Chile: Bürgermeister Santiagos will Militär gegen Studierende einsetzen

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Graffito in Chile
Graffito in Chile

Santiago de Chile. Der Bürgermeister Santiago de Chiles, Pablo Zalaquett, hat in einem Interview mit der Tageszeitung La Tercera einen Einsatz des Militärs gegen demonstrierende Studierende am kommenden 11. September erwogen. An diesem Tag jährt sich der Putsch gegen die Regierung von Salvador Allende 1973 und es werden verstärkte Proteste erwartet.

Ein möglicher Militäreinsatz liege "im Ermessen des Innenministeriums und der zuständigen Behörden. Wenn die Geschichte zu einem Sicherheitsrisiko wird muss man ganz einfach sehen ob die Polizeikräfte ausreichen. Wenn nicht, muss das Militär zur Hilfe gerufen werden". Die Diktatur des Generals Augusto Pinochet gehöre der Vergangenheit an, so Zalaquett weiter: "Man muss nach vorne schauen und den Menschen ihr ruhiges Leben sichern."

Vertreter der Parteien des rechts-konservativen Regierungsbündnisses, der Fraktionschef der "Renovacional Nacional" (RN), Cristián Monckeberg, sowie der Generalsekretär der "Unión Demócrata Independiente" (UDI), Víctor Pérez, äußerten sich öffentlich gegen die Aussagen Zalaquetts. Der sozialdemokratische Abgeordnete Manuel Monsalve, Mitglied der Kommission für Bürgersicherheit im Unterhaus, bekräftigte dass das Demonstrationsrecht weder durch die Polizei noch durch das Militär eingeschränkt werden darf.

Am 11. September 1973 wurde die sozialistische Regierung Salvador Allendes durch einen blutigen Militärputsch unter General Augusto Pinochet gestürzt, dessen Diktatur 17 Jahre andauerte. Tausende Menschen wurden ermordet, verschleppt, verhaftet und gefoltert.

Seit der Rückkehr zur Demokratie finden am 11. September Demonstrationen statt um den Opfern des Putsches zu gedenken, an die Verschwundenen zu erinnern und Gerechtigkeit und das Ende der Straflosigkeit einzufordern.

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