Durch gezielte Medienleaks und als Teil der aero-maritimen Militäroffensive in der Karibik konstruieren die psychologischen Operationen der CIA die Achse Caracas–Havanna als "Bedrohung" für die nationale Sicherheit der USA.
James Monroe ist präsent, und seine "Doktrin" wurde in der neuen nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten wiederbelebt. Darin wird ausdrücklich erklärt, dass dieser konzeptionelle Rahmen aus dem 19. Jahrhundert auf den amerikanischen Subkontinent im 21. Jahrhundert angewendet wird, einschließlich eines "Trump-Korollars", das eine überarbeitete Version 2.0 der veralteten imperialistischen Expansionsstrategie darstellt und mit seinem Epizentrum in Venezuela heute Mexiko, Kolumbien, Brasilien und ganz Lateinamerika sowie deren geostrategische Ressourcen bedroht.
Das 33-seitige Dokument "National Security Strategy of the United States of America" über die neue Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) wurde im November verfasst, aber erst am Abend des 4. Dezember vom Weißen Haus veröffentlicht und verbreitet. Es definiert die zentralen Ziele der US-Außenpolitik und setzt sich den Schutz des US-Staatsgebiets sowie den Zugang zu "strategisch wichtigen geografischen Räumen in der gesamten Region" zum Ziel.
Das Alibi der Trump-Regierung, um ihre neokolonialen Ziele zu verschleiern, verbirgt sich hinter dem Deckmantel der "gemeinsamen Zusammenarbeit" mit den Regierungen des amerikanischen Subkontinents, gegen das, was sie zu Propagandazwecken als "Drogenterroristen", "Kartelle und andere transnationale kriminelle Organisationen" bezeichnet (ein eklatanter Widerspruch, da Trump gerade den ehemaligen Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, begnadigt hat, der eine 45-jährige Haftstrafe verbüßte, weil er den Drogenhandel aus seinem Land in die USA im Austausch gegen millionenschwere Bestechungsgelder zugelassen hatte).
Ebenso zeigt das Dokument die neomonroistische imperiale Entschlossenheit, eine Region "frei von feindlichen ausländischen Vorstößen" und von "außerhemisphärischen Konkurrenten" zu halten, die über die Fähigkeit verfügen, sich "lebenswichtige Güter anzueignen oder sie strategisch zu kontrollieren" – sei es durch Investitionen oder durch die Kontrolle zentraler Schlüsselressourcen.
Diese Pläne werden wörtlich als Teil eines "Trump-Korollars" der Monroe-Doktrin mit ihrem bekannten Postulat "Amerika für die Amerikaner" (der USA) beschrieben, das 1823 von Präsident James Monroe festgelegt wurde und besagt, dass das Weiße Haus keine "böswillige ausländische Einmischung" in seiner eigenen Hemisphäre dulden wird.
Mit seiner von rassistischem Überlegenheitsdenken und Egozentrik geprägten, gefährlichen Haltung versucht Trump, Präsident Theodore Roosevelt nachzueifern. Dieser fügte in seiner Rede zur Lage der Nation im Jahr 1904 der Monroe-Doktrin ein Korollar hinzu, das seinen Namen trägt. Dies tat er nach der Venezuela-Krise von 1902 bis 1903, als die Kriegsmarinen des Britischen und Deutschen Reichs sowie des Königreichs Italien die Küsten und Häfen Venezuelas blockierten und die sofortige Begleichung der Schulden der Regierung gegenüber den Unternehmen ihrer Landsleute forderten.
Dieses Korollar sah vor, dass die Vereinigten Staaten in die inneren Angelegenheiten lateinamerikanischer Länder eingreifen konnten (eine Rechtfertigung, um sich die Macht einer "internationalen Polizei" zuzuschreiben), wenn diese flagrante und chronische Verfehlungen begingen, und mit dem Ziel, die europäischen Mächte fernzuhalten. Geprägt von einem expansiven Neomonroismus markierte das Roosevelt-Korollar den Aufstieg der USA ins imperialistische Zeitalter durch eine Außenpolitik, die als "Big-Stick-Diplomatie" (oder "Zuckerbrot und Peitsche") bekannt war. Mit den Worten von Gregorio Selser: "Die Monroe-Doktrin, das Zertifikat der imperialen Macht über Lateinamerika … wurde zu einem Element der Herrschaft, als ihr das Roosevelt-Korollar hinzugefügt wurde."1
Als Vorwegnahme des neuen Monroe-Denkmusters à la Trump gab das Weiße Haus am 2. Dezember eine Erklärung zum Jahrestag der alten neokolonialen Strategie heraus, die mit folgenden Worten endete: "Durch mein Trump-Korollar neu belebt, ist die Monroe-Doktrin lebendig und wohlauf, und die Führungsrolle der Vereinigten Staaten ist stärker denn je zurückgekehrt."
