewöhnliche Bilder: Russische Militärflugzeuge landen in Italien, bieten Ärzte an und verteilen Gesundheitsmaterial. China hat hundert Ländern Millionen Testkits, Masken, Lungenbeatmungsgeräte, Schutzanzüge und alle Arten von Gesundheitslogistik gespendet. "Wir sind Wellen desselben Meeres, Blätter desselben Baumes, Blumen desselben Gartens", so die schönen Worte auf Containern, die China einem Großteil der Welt angeboten hat. Pekings internationaler Einfluss ist gewachsen.

Alle Länder der Welt sind weiterhin ‒ zur gleichen Zeit und zum ersten Mal ‒ mit dem Angriff einer Art von Alien konfrontiert... Die Pandemie wird andauern. Und es ist möglich, dass das Virus, nachdem es mutiert ist, zurückkehrt. Vielleicht im nächsten Winter... Angesichts der Ungeheuerlichkeit dessen, was geschieht, kommen Veränderungen auf uns zu. Auch wenn niemand weiß, wie die möglichen Szenarien aussehen werden. Die Unsicherheiten sind zahlreich. Aber es ist klar, dass dies ein Moment gundlegender Veränderungen sein kann.

Die Dinge werden nicht so weitergehen können, wie sie waren. Ein großer Teil der Menschheit kann nicht länger in einer Welt leben, die so ungerecht, so ungleich und so zerstörerisch für die Umwelt ist. Wie eines der am weitesten verbreiteten Memes während der Quarantäne besagt: "Wir wollen nicht zur Normalität zurück, denn die Normalität ist das Problem." Die "Normalität" hat uns die Pandemie gebracht...

Diese traumatische Erfahrung muss genutzt werden, um den Sozialvertrag neu zu formulieren und zu mehr gemeinschaftlicher Solidarität und größerer sozialer Integration zu gelangen. Überall auf der Welt fordern jetzt viele Stimmen wirtschaftliche und politische Institutionen, die mehr Umverteilung praktizieren und feministischer sind, und sie verlangen eine größere Sorge um die sozial Ausgegrenzten, die diskriminierten Minderheiten, die Armen und die älteren Menschen. Jede Antwort in Zeiten nach der Pandemie sollte, wie Edgar Morin vorschlägt, "auf den Prinzipien einer wirklich regenerativen Wirtschaft beruhen, die auf Schutz und Instandsetzung beruht".

Das Konzept der "nationalen Sicherheit" sollte von nun an die Umverteilung von Reichtum, eine gerechtere Besteuerung zum Abbau obszöner Ungleichheiten und die Konsolidierung des Wohlfahrtsstaates umfassen. Es besteht der Wunsch, sich auf eine Form des Sozialismus zuzubewegen. Auf globaler Ebene ist es dringend erforderlich, ein Grundeinkommen zu schaffen, das allen Bürgern in Krisenzeiten Schutz bietet... und in gewöhnlichen Zeiten.

Die Gesundheitssysteme müssen staatlich und allgemein zugänglich sein. Krankenhäuser wie Unternehmen zu leiten, hat dazu geführt, Patienten als Waren zu behandeln. Das Ergebnis: eine menschliche und gesundheitliche Katastrophe. In jedem Fall besteht Einmütigkeit in der Forderung, dass der Impfstoff gegen Covid-19, wenn er denn entdeckt wird, als "globales öffentliches Gut" betrachtet werden und für die gesamte Menschheit frei und zugänglich sein muss. Das neue Coronavirus hat uns gezeigt, dass, wenn es darauf ankommt, Ärzte, Krankenschwestern und Gesundheitspersonal unendlich viel wichtiger und wertvoller sind als Makler oder Finanzspekulanten.

Es wäre klug, auch die nächste Klimakrise vorherzusehen, die uns bald genauso überraschen könnte wie SARS-CoV-2... Schluss mit dem rasenden Konsumismus und Schluss mit der Vorstellung vom unendlichen Wachstum. Unser Planet hält das nicht mehr durch. Er liegt im Sterben. Er stirbt uns in unseren Armen weg... Es ist dringend notwendig, den Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen und sich zu beeilen, das umzusetzen, was Umweltschützer seit langem fordern, einen "Green New Deal", ein ehrgeiziges Grünes Abkommen, das die neue globale wirtschaftliche Alternative zum Raubtierkapitalismus darstellt.

