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15.04.2011 Brasilien / Politik / Umwelt / Wirtschaft

Illegaler Fleischhandel in Amazonien im Visier der Justiz

Brasília. Die Staatsanwaltschaft im brasilianischen Bundesstaat Acre hat gegen vierzehn fleischverarbeitende Firmen und die Bundesumweltbehörde Ibama Anklage erhoben. Dies berichtete die Bundesstaatsanwaltschaft auf ihrer Internetseite am Mittwoch.

Die Anklage wirft den Konzernen die Verarbeitung und den Handel von Fleisch vor, das aus illegalen Rodungsgebieten in Amazonien stammt und auch mittels Sklavenarbeit produziert wurde. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu zwei Milliarden Reais (umgerechnet 867 Millionen Euro) Strafe und Entschädigung.

Laut der Anklageschrift bereichern sich die Firmen an dem illegalen Fleischhandel, da dieser ohne staatliche Auflagen und Kontrolle zu den landesweit niedrigsten Preisen produziere. Laut Untersuchung der Staatsanwaltschaft kauft die fleischverarbeitende Industrie nach wie vor Fleisch von den landwirtschaftlichen Betrieben, die bereits wegen schweren Verstößen gegen Umwelt- und Arbeitsgesetzgebung von Handel und Vertrieb eigentlich ausgeschlossen worden waren.

Der Umweltbehörde Ibama wirft die Staatsanwaltschaft vor, der Umsetzung der Umweltvorschriften und Kontrolle der Produzenten nicht ausreichend nachzukommen. Die Staatsanwälte fordern, dass Ibama Strafzahlungen verhängt, eintreibt und die Produktion angemessen überwacht.

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