In dieser Hinsicht hat die Regierung Trump im Gegensatz zu ihren Vorgängern beschlossen, die militärische Präsenz in "Schauplätzen, deren relative Bedeutung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten oder Jahren abgenommen hat", zu reduzieren, mit dem Ziel, diese Ressourcen für die westliche Hemisphäre einzusetzen und so den sogenannten "dringenden Bedrohungen" zu begegnen.
An anderer Stelle der Nationalen Sicherheitsstrategie wird betont, wie wichtig es ist, den "kontinuierlichen Zugang (der USA) zu strategisch wichtigen Schlüsselstandorten" auf dem amerikanischen Kontinent sicherzustellen (wie beispielsweise die Rückgewinnung des Panamakanals, die symbolische Kolonisierung des Namens des Golfs von Mexiko und der gescheiterte Versuch, den Militärstützpunkt Manta in Ecuador zu reaktivieren).
Nach Jahren, die das Dokument als "Vernachlässigung" der Region durch aufeinanderfolgende Regierungen im Weißen Haus bezeichnet, wird darin behauptet, dass die USA "die Monroe-Doktrin erneut bekräftigen und durchsetzen werden, um die US-amerikanische Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen".
"Wir wollen sicherstellen, dass die westliche Hemisphäre weiterhin einigermaßen stabil und gut genug regiert ist, um eine Massenmigration in die Vereinigten Staaten zu verhindern und zu entmutigen", besagt das Dokument. Das heißt, es stellt die Grenzsicherheit als Grundpfeiler dar, wodurch die Kontrolle der Migrationsströme zu einer strategischen Priorität erhoben wird. (Eine unmissverständliche Botschaft mit disziplinarischem Charakter, die insbesondere Mexiko betrifft, ohne es jedoch namentlich zu erwähnen).
Aus dem Text geht hervor, dass die Vereinigten Staaten nicht allein mit der Kraft ihrer Schiffe, Raketen und Drohnen handeln würden. Das Dokument weist darauf hin, dass sie Regierungen "einbinden" werden – ein Euphemismus für eine Reihe von Bedeutungen, von Überreden und Druckausübung bis hin zum Rekrutieren –, die ihnen helfen, eine "erträgliche Stabilität" in der Region zu schaffen, sogar über ihre Grenzen hinaus, und daran arbeiten, "die Regierungen der Region, die politischen Parteien und die (politischen und sozialen) Bewegungen in diesen Ländern zu belohnen und zu motivieren, sich der Strategie und ihren Grundsätzen anzuschließen".
Außerdem verbindet das Dokument die nationale Produktion mit Souveränität: "Die Stärkung der industriellen Kraft der Vereinigten Staaten muss zur obersten Priorität der nationalen Wirtschaftspolitik werden" (S. 4). Dementsprechend spricht es sich für die Rückführung von Lieferketten, Investitionen in kritische Bergbauprojekte und die Wiederbelebung der verteidigungsindustriellen Basis aus. Es postuliert auch, dass "wirtschaftliche Sicherheit für die nationale Sicherheit von grundlegender Bedeutung ist" (S. 13) und stellt fest, dass ausgewogener Handel, Schutz des geistigen Eigentums, Energiedominanz (mit Schwerpunkt auf Kohlenwasserstoffen) und eine führende Rolle im Finanzsektor eine untrennbare Einheit bilden. Diese sei offensichtlich durch eine jahrzehntelange Wirtschaftspolitik geschwächt worden, die auf die Anhäufung von fiktivem Kapital statt auf die Schaffung von Wert ausgerichtet war.
In diesem Sinne weist die NSS den Nationale Sicherheitsrat an, mit Unterstützung der "US-Geheimdienstgemeinschaft" "strategische Punkte und Ressourcen in der westlichen Hemisphäre zu identifizieren, um diese gemeinsam mit regionalen Partnern zu schützen und weiterzuentwickeln". Ein (überparteiliches) Ziel, das die Äußerungen der damaligen Chefin des Südkommandos, Generalin Laura Richardson, aus dem Jahr 2023 aufgreift, die unter dem umstrittenen und besitzergreifenden Plural "wir haben" die strategischen Ressourcen in Lateinamerika und der Karibik aufzählte, in einer Liste, die Öl, Lithium, Gold, Seltene Erden, verschiedene Mineralien, Wasser und Böden umfasste, unter der Prämisse, dass Washington diese nun mit anderen Mächten konkurrierend behaupten muss.
Die hemisphärische Wende angesichts der "Bedrohung" durch China
Der Abschnitt über die westliche Hemisphäre markiert einen Wendepunkt. Dort wird offiziell das Trump-Korollar zur Monroe-Doktrin vorgestellt: "Wir werden nicht-hemisphärischen Konkurrenten die Möglichkeit verweigern, Streitkräfte oder andere bedrohliche Fähigkeiten in unserer Hemisphäre zu positionieren oder strategisch zentrale Aktiva zu besitzen oder zu kontrollieren" (S. 15). Diese Formulierung legt einen funktionalen Ausschluss fest: Kein Land des amerikanischen Kontinents darf ohne Konsequenzen Partnerschaften und/oder Handelsabkommen mit Akteuren außerhalb der Hemisphäre eingehen.