Aber unmittelbar muss vermieden werden, wie Naomi Klein warnt, dass die Verteidiger des Systems ‒ ultraliberale Regierungen, Spekulationsfonds, transnationale Unternehmen, digitale Riesen ‒ unter den Auswirkungen des "Schock-Kapitalismus" ihre Vorherrschaft festigen und die Krise manipulieren, um weitere Ungleichheiten, mehr Ausbeutung und mehr Ungerechtigkeiten zu schaffen... Wir müssen verhindern, dass die Pandemie dazu benutzt wird, eine Große Globale Regression zu etablieren, die die Räume der Demokratie verkleinert, unser Ökosystem noch mehr zerstört, die Menschenrechte beschneidet, den Süden erneut kolonisiert, den Rassismus verharmlost, die Migranten ausweist und die massenhafte Cyberüberwachung zur Normalität macht.

Gegenwärtig sind ganze Gesellschaften noch in ihrem Zuhause eingesperrt. Fügsam, verängstigt, kontrolliert, schweigend. Was wird geschehen, wenn dieser Einschluss aufgehoben wird? Worüber werden die Menschen während ihrer beispiellosen "sozialen Isolation" nachgedacht haben? Wie viele Vorwürfe werden sie gegen einige Herrschenden angesammelt haben? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir hier oder dort eine Art unbändigen Ansturm empörter Bürger ‒ sehr empörter Bürger ‒ gegen verschiedene Machtzentren erleben werden, die der schlechten Handhabung der Pandemie beschuldigt werden...

Einige Führer spüren bereits, wie die Wut des Volkes zunimmt... Und nachdem sie viele Jahre lang das neoliberale Modell angenommen und verteidigt haben, werden sie sich der Kardinalfehler des Neoliberalismus35 bewusst, sowohl im politischen als auch im sozialen und wirtschaftlichen, im wissenschaftlichen und administrativen Bereich... Jetzt versprechen diese Politiker ihren Bürgern, dass, sobald die Pandemie besiegt sei, alles geändert werde, um eine Art "gerechte Gesellschaft" aufzubauen. Sie schlagen ein neues Modell vor, das definitiv gerechter, ökologischer, feministischer, demokratischer, sozialer und weniger ungleich ist... Sicherlich denken sie unter dem Druck der Situation durchaus darüber nach.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie, sobald die Geißel überwunden ist, solche Absichten beibehalten werden. Das wäre eine echte Revolution... Und ein Virus, egal wie beunruhigend, ist kein Ersatz für eine Revolution... Wir können nicht so naiv sein. Die sozialen Kämpfe bleiben weiterhin unumgänglich. Wie der britische Historiker Neal Ascherson sagt: "Nach der Pandemie wird die neue Welt nicht wie durch Zauberei entstehen. Wir werden dafür kämpfen müssen.36" Denn wenn der Schock sich gelegt hat, werden die herrschenden Mächte, so sehr sie auch ins Wanken gekommen waren, alles daran setzen, die Kontrolle wiederzuerlangen.37 Sogar mit noch mehr Gewalt. Sie werden versuchen, uns zur alten "Normalität" zurückzubringen. Das heißt, in den Zustand permanenter Ungleichheiten.

Bedenken wir, was bei der "Kansas-Grippe" (fälschlicherweise die "Spanische Grippe" genannt) passiert ist, die sich zwischen Januar 1918 und Dezember 1920 auf der ganzen Welt ausgebreitet hat. Wer hat sich vor der aktuellen Seuche, abgesehen von einigen Historikern, noch daran erinnert? Wir hatten es alle vergessen... Auch wenn etwa 500 Millionen Menschen infiziert waren ‒ damals ein Drittel der Menschheit ‒ und mehr als fünfzig Millionen Kranke starben…

Und was geschah danach? Haben Europa und die USA die "gerechte Gesellschaft" aufgebaut? Die Antwort lautet: Nein. Die Versprechen verschwanden. Die Mehrheit der Überlebenden der tödlichen Grippe waren schnell vergessen. Ein Schleier der Amnesie überdeckte die Erinnerung. In den sogenannten Wilden Zwanzigern (the roaring twenties) stürzten sich die Menschen lieber mit ungezügeltem Appetit ins Leben. Es war die Ära des Jazz, des Tango, des Charleston, des Siegeszugs von Hollywood und der Massenkultur. Eine künstliche und entfremdete Euphorie, die zehn Jahre später schließlich in den Börsenkrach von 1929 und die Große Depression münden sollte...

Genau in diesem Moment kam in Italien eine neue Doktrin an die Macht. Sie sollte sehr erfolgreich werden. Ihr Name: Faschismus... Wird sich die Geschichte wiederholen ?

Ignacio Ramonet

Havanna, Kuba, 22. April 2020

Danksagungen:

Mein inniger Dank an die Freundinnen und Freunde ‒ Bernard Cassen, Lydia Castro, Camilo Pérez Casal, Miguel Mejía, Ferràn Montesa, Marisa Ros und Sandra Sarmiento ‒, die so freundlich waren, meinen Text ‒ in so kurzer Zeit und inmitten der Turbulenzen dieser globalen Quarantäne – noch einmal zu lesen, zu korrigieren, zu ändern und eine ganze Reihe Anregungen zu machen, die es mir ermöglichten, das Manuskript zu bereichern und meiner Meinung nach erheblich zu verbessern. Danke.

