Chile / Politik

Bildungsproteste in Chile: Verhandlungen im Regierungspalast

Santiago de Chile. Chiles Präsident Sebastian Piñera reagierte Ende vergangener Woche erstmalig mit einer formellen Einladung an die Repräsentanten der seit drei Monaten andauernden Bildungsproteste auf deren Aktionen. Die Regierung leite den Dialog ein, weil "die überwältigende Mehrheit der Chilenen das von uns erwartet und fordert", so Piñera. Vor einigen Tagen noch hatte die Regierung angekündigt, ihren Gesetzesvorschlag auf jeden Fall dem Parlament zur Abstimmung vorlegen zu wollen.

Der Studierendenverband CONFECH entschied am Samstag die Einladung des Präsidenten anzunehmen. Studierendensprecherin Camila Vallejo und der Vorsitzende des Schülerverbandes Feuc Giorgio Jackson sagten, dass sie konkrete Vorschläge des Präsidenten auf die Forderungen der Protestierenden erwarteten. Vallejo betonte zudem, dass sie die Regierung zu einer Stellungnahme zum Tod von Manuel Gutiérrez (16) auffordern werden, der am Donnerstag bei einer Demonstration zum zweiten nationalen Streiktag laut Augenzeugenberichten von Carabineros erschossen wurde. "Sie müssen sich dafür verantwortlich bekennen, das darf nicht ungestraft bleiben." Die FECH ruft für Montag zu einem nationalen Gedenktag für den Jugendlichen auf.

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