Das Dokument geht jedoch noch weiter in Bezug auf Auftragsvergabe und Entwicklung: "Die Bedingungen unserer Vereinbarungen, insbesondere mit den Ländern, die am stärksten von uns abhängig sind und auf die wir daher den größten Einfluss haben, müssen für unsere Unternehmen Exklusivverträge sein. (...) Gleichzeitig müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um ausländische Unternehmen, die Infrastruktur in der Region bauen, zu verdrängen" (S. 19). Insbesondere China, der wichtigste strategische Gegner, und seine Unternehmen.
Diese Leitlinien definieren eine neue Form nominaler Souveränität (die das Selbstbestimmungsrecht der Völker verletzt), die sich nach ihrer Fähigkeit richtet, sich an die US-amerikanische Wertschöpfungskette unterzuordnen. Die USA legitimieren dies, indem sie überlegene Technologie, offene Standards und die Abwesenheit von "Schuldenfallen" anbieten. Demgegenüber bringe die ausländische Hilfe, obwohl sie scheinbar kostengünstig sei, "versteckte Kosten" mit sich (S. 18).
Laut der NSS zeichnet sich die Sichtweise der USA auf ihre hemisphärische Konkurrenz mit China durch strategische Klarheit, funktionalen Realismus und eine starke normative Komponente aus. Es handelt sich nicht um eine abstrakte oder ideologische Ablehnung des chinesischen Einflusses, sondern um eine strukturelle Reaktion auf eine konkrete Tatsache: China ist es gelungen, durch Investitionen in Infrastruktur, Energie, Bergbau und Telekommunikation tief in die Hemisphäre vorzudringen, insbesondere in Ländern, in denen die USA ihre wirtschaftliche Präsenz reduziert oder Sanktionen und andere Zwangsmaßnahmen verhängt hatten, wie beispielsweise Venezuela und Kuba.
Das Dokument beschreibt diese Dynamik ohne Umschweife: "Nicht-hemisphärische Wettbewerber haben bedeutende Vorstöße in unsere Hemisphäre unternommen, um uns sowohl derzeit als auch in Zukunft wirtschaftlich und strategisch zu schaden" (S. 17). Damit wird ausdrücklich eingeräumt, dass China nicht als "feindliche ausländische Macht" im traditionellen (militärischen) Sinne agiert, sondern als funktionaler Konkurrent: Es bietet schnelle Finanzierungen, scheinbar kostengünstige Infrastruktur und Vereinbarungen ohne explizite politische Auflagen – ein entscheidender Vorteil gegenüber den langwierigen Verfahren, strengen Vorschriften und Forderungen nach Strukturreformen westlicher Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank, alten Instrumenten der imperialen Herrschaft durch den Dollar und die Absichtserklärungen aus der Zeit des Kalten Krieges.
Angesichts dessen schlagen die USA eine hybride Strategie aus selektiver Verdrängung und aktiver Ersetzung vor:
- Sie treiben eine Kampagne zur Diskreditierung des chinesischen Angebots voran, die das Wirtschaftliche in Strategisches verwandelt: Eine Mine, ein Hafen oder ein 5G-Netz sind demnach nicht nur kommerzielle Projekte, sondern Risikoknotenpunkte, wenn sie unter nicht-hemisphärischer (nicht-US-amerikanischer) Kontrolle stehen; die sogenannten "versteckten Kosten" in Form von Spionage, Cybersicherheitsrisiken, Schuldenfallen und anderen Mechanismen (S. 18).
- Sie ordnen an, die Genehmigungsverfahren für US-amerikanische Finanzierungsmechanismen zu beschleunigen, damit diese wettbewerbsfähige Laufzeiten und Konditionen bieten: "Wir werden unser eigenes System reformieren, um Genehmigungen und Lizenzen zu beschleunigen, damit wir wieder zum bevorzugten Partner werden" (S. 18).
- Sie brechen mit dem Diskurs des "freien Marktes": Die USA konkurrieren nicht mehr auf dem Markt, sondern definieren die Regeln des Marktes selbst neu, um China auszuschließen.
- Sie bekräftigen das Narrativ, wonach die USA als Partner auftreten, die Transparenz, überlegene Technologie und Schutz vor "Unterordnung" bieten. China hingegen bietet laut NSS keine Zusammenarbeit, sondern verdeckte Abhängigkeit. Die USA bieten hingegen "echte" Souveränität, die als Souveränität im Einklang mit der US-amerikanischen Wertschöpfungskette definiert wird.
Auf diese Weise zeigt die NSS, dass die USA den chinesischen Vormarsch in Lateinamerika nicht unterschätzen. Im Gegenteil: Sie betrachten ihn als Beweis für einen historischen Fehler – die hemisphärische "Nachlässigkeit" – und machen ihn zur Grundlage einer Politik der aktiven Umkehr. Nun wird um die Kontrolle über die Produktionsmittel der Souveränität gerungen: Infrastruktur, Energie, Logistik, Daten, technische Standards.
In diesem Zusammenhang erscheint Venezuela aufgrund seiner expliziten Allianz mit China in den Bereichen Erdöl, Gold, Coltan, Satelliten und Häfen als kritischer Fall: nicht weil es der größte Empfänger chinesischer Investitionen ist (was nicht der Fall ist), sondern weil seine Beharrlichkeit als multipolarer Knotenpunkt die Tragfähigkeit dieser Alternative legitimiert. Deshalb setzt die US-Strategie darauf, dass Washington durch die Vertreibung Chinas aus der Hemisphäre nicht nur seinen Einfluss zurückgewinnt, sondern auch die Bedingungen für seine Hegemonie wiederherstellt: eine Welt, in der die Souveränität anderer Staaten daran gemessen wird, inwieweit sie die Interessen der USA nicht beeinträchtigen.
Venezuela stellt somit die größte Herausforderung für diese Doktrin dar:
- Es unterhält strategische Allianzen mit China, Russland und dem Iran.
- Es kontrolliert kritische Ressourcen, ohne deren Verwaltung an ausländisches oder verbündetes Kapital abzugeben.
- Und es hat Handelsmechanismen entwickelt, die den Dollar und westliche, hegemonische Wertschöpfungsketten umgehen.
Die NSS räumt ein: "Einige Einflüsse werden angesichts der politischen Annäherung zwischen bestimmten lateinamerikanischen Regierungen und bestimmten ausländischen Akteuren nur schwer rückgängig zu machen sein" (S. 17).
Aus Sicht des Dokuments ist Venezuela ein für die Interessen des US-amerikanischen Imperialismus nicht-funktionaler Präzedenzfall: Es zeigt, dass es möglich ist, eine autonome und souveräne Außenpolitik zu betreiben, selbst unter anhaltendem Druck und Zwangsmaßnahmen. Neben wirtschaftlichen, handelspolitischen und finanziellen Sanktionen, der militärischen Luft- und Seeblockade in der Karibik, geheimen CIA-Operationen innerhalb Venezuelas und einem kognitiven Krieg2 mit Schwerpunkt auf Propaganda und Fake News strebt die Trump-Regierung einen Regimewechsel an, will aber auch das im Aufbau befindliche bolivarische Sozialismusmodell außer Kraft setzen. Letztendlich geht es darum zu zeigen, dass kein Land außerhalb der "Ordnung" der selektiven Souveränität bestehen kann.
All dies lässt darauf schließen, dass das Weiße Haus in der Ära Trump die Rückeroberung einer Region ankündigt, die es als ihm aus eigenem Recht zustehend betrachtet, und dabei keinen strategischen Bereich außer Acht lässt. Solange Venezuela jedoch ein nicht funktioneller, aber hartnäckiger Akteur bleibt, wird das Trump-Korollar einen blinden Fleck haben.
Und solange dieser blinde Fleck besteht, wird der amerikanische Subkontinent im Sinne der NSS nicht vollständig "stabil" sein. Die Strategie der USA setzt darauf, dass die Zukunft mit den USA gestaltet wird oder es einfach keine Zukunft gibt. Im Gegensatz dazu setzt Venezuela, ebenso wie Kuba, darauf, dass die Zukunft mit voller Souveränität und organisierter Beteiligung der Bevölkerung gestaltet wird. In diesem Sinne formalisiert die neue NSS die Maßnahmen, die sie bereits seit einigen Monaten mit der Militarisierung der Karibik ergreift.
Der Anruf zwischen Trump und Maduro und die Kriegspropaganda
In den verschiedenen Formen der heutigen Kriegsführung (unkonventioneller, irregulärer oder asymmetrischer Krieg, psychologischer Krieg, kognitiver Krieg, Krieg der vierten Generation, Cyberkrieg, Soft Power usw.) spielen die hegemonialen Massenmedien jedes Mal eine wesentliche Rolle, wenn sich das US-Imperium auf eine Konfrontation einstellt.
Ihre Hauptaufgabe besteht nicht darin, über reale Fakten und aktuelle Ereignisse zu berichten, sondern "Zustimmung" für die bereits bestehende Agenda Washingtons zu erzeugen. Das heißt, das Publikum durch narrative Kontrolle und Meinungsbildungsstrukturen, die von seinen Geheimdiensten produziert werden, zu verwirren und zu täuschen. Diese Strukturen werden durch die Manipulation von Algorithmen aus dem Silicon Valley, imperiale Informationsoperationen wie Wikipedia und zunehmend durch KI-Chatbots, die sich im Besitz von milliardenschweren Verbündeten des Trumpismus befinden, verstärkt.