  • 1. El País, Madrid,12. April 2020
  • 2. «Coronavirus: “Estamos frente a una crisis generalizada del capitalismo democrático mundial y del no democrático, como el de China“», BBC News Mundo, Londres, 30 marzo 2020.
  • 3. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) sind 2,4 Milliarden Arbeitnehmer von der Einstellung der Tätigkeit an ihren Arbeitsplätzen betroffen, und etwa 195 Millionen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Le Figaro, París, 7. April 2020.
  • 4. Siehe «Oxfam: El Covid-19 podría llevar a 500 millones de personas a la pobreza», France 24, París, 9.April 2020.
  • 5. La Vanguardia, Barcelona, 20. Januar 2020.
  • 6. L’Express, París, 16. März 2020.
  • 7. The Wall Street Journal, New York, 27. Februar 2020.
  • 8. Les Echos, Paris, 6. April 2020.
  • 9. El País, Madrid, 21.April 2020
  • 10. El País, Madrid, 15. März 2020.
  • 11. Henry A. Kissinger: «The Coronavirus Pandemic Will Forever Alter the World Order», The Wall Street Journal, New York, 3.April 2020
  • 12. "EE UU y Europa movilizan 6 billones de euros para combatir el impacto económico virus", Cinco Días, Madrid, 26. März 2020.
  • 13. https://www.causeur.fr/jacques-sapir-coronavirus-crise-economique-euro-175682
  • 14. Ignacio Ramonet, «Sadismo económico », Le Monde diplomatique en español, Valencia (Spanien), Juli 2012.
  • 15. https://www.elsaltodiario.com/coronavirus/entrevista-naomi-klein-gente-habla-volver-normalidad-crisis-doctrina-shock
  • 16. Le Monde, Paris, 8.April 2020
  • 17. https://www.lopinion.fr/edition/international/coronavirus-monnaies-matieres-premieres-pays-en-developpement-pris-215333
  • 18. El País, Madrid, 11. April 2020.
  • 19. https://www.farodiroma.it/francisco-que-el-senor-permita-alcanzar-soluciones-practicas-e-inmediatas-en-venezuela-orientadas-a-fa...
  • 20. Le Monde, Paris, 13. April 2020.
  • 21. http://www.amb-chine.fr/fra/zfzj/t1693080.htm
  • 22. Siehe Marcelo Colussi, «Coronavirus, ¿fin de la globalización neoliberal ? », Rebelión, Madrid, 8.Februar 2020 und John Gray, « Adiós globalización, empieza un mundo nuevo. O por qué esta crisis es un punto de inflexión en la historia », El País, Madrid, 12.April 2020.
  • 23. Was Lateinamerika angeht, können wir u.a. Jair Bolsonaro (Brasilien), Lenín Moreno (Ecuador), Iván Duque (Kolombien), Sebastián Piñera (Chile) nennen
  • 24. Max Boot, "The worst President. Ever», The Washington Post, 9. April 2020.
  • 25. Abel Prieto, El rey desnudo, Granma, Havanna, 10. April 2020.
  • 26. BBC News Mundo, London, 10. April 2020.
  • 27. BBC News Mundo, London, 9. April 2020.
  • 28. https://www.telesurtv.net/news/venezuela-coronavirus-balance-segundo-dia-cuarentena-20200317-0026.html
  • 29. Siehe "Estados Unidos despliega buques frente a Venezuela", Deutsche Welle, Berlín, 2. April 2020.
  • 30. Siehe "Venezuela pionera en combatir el coronavirus en Suramérica", Telesur, Caracas, 22. März 2020.
  • 31. BBC News Mundo, London, 9. April 2020.
  • 32. "Francia retira a sus soldados de Irak por el coronavirus", EFE, 26. März 2020
  • 33. William Serafino, "Coronavirus y tormenta política en el Pentágono: Las claves de una crisis inédita", Cubadebate, Havanna, 14. April 2020.
  • 34. BBC News Mundo, London, 6. März 2020.
  • 35. Atilio Borón, "La pandemia y el fin de la era neoliberal", Clacso, 3. April 2020.
  • 36. Neal Ascherson, «After the crisis, a new world won’t emerge as if by magic. We will have to fight for it», The Guardian, London, 19.April 2020.
  • 37. Serge Halimi, “¡Ahora mismo!”, Le Monde diplomatique en español, Valencia (Spanien), abril 2020.
Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr