Waldrodungen: Ibama konzentriert alle Beamten in Amazonien

Brasília. Das brasilianische Umweltbundesamt Ibama hat am Wochenende alle Beamten der Behörde mit Kontrollfunktionen mit sofortiger Wirkung in das Amazonasgebiet beordert, um dort die explosionsartige Zunahme an Rodungen und Abholzungen zu unterbinden. Dies geht aus Ibama-Dokumenten hervor, aus denen die Tageszeitung Folha de São Paulo zitiert. Laut Folha sieht die Regierung die aktuelle Zunahme bei Rodungen im Zusammenhang mit den anstehenden heftig umstrittenen Novellen des Waldschutzgesetzes Código Florestal.

Das Umweltamt Ibama stoppe, so der Bericht der Folha, sämtliche Kontroll- und Überwachungsaktivitäten der Bundesbehörde, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Kontrolle von Rodungen im Amazonsagebiet stehen. Damit werden die für die 1.300 ursprünglich vorgesehenen Umweltfiskaloperationen vorgesehenen Beamten aus dem gesamten Bundesgebiet abgezogen. "Es bringt nichts, z.B. den Tierschmuggel zu bekämpfen, wenn deren Lebensraum zerstört wird", zitiert die Folha den Präsidenten des Umweltamtes, Curt Trennepohl.

Das Umweltamt reagiert damit auf die neuesten Zahlen zur Rodung im Amazonasgebiet, deren Veröffentlichung durch das Nationalinstitut für Weltraumforschung INPE diese Woche ansteht. Laut Informationen aus Regierungskreisen würden die neuen Zahlen erschreckend hoch ausfallen, so die Folha.

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