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Dies ist hier relevant, weil die New York Times am 28. November einen "informativen" Artikel von Maggie Haberman und Anatoly Kurmanaev mit dem reißerischen Titel "Trump und Maduro telefonierten letzte Woche miteinander" veröffentlichte, der eine Zusammenfassung mit folgendem Inhalt enthielt: "Die Staatschefs sprachen über ein mögliches Treffen, selbst während die USA weiterhin mit militärischen Maßnahmen gegen Venezuela drohen."
Als Verantwortliche für die Berichterstattung über Donald Trump im Weißen Haus beziehungsweise über aktuelle Ereignisse in Russland sind Haberman und Kurmanaev zweifellos zwei gute und erfahrene Journalisten. Umso auffälliger war daher die Ungenauigkeit des Datums: "letzte Woche". Noch auffälliger waren jedoch die Quellen: "verschiedene Personen mit Kenntnis der Angelegenheit", "Personen, die mit der Angelegenheit vertraut waren und denen Anonymität gewährt wurde, da sie nicht befugt waren, sich öffentlich zu diesem Thema zu äußern". Abgesehen von der Nachricht, dass sie telefoniert hatten und dass sich die beiden Staatschefs treffen könnten, war die einzige weitere "informative" Angabe in dem Artikel, dass Außenminister Marco Rubio daran beteiligt gewesen sei. Es gab jedoch keine Primärquelle.
Sie hielten immerhin fest, dass sich eine Sprecherin des Weißen Hauses geweigert habe, Stellung zu nehmen, und dass die venezolanische Regierung auf eine Bitte um Stellungnahme nicht reagiert habe. Außerdem wurde berichtet, dass zwei Personen aus dem Umfeld der venezolanischen Regierung bestätigten, dass ein direktes Telefonat zwischen den beiden Staatschefs stattgefunden habe. Sie wollten jedoch nicht namentlich genannt werden, da sie nicht befugt seien, sich öffentlich zu äußern.
Der Rest waren Angaben zum Kontext, darunter aufgewärmte Informationen aus einem Times-Artikel vom Oktober, der ebenfalls ohne Quellenangaben behauptete, Maduro habe den USA "eine bedeutende Beteiligung an den Ölvorkommen des Landes angeboten, um die Spannungen abzubauen". Über das Gespräch selbst gab es jedoch nichts Substanzielles.
Es ist offensichtlich, dass jemand aus dem Umfeld Trumps diese spärlichen Informationen hat durchsickern lassen. Zu welchem Zweck? Das ist nicht klar. Die New York Times erhielt den "Scoop". Aber wurde sie als Teil einer psychologischen Operation im Rahmen des politischen Krieges genutzt? Im Jargon der Geheimdienste wurde die "Information" gezielt eingespeist und von verschiedenen internationalen Nachrichtenagenturen und Medien aufgegriffen.
Einen Tag später trug die Aussaat Früchte: Die argentinische Webplattform Infobae, die dem milliardenschweren Medienunternehmer Daniel Hadad gehört – in seinem Land bekannt dafür, dass sie offen falsche Informationen verbreitet, wahrscheinlich in Komplizenschaft mit ihren eigenen "Quellen" aus Justiz und Polizei, und mit einer rechtsgerichteten und volksfeindlichen redaktionellen Linie –, veröffentlichte aus Washington einen Artikel ihres Korrespondenten Román Lejtman, in dem er behauptete, dass der "republikanische Anführer" (Trump) den "venezolanischen Diktator" (Maduro) gewarnt habe, dass er kurzfristig die Macht abgeben müsse, sonst würden die militärischen Maßnahmen verstärkt.
Ohne Quellenangabe behauptete das Medium, Trump habe Maduro gesagt, dass zusammen mit ihm auch "die wichtigsten Persönlichkeiten des Regimes, die von illegalen Geschäften (Drogen, Waffen, Öl) profitiert und ein repressives System errichtet haben, das systematisch die Menschenrechte verletzt", Venezuela verlassen müssten. Angeblich betrafen Trumps Forderungen den Innenminister Diosdado Cabello, den Verteidigungsminister General Vladimir Padrino und die Geschwister Delcy und Jorge Rodríguez, Vizepräsidentin beziehungsweise Präsident der Nationalversammlung von Venezuela, "Schlüsselfiguren des inneren Machtzirkels, die mit Maduro, dem Chef des Sonnenkartells, zusammenarbeiten".
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Artikel alle propagandistischen Elemente der psychologischen Operationen (PsyOp) und des kognitiven Krieges der Central Intelligence Agency (CIA) gegen Nicolás Maduro vereinte. Mit einer Informationsverzerrung, die den Fokus auf eine Person richtete: "Die Einbeziehung von (Marco) Rubio in den Kontakt mit Maduro bedeutet, dass die republikanische Regierung bereits alternative Taktiken gegenüber dem populistischen Regime verworfen hat."
Ein paar Tage später schlossen sich die britische Nachrichtenagentur Reuters (die angab, dass das Gespräch 15 Minuten dauerte und am 21. November stattfand) und die Zeitung Miami Herald (inoffizieller Sprecher Rubios im Bundesstaat Florida) der Medienkampagne an, im Rahmen dessen, was man als "neuen Journalismus mit anonymen Quellen" bezeichnen könnte.
Die groß aufgemachten "Enthüllungen" betonten ein angebliches Ultimatum Trumps an den "starken Mann" Venezuelas: zurücktreten und ins Exil an einen Ort seiner Wahl gehen oder sich den militärischen Maßnahmen der USA stellen. Maduro wiederum habe eine angebliche "Amnestie" für sich und seine Familie sowie Aufhebung aller US-Sanktionen gegen rund hundert venezolanische Beamte und die Einstellung des Verfahrens beantragt, das die USA vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen angeblicher "Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Venezuela" führen.
Insbesondere entsprach die Darstellung von Reuters eher einer politischen Konstruktion als einer sachlichen Rekonstruktion der Fakten, die darauf abzielte, ein Bild der Vorherrschaft der USA und einer angeblichen Niederlage Venezuelas zu vermitteln, was rechtlich unmöglich ist, da die USA nicht Vertragspartei des Römischen Statuts sind und den IStGH direkt sanktioniert haben. Durch diesen Widerspruch wird die Erzählung entkräftet.
Bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels hat Trump, der den Anruf bestätigte und sagte, dass er "weder gut noch schlecht verlaufen" sei, mit seiner mafiösen, stets zweideutigen und kryptischen Sprache keine konkreten Angaben gemacht. Maduro wiederum bezeichnete das Telefongespräch als "freundlich und respektvoll"; er sagte, es sei vom Weißen Haus zum Miraflores-Palast initiiert worden, und betonte seine Vorliebe für diplomatische Zurückhaltung: "Ich mag keine Mikrofon-Diplomatie. Wenn es um wichtige Dinge geht, muss man still sein, bis sie geschehen sind." Und er lehnte es ab, weitere Details zu nennen.
Es ist anzunehmen, dass Maduro weiß, dass Freundlichkeit die Lügen und Betrügereien seines Gegners nicht entschuldigt, weshalb er in höchster Alarmbereitschaft sein muss. Dies gilt umso mehr angesichts des Niedergangs der Hegemonie des Imperiums, da Trump dringend beweisen muss, dass er weiterhin der Herrscher über sein Mittelmeer ist: die Große Karibik. Dies wurde, wie oben erwähnt, mit der Veröffentlichung der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA bestätigt, die das Trump-Korollar zur Monroe-Doktrin hinzufügt.
Der Plot der "kubanischen Spione", die bereit seien, Maduro zu töten
Mit Anklängen an Roosevelt und im Stil der konservativen Restauration der Reagan-Ära wurde der trumpistische Neomonroismus mit Epizentrum in Venezuela zuvor aus den Kellern der CIA, in denen Falschmeldungen und andere Tricks ausgeheckt wurden, durch eine parallele, ergänzende Erzählung genährt, die darauf abzielte, die kubanische Regierung zu dämonisieren.
Laut einem Bericht der US-Nachrichtenwebsite Axios vom 25. November hätten "hochrangige Beamte" der US-Regierung enthüllt, dass Nicolás Maduro "befürchtet, von seinen eigenen kubanischen Verbündeten ermordet zu werden, wenn er sich entscheidet, die Macht in Venezuela abzugeben". Laut dem Medium, das die Informationen den "US-Geheimdiensten" zuschrieb, befürchtete Maduro, von seinen kubanischen Beratern beseitigt zu werden, falls er die Macht abgeben sollte, da "Havanna die Sicherheits- und Gegenspionagedienste des venezolanischen Regimes kontrolliert".
In dem Dokument heißt es: Maduro "weiß zu viel" über die "geheimen Abkommen zwischen beiden Regierungen, darunter Finanztransfers, Drogenhandelsnetzwerke und gemeinsame Geheimdienstoperationen, was ihn zu einem Risiko für die Interessen der kubanischen Diktatur macht, wenn er von der Macht fällt (…) Ein Teil der Herausforderung, ihn zum Rücktritt zu bewegen, besteht darin, dass seine eigenen kubanischen Handlanger ihn hinrichten könnten, wenn er dem Druck der USA nachgibt".
Am selben Tag veröffentlichte die Finanzzeitung The Wall Street Journal (WSJ), die dem Milliardär Rupert Murdoch gehört, unter Berufung auf eine "Quelle aus dem Umfeld der Chavisten" einen Artikel mit dem Titel "Der Grund, warum Maduro nicht friedlich zurücktreten wird". Laut der Analyse des WSJ, die unter anderem von den internationalen Medien France24, Infobae und dem Diario de las Américas (einem alten Instrument der CIA seit Beginn des Kalten Krieges) aufgegriffen wurde, halten es "verschiedene Analysten" für unwahrscheinlich, dass Maduro zu Verhandlungen über einen friedlichen Machtwechsel bereit ist, da ihm innerhalb und außerhalb Venezuelas strafrechtliche Verantwortlichkeiten angelastet werden könnten. Sie versichern zudem, dass diese Bedenken auch "sein enger Kreis, bestehend aus namhaften Persönlichkeiten der Militärführung", teilt.
Unter Berufung auf den ehemaligen US-Diplomaten in Venezuela, Brian Naranjo, wies die Zeitung darauf hin, dass die Offiziere der venezolanischen Armee, "die die Machtbasis von Maduro bilden (…), Gefahr laufen, von einer neuen Regierung in Caracas strafrechtlich verfolgt zu werden", weshalb "der Zusammenhalt des Regimes von der Notwendigkeit abhängt, seine Kriminalität aufrechtzuerhalten und seine Haut zu retten".
Innerhalb weniger Stunden verbreiteten sich die auf anonymen Quellen von Axios und The Wall Street Journal basierenden Falschmeldungen in Portalen, sozialen Netzwerken und Meinungskolumnen, als handele es sich um nachgewiesene Tatsachen. Und die Vermutungen wurden zu eindeutigen Schlagzeilen wie "Maduro könnte von kubanischen Spionen hingerichtet werden, wenn er das Land verlässt" oder "Die Vereinigten Staaten glauben, dass Kuba bereit wäre, Nicolás Maduro zu ermorden, wenn er versucht, aus Venezuela zu fliehen".
Wie die kubanische Journalistin Rosa Miriam Elizalde im Artikel "Fantasía homicida" ("Mörderische Fantasie") in der mexikanischen Zeitung La Jornada am 4. Dezember 2025 feststellte, hat die Sucht nach "anonymen Quellen" im Krieg der USA gegen Venezuela "die Lüge zu einem bequemen und profitablen Zufluchtsort gemacht". Tatsächlich wurden die "kubanischen Spione" und andere Erfindungen, die im Dunkeln von Lecks aus unbekannten Quellen entstanden waren, der Öffentlichkeit als ein weiterer Teil des geopolitischen "Realismus" präsentiert, obwohl sie in Wirklichkeit nicht einmal die Mindestanforderungen an eine Überprüfung erfüllt hatten.
Laut Elizalde griff die Redaktion des Wall Street Journal das falsche Narrativ Washingtons auf und wiederholte, dass der venezolanische Präsident "nicht ganz Herr seines Schicksals" sei, da sein politisches Überleben von den Verbündeten Havannas abhänge. Elizalde schrieb: "Niemand erinnert sich mehr daran, dass all dies von der verlogensten Regierung in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten stammt (es war nicht die Zeitung Granma, sondern The Washington Post Fact Checker, der mehr als 30.000 falsche oder irreführende Aussagen von Donald Trump gezählt hat)."
Laut der Mitarbeiterin von La Jornada sowie anderer Medien "erfüllt die mörderische Fantasie von 'kubanischen Spionen', die bereit sind, Maduro zu töten, mehrere ganz konkrete Funktionen. Erstens dämonisiert sie Kuba und stellt seine Regierung nicht nur als ‚autoritäres Regime’ dar, sondern als kriminelle Struktur, die in der Lage ist, einen ausländischen Staatschef kaltblütig zu beseitigen. Es geht nicht mehr nur um die alte 'Troika der Tyrannei' des ehemaligen Sicherheitsberaters John Bolton, mit der er Kuba, Venezuela und Nicaragua bezeichnete, sondern darum, die kubanischen Geheimdienste als internationalen Auftragsmordapparat darzustellen".
Zweitens löscht sie den venezolanischen Staat aus: "Wenn Maduro nur eine Geisel Havannas ist, verschwinden die venezolanische Gesellschaft, ihre Streitkräfte und ihre politischen Akteure aus dem Bild und werden zu Statisten in einem Drehbuch, das in einer anderen Hauptstadt geschrieben wurde." Drittens trägt sie dazu bei, "ein Gefühl der Unvermeidbarkeit eines Krieges zu erzeugen: Wenn Havanna bereit wäre, jeden Rücktritt 'mit brachialen Mitteln' zu verhindern, würde der diplomatische Weg von vornherein diskreditiert und politische Lösungen würden als naive Illusionen erscheinen. Die Lüge ist also keine isolierte Grobschlechtigkeit, sondern Teil einer Kampagne, um den Eindruck zu festigen, dass es keine politischen Wege mehr gibt und 'härtere' Optionen unvermeidlich sind". Ergo: militärischer Charakter.
Wie Rosa Miriam Elizalde folgert, laute die Schlusssequenz dieser Gleichung: "Nach Caracas wäre Havanna das nächste natürliche Ziel". Der Leitartikel des Wall Street Journals geht sogar so weit, mit der Möglichkeit zu spielen, dass nach der Einsetzung einer "demokratischen" Regierung in Venezuela "das kubanische Volk gegen seine Diktatoren aufbegehren würde", als wäre die Region das Schachbrett einer einzigen, sequenziellen Offensive.
In diesem Zusammenhang flogen am 9. Dezember in einer klaren Provokation zwei F/A-18 Super Hornets, deren Transponder absichtlich eingeschaltet waren, um in Echtzeit vom Satelliten erfasst zu werden, 40 Minuten lang über den Golf von Venezuela, und Mitte Dezember ging der Filibuster Trump noch einen Schritt weiter in der politisch-militärischen Eskalation gegen die Regierung von Nicolás Maduro, indem er der Presse in seinem typisch prahlerischen Stil mitteilte, dass US-Sturmtruppen einen Tanker "vor der Küste" des südamerikanischen Landes beschlagnahmt hätten und er vorhabe, das Öl zu behalten.
Caracas bezeichnete den Vorfall als "dreisten Raub und Akt internationaler Piraterie" und erklärte, dass dieser Vorfall "endlich die wahren Gründe für die anhaltende Aggression" Washingtons offenbart habe: Es gehe nicht um Migration. Es gehe nicht um Drogenhandel. Es gehe nicht um Demokratie. Es gehe nicht um Menschenrechte. Es ging immer um die natürlichen Ressourcen, um Öl, um Energie, um Ressourcen, die ausschließlich dem venezolanischen Volk gehören.
Aus Sicht der venezolanischen Exekutive hatte die Ankündigung Trumps, die auf den "Raub" der Raffinerie Citgo folgte – einst das wichtigste Auslandsvermögen der bolivarischen Nation –, "durch betrügerische juristische Mechanismen und unter Umgehung jeglicher Normen", den Zweck, von dem Fiasko der Verleihung des Friedensnobelpreises an María Corina Machado abzulenken. Sie zählt zu den zentralen Köpfen des extremistischen Flügelsextremistischen Flügels der venezolanischen Opposition und befürwortet eine militärische Intervention der USA in ihrem Land als Königsweg zum Zugang zur Regierung.
Die Politikerin nahm nicht an der in Oslo inszenierten politischen Show teil, bei der erneut die Manipulationen und das Scheitern jener offengelegt wurden, die seit Jahren erfolglos versuchen, durch Gewalt und in offener Komplizenschaft mit den westlichen Regierungen, Vasallen Washingtons, einen "Regimewechsel" herbeizuführen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Trumps Offensive gegen Maduro eine imperiale Strategie offenbart, die sich um den Energiekrieg dreht – das alte geopolitische Handlungsmuster der USA, Energie zu kontrollieren, um die Welt zu kontrollieren – sowie die Besessenheit, das multipolare Projekt unter Führung Russlands, Chinas und der BRICS-Allianz, zu der auch Brasilien gehört, zu unterdrücken. Mit seinem Vorgehen gegen Venezuela greift Trump nicht ein isoliertes Regime an, sondern einen strategischen Dreh- und Angelpunkt zwischen Moskau, Peking und der südlichen Hemisphäre.
Es ist gleichzeitig klar, dass Trump auch versucht, den Übergang zum Sozialismus in Venezuela zu behindern und nebenbei Kuba noch stärker unter Druck zu setzen, Länder, die angesichts der Gleichgültigkeit der meisten Regierungen unseres Amerikas weiterhin den Prozess der konservativen Restauration unter Trump herausfordern und sich an die Spitze des Konflikts zwischen Bolivarismus und Monroismus stellen.
* Carlos Fazio ist ein uruguayisch-mexikanischer Journalist, Schriftsteller und Analyst sowie Kolumnist bei der mexikanischen Zeitung La Jornada.
- 1. Siehe Band 3, S. 130
- 2. Kognitive Kriegsführung bezeichnet Strategien, die darauf abzielen, Wahrnehmungs-, Deutungs- und Entscheidungsprozesse von Individuen und Gesellschaften systematisch zu beeinflussen. Im Unterschied zur klassischen psychologischen Kriegsführung, die vor allem auf die Verbreitung gezielter Botschaften und Propaganda setzte, richtet sich kognitive Kriegsführung auf die Gestaltung von Informations- und Wahrnehmungsumgebungen insgesamt, etwa durch mediale Dynamiken, digitale Plattformen und narrative Rahmungen. Ziel ist weniger die unmittelbare Überzeugung als vielmehr die langfristige Beeinflussung von Sinnproduktion, Meinungsbildung und Vertrauen.


